Dendrobium

Hilfe, mein Dendrobium blüht nicht! Was kann ich tun?

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Dendrobium-Orchideen begeistern mit ihrer Blütenpracht, doch die Blühfreudigkeit hängt von der richtigen Pflege ab. Dieser Artikel beleuchtet die optimalen Bedingungen für Dendrobium nobile und Dendrobium phalaenopsis, von der Ruhephase bis zur Wachstumsphase.

Traubenorchidee blüht nicht
Zu viel Feuchtigkeit kann zum Ausbleiben der Blüte führen

Die Ruhephase: Entscheidender Faktor für die Blütenbildung

Der wichtigste Aspekt für das erfolgreiche Blühen Ihrer Dendrobium-Orchideen ist die Einhaltung einer angemessenen Ruhephase. Diese beginnt meist im Herbst und dauert bis zum Frühjahr. In dieser Zeit benötigen die Pflanzen kühlere Temperaturen und eine reduzierte Wasserversorgung. Für Dendrobium nobile sollten die Temperaturen zwischen 10 und 18 Grad Celsius liegen. In dieser Zeit wird kaum gegossen und nicht gedüngt. Dendrobium phalaenopsis-Hybriden hingegen benötigen etwas wärmere Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius und müssen etwa alle zwei Wochen leicht gegossen werden.

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Sobald die neuen Triebe ausgewachsen sind, startet die Ruhephase. Die Bewässerung sollte dann auf ein Minimum reduziert werden, um die Pflanzen nicht zu überwässern. Sobald Blütentriebe von etwa fünf Zentimetern zu sehen sind, kann die Wasserversorgung wieder schrittweise erhöht und die Pflanzen etwas wärmer gestellt werden. Es ist essenziell, die Orchideen weiterhin an einem sehr hellen Standort zu platzieren, um das Wachstum der Blüten zu unterstützen.

Zwei Dendrobium-Zuchtlinien: Nobile und Phalaenopsis

Im Handel gibt es hauptsächlich zwei Zuchtlinien von Dendrobium-Orchideen: Dendrobium nobile und Dendrobium phalaenopsis. Diese beiden Linien unterscheiden sich sowohl in der Blütenanordnung als auch in ihren Kulturansprüchen erheblich.

Dendrobium nobile

Die Dendrobium nobile-Hybriden zeichnen sich durch Blüten entlang des gesamten Stängels aus. Für die Blütenbildung benötigen sie eine ausgeprägte Ruhephase mit kühleren Temperaturen zwischen 6 und 17 Grad Celsius im Herbst und Winter. Die Temperaturabsenkung ist entscheidend, da diese Art empfindlich auf ganzjährige Zimmertemperaturen reagiert und andernfalls weniger oder gar nicht blüht. Eine reduzierte Bewässerung und das vollständige Einstellen der Düngung während dieser Periode sind ebenfalls notwendig.

Dendrobium phalaenopsis

Dendrobium phalaenopsis, auch als „Bamboo Orchid“ bekannt, bildet Blütenstände an den Spitzen der Stängel aus. Obwohl sie nicht verwandt sind, ähneln ihre Blütenformen denen der Phalaenopsis-Orchidee. Diese Hybriden sind leichter zu pflegen und eignen sich hervorragend für Anfänger. Während der Ruhephase kommen sie meist auch mit Zimmertemperaturen zurecht, sofern es nicht zu warm wird. Ideale Temperaturen liegen hierbei zwischen 10 und 20 Grad Celsius.

Indem Sie die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Dendrobium-Zuchtlinie berücksichtigen, können Sie die Blühfreude und Gesundheit Ihrer Orchideen nachhaltig fördern.

Lichtbedarf während der Ruhephase

Während der Ruhephase ist es entscheidend, dass Dendrobium-Orchideen weiterhin ausreichend Licht erhalten. Ein sehr heller Standort, der jedoch direkte Sonneneinstrahlung vermeidet, ist ideal. Dadurch werden Blattverbrennungen verhindert und den Pflanzen die nötige Energie zum Überleben gegeben.

Stellen Sie sicher, dass die Orchideen an einem Standort mit viel indirektem Licht stehen, beispielsweise hinter einem leicht transparenten Vorhang an einem Südfenster. Bei Bedarf kann künstliches Licht eingesetzt werden, um gleichmäßige Lichtverhältnisse zu schaffen. Ein gleichmäßiger Lichteinfall während der Ruhephase unterstützt nicht nur die Gesundheit der Pflanzen, sondern ist auch eine wichtige Grundlage für die spätere Blütenbildung.

