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Orchideen: Neue Triebe fördern und richtig pflegen

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Orchideen begeistern mit ihrer exotischen Schönheit und vielfältigen Blütenpracht. Um ihre Blüte zu fördern und ihre Gesundheit zu erhalten, ist die richtige Pflege entscheidend. Dieser Ratgeber bietet Ihnen wertvolle Tipps zum Rückschnitt, zur Vermehrung, zum Gießen, Düngen und zum optimalen Standort Ihrer Orchideen.

Orchidee vor der Blüte
Neue Triebe kündigen die traumhaften Blüten der Orchidee an

Orchideen durch Rückschnitt zum Blühen bringen

Die Phalaenopsis-Orchidee, auch bekannt als Schmetterlingsorchidee, erfreut sich großer Beliebtheit. Nach der Blüte können Sie mit einem gezielten Rückschnitt die Bildung neuer Blüten anregen. Unterhalb der verwelkten Blüten befinden sich sogenannte schlafende Augen. Ein sorgfältiger Schnitt an dieser Stelle kann das Wachstum neuer Blütentriebe fördern.

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Sobald die Blüten verwelkt sind und der Stiel keine neuen Knospen mehr hervorbringt, können Sie einen Rückschnitt vornehmen. So regen Sie die Pflanze zur Bildung neuer Triebe an. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:

  1. Warten Sie zunächst ab, bis die letzte Blüte am Stiel vollständig verwelkt ist. So stellen Sie sicher, dass der Blütenstängel ausgereift ist.
  2. Desinfizieren Sie anschließend eine saubere und scharfe Schere oder ein Messer, um Infektionen zu vermeiden.
  3. Schneiden Sie nun den Stängel etwa 1 cm über dem zweiten oder dritten Auge ab. Diese Augen erkennen Sie als kleine Verdickungen oder Knoten am Stiel.
  4. Nach dem Schnitt benötigt die Orchidee eine Ruhephase. Stellen Sie sie daher an einen kühleren Platz. In dieser Zeit benötigt die Pflanze weniger Wasser und Licht.
  5. Halten Sie die Pflanze sauber und kontrollieren Sie sie regelmäßig auf Schädlinge oder Krankheiten. So unterstützen Sie ein gesundes Wachstum und die Bildung neuer Blüten.

Nach etwa drei Monaten kann aus dem geschnittenen Auge eine neue Blütenrispe wachsen. Während dieser Zeit benötigt die Orchidee eine angepasste Pflege mit weniger Wasser und etwas kühleren Temperaturen als in der Hauptwachstumsphase.

Kindel bei Orchideen: Ableger für neue Pflanzen

Kindel dienen bei Orchideen als natürliche Ableger, durch die neue Pflanzen entstehen. Diese Ableger, auch Keiki genannt, bilden sich häufig bei den Gattungen Dendrobium und Phalaenopsis. Auch andere Arten können unter bestimmten Bedingungen Kindel ausbilden, beispielsweise wenn die Mutterpflanze geschwächt oder überdüngt ist. Kindel sind exakte genetische Kopien der Mutterpflanze und ermöglichen somit eine Vermehrung mit identischen Eigenschaften.

Die Bildung von Kindeln ist oft ein Zeichen dafür, dass die Mutterpflanze ihren Nachwuchs absichern möchte. Stresssituationen, wie beispielsweise eine Überdüngung, können die Bildung von Ablegern anregen. Diese Klone können nach dem Auswachsen dieselben charakteristischen Blüten wie die Mutterpflanze hervorbringen und manchmal sogar gleichzeitig blühen.

Die Trennung eines Kindels von der Mutterpflanze erfordert Geduld und Sorgfalt. So entwickeln Sie den Ableger erfolgreich zu einer neuen, blühenden Pflanze:

  1. Identifikation: Achten Sie darauf, dass das Kindel mindestens zwei Blätter und einige gesunde Wurzeln entwickelt hat, bevor Sie es abtrennen. So stellen Sie sicher, dass der Ableger stark genug ist, um selbstständig weiterzuwachsen.
  2. Trennung: Verwenden Sie ein sterilisiertes Schneidwerkzeug, um das Kindel nahe der Mutterpflanze abzutrennen. Achten Sie dabei darauf, so wenig Schaden wie möglich anzurichten.
  3. Vorbereitung: Um die Wurzelbildung zu fördern, können Sie das Kindel zunächst in feuchtes Sphagnum-Moos einwickeln.
  4. Einsetzen: Pflanzen Sie den Ableger anschließend in spezielles Orchideensubstrat für Jungpflanzen. Dieses Substrat unterstützt die junge Pflanze optimal in den ersten Wachstumsphasen.
  5. Pflege: Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht und stellen Sie das Kindel an einen Ort mit indirektem Licht. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit unterstützt das anfängliche Wachstum zusätzlich.

Manche Orchideenarten neigen dazu, unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise einer zu nassen Wurzelumgebung, vermehrt Kindel zu bilden. Dies kann als ein Überlebensmechanismus interpretiert werden, um bei drohender Wurzelfäule noch für Nachwuchs zu sorgen. Daher ist es ratsam, neben der Pflege der Ableger auch die Gesundheit der Mutterpflanze im Auge zu behalten, um deren Wurzelsystem zu schützen und ein gesundes Wachstum sicherzustellen.

Die sorgfältige Beachtung dieser Schritte kann die erfolgreiche Vermehrung von Orchideen durch Kindel sicherstellen und Ihre Orchideensammlung erweitern.

