Die Orchidee ist verblüht – Das ist jetzt zu tun

Wer seine Orchidee nach einer einzigen Blütezeit entsorgt, beraubt sich weiterer furioser Blütenfestivals auf der Fensterbank. In der Tat ruht in jeder Orchidee das Potenzial für ein Leben über viele Jahrzehnte. Mit dem richtigen Pflegeprogramm bringen Sie Phalaenopsis und andere populäre Sorten ein weiteres Mal zur Blüte. Das ist zu tun, wenn eine Orchidee abgeblüht ist.

Orchidee nach der Blüte
Nach der Blüte braucht die Orchidee ein etwas abgeändertes Pflegeprogramm

Standort und Pflege leicht modifizieren – So geht es

Ist eine Orchidee verwelkt, begibt sie sich entweder in einen Winterschlaf oder schöpft über kurze Zeit frische Kräfte für eine erneute Blütentracht. Im Rahmen dieser Ruhephase können Sie mit einfachen Methoden wertvolle Vorbereitungen leisten, um die exotische Pflanze zu einem frischen Austrieb zu motivieren. So machen Sie es richtig:

  • Am Tag einen hellen bis halbschattigen und warmen Standort beibehalten
  • Ist die Orchidee abgeblüht, die nächtlichen Temperaturen um 5 Grad absenken, jedoch nicht unter 16-18 Grad Celsius
  • Sparsamer gießen respektive seltener tauchen
  • Während der Ruhephase nicht düngen
  • Parallel zum frischen Austrieb setzt die Nährstoffzufuhr wieder ein

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Der Wasserbedarf sinkt regelmäßig auf ein niedriges Niveau, sobald eine Orchidee verwelkt ist. Demgegenüber wünscht sich die tropische Blütenschönheit weiterhin eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent und mehr. Sprühen Sie die Pflanze daher täglich ein, selbst wenn sie vollständig abgeblüht ist.

Verblühte Orchideen nicht vorschnell beschneiden

Wenn eine einzelne Blüte verwelkt ist, können Sie diese unbesorgt abzupfen. Nachdem der gesamte Blütenstand verwelkt ist, darf der Blütenstiel respektive die Pseudobulbe auf keinen Fall voreilig abgeschnitten werden. Die gleiche Prämisse gilt für die Blätter. Schneiden Sie Triebe oder Blätter erst dann, wenn sie gelb, braun und trocken sind.

Solange ein Pflanzenteil noch grün ist, kommt die Schere nicht zum Einsatz. So verfügt beispielsweise die Phalaenopsis über das Potenzial, aus einem alten Blütenstängel frisch auszutreiben und nochmals zu erblühen. Mitunter bringt sie sogar Kindel hervor, die Sie für die Vermehrung verwenden können.

Umtopfen weckt die Lust auf neue Blüten

Am Ende der Blütezeit bietet sich die beste Gelegenheit, eine müde Orchidee zu vitalisieren, indem sie umgetopft wird. Zumindest alle 2 bis 3 Jahre steht diese wichtige Maßnahme auf dem Pflegeprogramm, wenn die Pflanze abgeblüht ist. Verwenden Sie bitte spezielle, grobe Orchideenerde und einen transparenten Kulturtopf. Eine 2 cm hohe Drainage aus Blähton beugt Staunässe vor. Damit die Luftwurzeln geschmeidiger sind, tauchen Sie das Wurzelgeflecht zuvor in weiches, zimmerwarmes Wasser.

Tipps

Die Bedeutung der Wasserqualität wird in der Pflege von Orchideen häufig unterschätzt. Die anspruchsvolle Blume aus dem Regenwald benötigt ebensolches Wasser, um vital und gesund zu gedeihen. Wird eine Orchidee regelmäßig mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen, reagiert sie darauf mit einer Wachstumsdepression oder stirbt schlimmstenfalls ab. Besser ist, Sie verwöhnen die stolze Blütendiva mit gesammeltem Regen oder gefiltertem Leitungswasser.

Text: Paula Jansen

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