Temperaturansprüche während der Wachstumsphase

Während der Wachstumsphase, die vom Frühjahr bis zum Herbst andauert, benötigen Dendrobium-Orchideen warme Temperaturen. Tagsüber sollten die Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius liegen, nachts ist eine Absenkung auf etwa 15 Grad Celsius ideal. Diese Temperaturabsenkung fördert das gesunde Wachstum der Orchidee und ahmt die natürlichen klimatischen Bedingungen ihres ursprünglichen Lebensraums nach.

Eine natürliche Tag-Nacht-Temperaturschwankung wird besonders gut durch das Übersommern der Pflanzen im Freien an einem geschützten, aber hellen Standort nachgebildet. Achten Sie darauf, dass die Orchidee nicht direkter Sonneneinstrahlung oder starkem Regen ausgesetzt ist. Ein überdachter Standort auf Balkon oder Terrasse ist hierfür perfekt geeignet.

Die Bedeutung der Temperaturabsenkung in der Nacht

Die nächtliche Temperaturabsenkung spielt eine entscheidende Rolle bei der Blütenbildung von Dendrobium-Orchideen. Besonders bei Dendrobium nobile ist es wichtig, dass die Temperaturen während der Nacht sinken, um den natürlichen Lebensraum der Pflanze nachzuahmen und die Blütenbildung zu stimulieren. Idealerweise sollten die Nachttemperaturen im Sommer bei etwa 15 Grad Celsius liegen und im Herbst und Winter auf 10 bis 13 Grad Celsius abgesenkt werden. Für Dendrobium phalaenopsis sind etwas höhere Nachttemperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius optimal.

Diese Temperaturabsenkung lässt sich am besten erreichen, wenn Sie die Orchideen im Sommer an einem geschützten, aber hellen Standort im Freien platzieren. Die natürlichen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Freien fördern die Knospenbildung. Wichtig ist hierbei, dass die Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Regen geschützt stehen.

Richtiges Gießen in der Wachstumsphase

Während der Wachstumsphase, die vom Frühjahr bis zum Herbst dauert, ist eine regelmäßige und gleichmäßige Wasserversorgung der Dendrobium-Orchideen entscheidend. Gießen Sie reichlich, aber lassen Sie das Substrat zwischen den Wassergaben immer wieder antrocknen. Es darf weder zur Staunässe noch zum vollständigen Austrocknen des Substrats kommen, da beides den Pflanzen schadet.

Durchdringendes Gießen bedeutet, dass das Substrat vollständig durchfeuchtet wird. Lassen Sie überschüssiges Wasser nach einigen Minuten ablaufen, um Staunässe zu vermeiden. Das Substrat sollte vor der nächsten Wassergabe antrocknen, jedoch nicht vollständig austrocknen. Je höher die Temperatur, desto häufiger sollten Sie gießen. Eine wöchentliche Tauchmethode hat sich ebenfalls bewährt: Tauchen Sie die Pflanze für etwa 10–15 Minuten in Wasser und lassen Sie sie anschließend gut abtropfen. Bei Bedarf können Sie die Pflanzen zusätzlich täglich mit kalkarmem Wasser besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Eine ausgewogene Wasserversorgung trägt maßgeblich zur Bildung neuer Triebe und später auch zur Blütenbildung bei.

Düngen während der Wachstumsphase

Während der Wachstumsphase von Dendrobium-Orchideen, die von Frühling bis Herbst anhält, ist eine ausgewogene Düngung von entscheidender Bedeutung. Verwenden Sie einen speziellen Orchideendünger, der auf den geringen Nährstoffbedarf dieser Pflanzen abgestimmt ist. Ein solcher Dünger enthält die notwendigen Makro- und Mikronährstoffe, die das Pflanzenwachstum fördern, ohne die empfindlichen Wurzeln zu schädigen.

Düngen Sie die Orchideen alle drei bis vier Wochen. Es hat sich bewährt, den Dünger in der angegebenen Konzentration zu verwenden und diesen bei jedem dritten Gießen einzusetzen. Sobald die neuen Triebe eine Länge von circa 20 Zentimetern erreicht haben, sollte die Düngung eingestellt werden. Da Dendrobium-Orchideen salzempfindlich sind, ist es ratsam, den Dünger sparsam zu verwenden. Spülen Sie das Substrat regelmäßig mit klarem Wasser durch, um angesammelte Salze zu entfernen. Nach der Wachstumsphase während der Ruhephase sollte keine Düngung erfolgen, um die Blütenentwicklung zu unterstützen.