Orchideen richtig gießen und düngen

Eine gute Wasserversorgung und regelmäßige Düngung sind essenziell für das Wachstum und die Blütenbildung von Orchideen. Um die Bedürfnisse dieser besonderen Pflanzen optimal zu erfüllen, sollten Sie folgende Richtlinien beachten:

Beim Gießen der Orchideen kommt es auf das richtige Maß an. Zu viel Wasser kann schädlich sein und zu Wurzelfäule führen. Das Substrat sollte zwischen den Gießvorgängen fast vollständig austrocknen. Verwenden Sie zimmerwarmes, kalkarmes Wasser für das Tauchen der Pflanzen und lassen Sie das Wasser danach gut abtropfen. Überprüfen Sie die Feuchtigkeit des Substrats mit einem Holzstäbchen, bevor Sie erneut gießen.

Düngung spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum und bei der Blütenbildung Ihrer Orchideen. Während der Wachstumsphase sollten die Pflanzen alle 14 Tage mit speziellem Orchideendünger gedüngt werden. Es ist ratsam, das Tauchwasser mit einer schwach konzentrierten Düngerlösung anzureichern. Eine Überdüngung ist zu vermeiden, da sie die Wurzeln schädigen kann. Reduzieren Sie die Düngung, wenn die Pflanze eine Ruhephase einlegt.

Zusammengefasst:

  • Gießen Sie nur, wenn das Substrat beinahe trocken ist, am besten durch Tauchen in zimmerwarmem, kalkarmem Wasser.
  • Lassen Sie die Orchidee nach dem Gießen gründlich abtropfen, um Staunässe zu vermeiden.
  • Düngen Sie während der Wachstumsphase etwa alle 14 Tage mit speziellem Orchideendünger.
  • Verwenden Sie eine niedrige Dosierung des Düngers, um Schädigungen der Wurzeln zu vermeiden.
  • In der Ruhephase der Pflanze die Düngung reduzieren oder aussetzen.

Diese Pflegetipps helfen dabei, dass Ihre Orchideen gesund bleiben, kräftig wachsen und regelmäßig blühen.

Orchideen: Optimaler Standort für neue Triebe

Die Wahl des optimalen Standortes ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und das Wachstum von Orchideen, insbesondere für die Entwicklung neuer Triebe. Folgende Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:

  1. Lichtbedarf: Der ideale Standort für Orchideen ist hell, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bewährt haben sich Fensterbänke mit Ost-, Süd- oder Westausrichtung, um genügend Licht zu bieten, ohne die Pflanzen dem Risiko eines Sonnenbrands auszusetzen. Direkte Mittagssonne sollte vermieden werden, da sie die Blätter verbrennen und der Pflanze schaden kann.
  2. Luftfeuchtigkeit und Temperatur: Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist für Orchideen förderlich, wobei die ideale Zimmertemperatur erreicht wird, ohne dass die Nachttemperaturen unter 10°C fallen. Um die Luftfeuchtigkeit um die Pflanzen zu erhöhen, empfiehlt es sich, sie auf einer mit Kieselsteinen gefüllten Wasserschale zu platzieren oder einen Raumluftbefeuchter zu nutzen. Einen zusätzlichen Effekt haben Räume wie das Badezimmer, in denen typischerweise eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht.
  3. Frischluftzufuhr: Eine gute Belüftung ist essenziell, um Schimmelbildung und anderen Krankheiten vorzubeugen. Daher sollte der Standort eine regelmäßige Frischluftzufuhr ermöglichen, ohne dass die Pflanzen dabei Zugluft ausgesetzt sind.
  4. Standortwechsel: Ein Wechsel des Standortes kann sich positiv auf die Blühfähigkeit der Orchideen auswirken. Wichtig ist jedoch, den neuen Standort sorgfältig auszuwählen, damit die Licht- und Temperaturbedingungen optimal sind. Ein zu häufiger Wechsel kann die Pflanze stressen und sollte daher vermieden werden.

Indem man diese Richtlinien befolgt, schafft man eine Umgebung, die nicht nur die Entwicklung von neuen Trieben begünstigt, sondern auch die Gesundheit und Blüte der Orchideen insgesamt unterstützt.

Kältereiz für die Orchideenblüte

Um erfolgreich die Blütenbildung bei bestimmten Orchideenarten wie Cymbidium und manchen Phalaenopsis zu fördern, ist ein gezielter Einsatz von niedrigeren Temperaturen notwendig. Diese spezielle Pflegemaßnahme nutzt die natürliche Reaktion dieser Pflanzen auf Kälte, um die Entwicklung von Blütenknospen anzuregen.

Für eine optimale Anwendung des Kältereizes sind folgende Schritte empfehlenswert:

  1. Wählen Sie für die Orchidee einen Standort, an dem eine konstante Temperatur von etwa 15 bis 16 Grad Celsius herrscht.
  2. Achten Sie darauf, die Pflanzen während dieser Kühlperiode nicht der direkten Kälte oder Zugluft auszusetzen, um Stress oder Schäden zu vermeiden.
  3. Die Dauer der Kühlexposition sollte sich über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten erstrecken, um die Pflanze effektiv auf die Blütenbildung vorzubereiten.
  4. Besonders für Cymbidium-Orchideen ist es wichtig, dass sie während des Knospenstadiums Temperaturen unter 14 Grad Celsius ausgesetzt werden, da höhere Temperaturen zum Abfallen der Knospen führen können.

Durch die Einhaltung dieser spezifischen Bedingungen wird die Blütenbildung der Orchideen auch außerhalb ihrer Hauptwachstumszeit gefördert, wodurch sich Gartenliebhaber über ein fortgesetztes Blühen ihrer Prachtexemplare freuen können.