Oleander – Pflege, Schneiden, Überwintern und Vermehren

Der auch als Rosenlorbeer bezeichnete Oleander (Nerium oleander) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber auch im Nahen und Mittlerem Osten sowie in China und Indien weit verbreitet. Der immergrüne, sehr üppig blühende und verholzende Strauch kann bis zu drei Meter hoch werden. In Deutschland ist die aus der Familie der Hundsgiftgewächse stammende Pflanze nicht winterhart und kann daher nur in großen Kübeln kultiviert werden. In der nachfolgenden Pflegeanleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Oleander zu einer langanhaltenden Blüte bringen.

Oleander im Garten
Der Oleander ist mediterranes Klima gewöhnt
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Welchen Standort bevorzugt Oleander?

Das an ein mediterranes Klima gewöhnte Gewächs bevorzugt einen vollsonnigen und warmen Standort, der möglichst frei von Zugluft ist. Vor allem Sorten mit gefüllten Blüten sollten vor Regen geschützt werden (z. B. indem Sie die Pflanzen im Falle des Falles unter einen Dachvorsprung verräumen), da sich sonst sehr leicht Pilzkrankheiten entwickeln können.

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Kann ich Oleander auch in den Garten pflanzen?

Oleander ist nur bis maximal minus fünf Grad Celsius winterhart und sollte daher nach Möglichkeit nur in milden Regionen sowie mit einem ausreichenden Schutz in den Garten ausgepflanzt werden. Das Gehölz lässt sich jedoch sehr gut in großen Kübeln kultivieren.

Welches Substrat benötigt Oleander?

Die Pflanze hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf und benötigt daher ein nährstoffreiches, durchlässiges Substrat wie Blumen- oder Gartenerde, die Sie zusätzlich noch mit Humuserde aufwerten können. Junger Oleander sollte einmal jährlich, ältere Exemplare mindestens alle fünf Jahre umgetopft werden, wobei ein vollständiger Austausch des Substrates erfolgt.

Wie oft sollte ich einen Oleander gießen?

Insbesondere während der Hauptwachstumszeit in den heißen Sommermonaten sollten Sie Oleander zwei Mal täglich – morgens und abends – kräftig gießen. Dabei schadet es auch nicht, wenn Sie überschüssiges Wasser im Topfuntersetzer stehen lassen, denn die Pflanze hat einen immens hohen Wasserbedarf und wird auch dieses Wasser schnell aufbrauchen. Ist es nicht ganz so heiß, braucht die Pflanze natürlich nicht ganz so viel Wasser. Oleander darf nicht austrocknen, sollte aber auch nicht dauerhaft in großer Nässe stehen. Im Winter brauchen Sie dagegen nur selten und wenig zu gießen.

Wann und womit ist ein Oleander zu düngen

Aufgrund des hohen Nährstoffbedarfs sollte Oleander in der Vegetationsperiode ein bis zwei Mal pro Woche mit einem guten Blühpflanzendünger versorgt werden.

Wie stark darf man einen Oleander schneiden?

Im Grunde muss Oleander nicht zurückgeschnitten werden, denn der Strauch verzweigt auch von allein sehr gut. Falls die Pflanze zu groß wird, sollten Sie mit dem Rückschnitt bis nach der ersten Blüte warten – im Herbst oder im Frühjahr zurückgeschnittene Oleander bilden nämlich in dieser bzw. der folgenden Saison keine Blüten mehr aus. Um die Ausbildung von Blüten anzuregen, können Sie jedoch Verblühtes vorsichtig auszupfen.

Mein Oleander bekommt gelbe Blätter. Was ist die Ursache?

Aufgehellte bis gelbe Blätter deuten bei Oleander oft auf einen Nährstoffmangel hin, beispielsweise aufgrund einer mangelnden Düngung. Allerdings kann auch das Substrat ungeeignet sein bzw. einen falschen pH-Wert aufweisen. Topfen Sie die betroffene Pflanze in frisches Substrat um, geben Sie gegebenenfalls etwas Gartenkalk (9,95€ bei Amazon*) hinzu und / oder gießen Sie bevorzugt mit kalkhaltigem Wasser. Sollten die gelben Blätter jedoch nicht massenhaft, sondern nur vereinzelt auftreten, so wirft ein ansonsten gesunder Oleander lediglich altes Laub ab.

Bei meinem Oleander werden die Blätter braun. Warum?

Braune Flecken an den Blättern bzw. braune Blattränder sind häufig das Resultat eines Sonnenbrands, der etwa nach dem Ausräumen aus dem Winterquartier infolge einer ungenügenden Gewöhnung an die Sonne entsteht. Oleander sollte langsam und allmählich wieder an einen Standort in der vollen Sonne gewöhnt, jedoch nicht sofort in die pralle Sonne gestellt werden.

Welche Schädlinge suchen den Oleander besonders häufig heim?

Vor allem Spinnmilben, Thripse und Schildläuse suchen den Strauch mit den ledrigen Blättern oft heim. Bei diesen Schädlingen brauchen Sie jedoch nicht gleich zur Giftspritze greifen, denn biologische (und selbst herzustellende) Gegenmittel schlagen oft sehr gut an.

Welche Krankheiten können beim Oleander noch auftreten?

Insbesondere nicht ausreichend gedüngter und damit geschwächter Oleander erkrankt oft an Oleanderkrebs, der durch das Bakterium Pseudomonas ausgelöst wird und sich vornehmlich durch bräunliche Wucherungen an den Trieben zeigt. Gegen diese Krankheit hilft nur ein kräftiger Rückschnitt bis ins gesunde Holz.

Wie lässt sich Oleander selbst vermehren?

Oleanderstecklinge lassen sich prima in einem Glas mit Wasser bewurzeln und, sobald die Wurzeln kräftig genug sind, in einen Topf mit Erde einpflanzen. Schneiden Sie entsprechende Triebe möglichst im Frühjahr bzw. im Frühsommer. Des Weiteren ist eine Vermehrung über selbst gesammelte oder gekaufte Samen möglich.

Auf welche Weise sollte man Oleander überwintern?

Oleander sollte in einem hellen und frostfreien Winterquartier bei etwa fünf Grad Celsius überwintern.

Tipps

So schön der blühende Strauch auch aussieht: Alle Teile des Oleanders sind stark giftig! Halten Sie Kinder und Haustiere also besser von der Pflanze fern.


Text: Ines Jachomowski

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