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Kompott einkochen: Schonende Konservierung von Früchten

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Eingekochtes Kompott ist ein Genuss, der den Geschmack des Sommers konserviert. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das Einkochen und Heißabfüllen, um Ihr eigenes Obst haltbar zu machen.

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Kompott ist ganz einfach selbst zu machen

Einkochen oder Heißabfüllen – zwei Methoden der Haltbarmachung

Beim Einkochen und Heißabfüllen von Obst handelt es sich um zwei bewährte Methoden der Konservierung. Beide Verfahren nutzen Hitze, um Keime abzutöten und das Obst länger haltbar zu machen. Die Wahl der Methode hängt von der Obstsorte und der gewünschten Konsistenz des Kompotts ab.

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Heißabfüllen – für robustes Obst

Das Heißabfüllen eignet sich besonders für Obstsorten, die beim Kochen ihre Form behalten, wie Kirschen, Beeren oder Weintrauben. Die Früchte werden mit Wasser und Zucker aufgekocht, anschließend heiß in sterile Gläser gefüllt und sofort verschlossen. Beim Abkühlen entsteht im Glas ein Vakuum, das das Kompott mehrere Monate haltbar macht.

Einkochen im Backofen – für empfindliches Obst

Empfindliche Obstsorten, die beim Kochen leicht zerfallen, wie Pflaumen, Aprikosen oder Pfirsiche, werden am besten im Backofen eingekocht. Dazu wird das Obst roh in sterile Gläser gefüllt, mit Zuckerwasser aufgegossen und im Wasserbad bei etwa 150°C für eine Stunde gegart. Die Gläser dann im ausgeschalteten Backofen langsam abkühlen lassen.

Welche Obstsorten eignen sich zum Einkochen?

Viele Obstsorten eignen sich hervorragend zum Einkochen. Besonders beliebt sind:

  • Äpfel: Zum Beispiel Sorten wie Boskoop, Elstar und Braeburn
  • Birnen: In Stücke geschnitten oder geviertelt
  • Pflaumen und Zwetschgen: Besonders Hauszwetschge, Mirabelle und Reneklode
  • Kirschen: Süß- und Sauerkirschen
  • Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren

Auch exotischere Früchte wie Mango und Ananas sowie säuerliche Sorten wie Rhabarber sind gut geeignet. Diese Obstsorten bieten durch ihren natürlichen Säure- oder Zuckergehalt eine gute Basis für köstliches Kompott.

Vorbereitungen – Gläser, Obst und Zubehör

Bevor es ans Einkochen geht, sind einige Vorbereitungen zu treffen.

Gläser und Deckel sterilisieren

Die Gläser und Deckel müssen absolut sauber und steril sein, um das Kompott sicher haltbar zu machen. Dazu werden die Gläser und Deckel gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und anschließend für mindestens zehn Minuten in kochendem Wasser sterilisiert oder alternativ zehn Minuten im Backofen bei 140°C erhitzt. Deckel und Gummiringe können auch drei Minuten lang in Essigwasser ausgekocht werden.

Obst waschen und vorbereiten

Das Obst wird gründlich gewaschen, Stiele und Kerngehäuse entfernt sowie je nach Obstsorte in kleine Stücke geschnitten oder entsteint. Es empfiehlt sich, Druckstellen und beschädigte Teile zu entfernen, um die Qualität des Kompotts zu gewährleisten. Je nach Obstsorte kann es sinnvoll sein, größere Stücke vor dem Einkochen kurz zu dünsten.

Zusätzliches Zubehör

Für das Einkochen werden einige nützliche Utensilien benötigt:

  • Ein großer Topf
  • Ein Schöpfer
  • Ein Trichter mit großer Öffnung
  • Einkochtopf oder ein tiefes Backblech
  • Ggf. ein Kirschentkerner oder ein Sparschäler

Diese Werkzeuge helfen dabei, den Einkochprozess effizient und sauber zu gestalten.

Kompott einkochen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die genauen Schritte beim Einkochen variieren je nach gewählter Methode und Obstsorte. Hier eine allgemeine Anleitung:

Heißabfüllen

  1. Obst vorbereiten: Obst gründlich waschen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Sud zubereiten: Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen. Optional Gewürze wie Zimt oder Vanille hinzufügen.
  3. Obst aufkochen: Obst zum Sud geben und kurz aufkochen lassen, bis es leicht weich ist.
  4. Kompott abfüllen: Heißes Kompott mittels eines Schöpflöffels in sterile Gläser füllen und sofort verschließen.
  5. Abkühlen lassen: Gläser auf ein Küchentuch stellen und vollständig abkühlen lassen.

Einkochen im Backofen

  1. Obst vorbereiten: Obst gründlich waschen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Gläser befüllen: Obst in die vorbereiteten, sterilen Gläser schichten und nach Belieben Zucker hinzufügen.
  3. Wasserbad vorbereiten: Ein tiefes Backblech mit etwa 2-3 cm Wasser füllen und die Gläser daraufstellen.
  4. Im Backofen einkochen: Verschlossene Gläser bei 150°C Umluft für etwa eine Stunde einkochen.
  5. Abkühlen lassen: Gläser im ausgeschalteten Backofen langsam abkühlen lassen.

Tipps und Tricks für perfektes Kompott

  • Zuckermenge: Die Zuckermenge kann nach Geschmack variiert werden. Für säuerliches Obst ist etwas mehr Zucker ratsam, während bei süßem Obst weniger Zucker erforderlich ist. Alternativ können auch Süßstoffe verwendet werden.
  • Gewürze: Gewürze wie Zimt, Vanille, Nelken oder Zitronenschale verleihen dem Kompott eine besonders aromatische Note. Experimentieren Sie mit Gewürzen für neue, spannende Geschmacksrichtungen.
  • Vakuumkontrolle: Nach dem Abkühlen sollte der Deckel sich nach innen wölben, was auf ein entstandenes Vakuum hinweist. Fehlt diese Wölbung, ist das Kompott nicht ausreichend haltbar und sollte schnell verbraucht oder erneut eingekocht werden.
  • Lagerung: Eingekochtes Kompott sollte kühl, dunkel und trocken gelagert werden, idealerweise in einem kühlen Keller oder einer Speisekammer. So behält es lange seine Qualität.
  • Haltbarkeit: Richtig eingekochtes und vakuumversiegeltes Kompott kann bis zu einem Jahr oder länger haltbar sein. Regelmäßige Kontrolle der Gläser auf Undichtigkeiten oder Schimmelbildung ist dennoch ratsam.
Bilder: gkrphoto / Shutterstock