Luftfeuchtigkeit und Schädlingsbefall

Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ist für die Gesundheit Ihrer Dendrobium-Orchideen essenziell. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Heizungsluft oft sehr trocken ist, können Ihre Pflanzen anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben, Woll- und Schildläuse werden. Diese Schädlinge bevorzugen trockene Bedingungen und können erhebliche Schäden an den Orchideen verursachen.

Um dem vorzubeugen, sorgen Sie stets für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Pflanzen regelmäßig mit kalkarmem, zimmerwarmem Wasser. Elektrische Luftbefeuchter können in Räumen mit sehr trockener Luft Abhilfe schaffen. Stellen Sie wassergefüllte Schalen in die Nähe der Pflanzen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Gruppieren Sie Ihre Orchideen und andere Zimmerpflanzen dicht zusammen, um ein feuchteres Mikroklima rund um die Pflanzen zu schaffen.

Sollte es doch zu einem Schädlingsbefall kommen, können Sie Ihre Orchideen mit speziellen Spritzmitteln behandeln, um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen. Bei den ersten Anzeichen von Schädlingen sollten Sie schnell reagieren, um die Ausbreitung zu verhindern und die Gesundheit Ihrer Pflanzen sicherzustellen.

Umgang mit alten Bulben

Dendrobium-Orchideen bilden Pseudobulben aus, die als Nähr- und Wasserspeicher fungieren. Im Laufe der Zeit können diese jedoch altern, schrumpeln und vertrocknen. Es ist wichtig, alte Pseudobulben erst dann zu entfernen, wenn sie vollständig vertrocknet sind. Da aus diesen verdickten Sprossachsen weitere Triebe wachsen können, sollte das Abschneiden nicht unmittelbar nach der Blüte erfolgen.

Wenn Sie alte Bulben entfernen möchten, empfehlen wir, dies mit einem Umtopfen der Orchidee zu kombinieren, idealerweise im zeitigen Frühjahr. Gießen Sie die Orchidee am Vortag gründlich, um das Substrat aufzuweichen. Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und entfernen Sie das alte Substrat, um die Wurzeln freizulegen. Schneiden Sie die vertrockneten Pseudobulben und eventuell abgestorbene Luftwurzeln mit einem desinfizierten Skalpell ab. Bestäuben Sie die Schnittstellen mit Zimt oder Holzkohlepulver, um Infektionen vorzubeugen. Setzen Sie die Orchidee in einen sauberen Kulturtopf mit einer Drainageschicht aus Blähton und füllen Sie diesen mit frischem Orchideensubstrat auf.

Indem Sie alten und vertrockneten Bulben regelmäßig entfernen, fördern Sie die Gesundheit und Blütenproduktion Ihrer Dendrobium-Orchidee nachhaltig.

Umtopfen von Dendrobium-Orchideen

Das Umtopfen von Dendrobium-Orchideen sollte idealerweise im Frühjahr erfolgen, nach der Blütezeit. Bereiten Sie die Orchidee vor, indem Sie sie am Vortag gründlich wässern, um das Substrat aufzuweichen und die Wurzeln zu schonen. Nehmen Sie die Orchidee vorsichtig aus dem Topf und entfernen Sie das alte Substrat behutsam. Schneiden Sie vertrocknete und beschädigte Wurzeln sowie alte Pseudobulben mit einer desinfizierten Schere oder einem Skalpell ab. Bestäuben Sie die Schnittstellen mit Zimt oder Holzkohlepulver, um Infektionen vorzubeugen.

Wählen Sie einen neuen Topf, der nur ein bis zwei Zentimeter größer ist als der alte. Geben Sie eine Drainageschicht aus Blähton in den neuen Topf, um Staunässe zu verhindern. Fügen Sie anschließend eine dünne Schicht Orchideensubstrat hinzu. Setzen Sie die Orchidee in den vorbereiteten Topf und füllen Sie diesen nach und nach mit dem Substrat auf, wobei Sie den Topf leicht bewegen, damit sich das Substrat gut zwischen den Wurzeln verteilt. Klopfen Sie den Topf leicht auf die Arbeitsfläche, um das Substrat zu verdichten.

Nach dem Umtopfen sollten Sie die Orchidee für etwa fünf Tage nicht gießen. Stattdessen können Sie die Blätter leicht mit kalkarmem Wasser besprühen. Platzieren Sie die Orchidee an einem hellen Standort, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Bilder: boophuket / iStockphoto