Im Kräutergarten richtig säen und pflanzen

Viele gängige Kräuterarten lassen sich heute aus jedem Supermarkt ganzjährig mit nach Hause nehmen. Allerdings sind diese Pflanzen in Gewächshäusern für ein kurzes Leben auf der Fensterbank herangezogen worden und nicht genug für ein Leben im Garten abgehärtet. Wer Kräuter für die Weiterkultur im Freien erstehen möchte, sollte die Jungpflanzen besser in der Gärtnerei holen.

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Kräuter können daheim vorgezogen und im Frühjahr ausgepflanzt werden

Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für Kräuter

Kräuter sollten möglichst im Frühjahr ins Freie gepflanzt werden. Die meisten Arten sind bezüglich Kälte etwas empfindsam, zumal sie oft in eher wärmeverwöhnten Regionen herangezogen wurden. Für diese ist ein Pflanztermin nach den Eisheiligen am besten geeignet. Robuste mehrjährige Arten wie Minzen oder Wermut können Sie aber auch im Herbst, möglichst zwischen Mitte September bis Mitte Oktober, pflanzen.

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Allerdings zieht man viele Kräuterarten am besten selbst über die Aussaat an. Alle ein- und zweijährigen Arten lassen sich ohnehin nur auf diese Weise vermehren. Robuste, kälteunempfindliche Sorten können Sie im Frühjahr direkt an ihrem endgültigen Standort ins Gartenbeet säen. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat hängt dabei einerseits von der Kräuterart ab, andererseits aber auch von den Klimabedingungen Ihrer Region. Er liegt in der Regel zwischen Ende März und Ende Mai. Bereiten Sie das Beet sorgfältig vor, indem Sie den Boden lockern und eventuell aufbessern, Unkräuter entfernen und die Oberfläche glätten. Streuen Sie die feinen Samen nicht zu dicht, sonst müssen Sie die Sämlinge nach dem Auflaufen noch ausdünnen.

Empfindliche Kräuter auf der Fensterbank vorziehen

Empfindliche Kräuterarten sollten dagegen ab Februar auf der Fensterbank im Haus vorgezogen werden. Verwenden Sie als Substrat Aussaat- und Kräutererde und sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit, indem Sie die Gefäße mit Plastikhauben oder Folie abdecken. Stellen Sie die Aussaat an ein helles, warmes Fenster und halten Sie sie stets gleichmäßig feucht. Sobald sich nach den Keimblättern die ersten richtigen Blätter gebildet haben, muss man die Sämlinge in größere Töpfchen vereinzeln. Jetzt brauchen Sie die Pflanzen auch nicht mehr abdecken, sondern können sie stattdessen langsam an frische Luft und Außentemperaturen gewöhnen.

Jungpflanzen ins Kräuterbeet setzen

Ins Freiland werden die jungen Pflänzchen erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, gepflanzt. Lockern Sie den Boden mindestens spatentief auf und entfernen Sie alle Unkräuter. Legen Sie die Pflänzchen nach diesen vorbereitenden Maßnahmen auf dem Beet aus, um die richtigen Abstände kontrollieren zu können. Heben Sie das Pflanzloch so aus, dass rings um den Wurzelballen noch rund zwei bis drei Zentimeter Platz verbleiben. Führen Sie nun noch gegebenenfalls einige Bodenverbesserungen durch. Anschließend halten Sie die Pflanzen hinein, füllen die Erde wieder auf und drücken den Ballen mit den Fingern an. Zuletzt gießen Sie reichlich an, damit die Wurzeln leichter anwachsen können.

Tipps

Die Pflanzen dürfen im Beet nicht tiefer stehen als im Topf, sonst kümmern sie oft und wollen nicht so recht gedeihen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Geshas/Shutterstock

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