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Verblühtes kann jederzeit entfernt werden

Hibiskus draußen und drinnen richtig schneiden – Tutorial mit allen Schnittarten

Hibiskus ist ein exotischer Blütentraum mit WOW-Effekt für Beet, Balkon und Wohnräume. Seine formschöne Gestalt bildet der opulente Zierstrauch auch ohne Schnitt. Das furiose Blütenfestival zelebriert Ihr Eibisch erst dann in glamouröser Vollendung, wenn Sie einmal jährlich zur Schere greifen. Dieses Tutorial erklärt, wann und wie Sie Hibiskus im Garten und als Zimmerpflanze richtig schneiden.

Warum ist die Schnittpflege obligat? – Schnittarten und Termine

Im Beet, auf dem Balkon und hinter Glas residieren Hibiskus-Arten als opulente Sommerblüher. Ihre bis zu 20 Zentimeter großen Blüten erstrahlen an diesjährigen Trieben, die den gerüstbildenden Bodentrieben entspringen. Ohne einen regelmäßigen Schnitt verkümmert das Blütenholz zu kurzen Seitentrieben mit wenigen Blüten, die innerhalb von 4 Wochen erschöpft verwelken. Mit einem kräftigen Rückschnitt ebnen Sie jungen Trieben den Weg zum Licht. Es ist schließlich das diesjährige Holz, an dem sich vom Sommer bis zum Spätherbst unablässig wunderschöne Hibiskusblüten in Szene setzen.

Folglich avanciert Hibiskus im Beet und Wohnräumen zum malerischen Dauerblüher, wenn Sie ihn fachkundig schneiden. Die Anlässe für den Schnitt erstrecken sich von der Erziehung als Strauch oder Hochstämmchen über die Erhaltung und Auslichtung bis hin zur Verjüngung. Die folgende Tabelle stellt Ihnen in Kurzfassung alle optionalen Schnittarten mit Terminen vor:

Schnittart/Anlass bester Termin
Pflanzschnitt Garten-Hibiskus nach der Pflanzung
Aufbauschnitt Strauchgerüst Februar bis Anfang März
Erhaltungsschnitt (draußen und drinnen) Februar bis Anfang März
Verjüngungsschnitt November bis Februar
Heckenschnitt Februar bis Anfang März
Erziehungsschnitt Hochstämmchen Ende Februar/Anfang März

Pflanzschnitt kurbelt dichte Verzweigung an beim Garten-Hibiskus

Frisch aus der Baumschule kommt ein junger Garteneibisch mit einem Mitteltrieb und wenigen Seitenverzweigungen daher. Sie könnten es dabei belassen und dem weiteren Wachstum freien Lauf lassen. Der Gerüstaufbau mit solitärem Haupttrieb hat sich in der Gartenpraxis als nachteilig erwiesen. Kommt es an der Strauchbasis zu Beschädigungen oder einer vorzeitigen Vergreisung, ist der gesamte Hibiskusstrauch in Mitleidenschaft gezogen. Besser ist, Sie dirigieren das Wachstum in Richtung eines Gerüstes aus mehreren Bodentrieben, die das wertvolle Blütenholz tragen. Der Ausfall eines Gerüsttriebes hat dann keine gravierenden Auswirkungen auf Vitalität und Blühfreudigkeit. So gelingt der perfekte Pflanzschnitt:

  • Bester Zeitpunkt ist im unmittelbaren Anschluss an die Pflanzung
  • Beim Erwerb eines blühenden Hibiskus den Schnitt im folgenden Frühjahr nachholen
  • Vorab alle kümmerlichen und beschädigten Zweige abschneiden
  • Verbliebene Triebe um die Hälfte bis zwei Drittel zurückschneiden
  • Schere 3 oder 4 Millimeter über einem Auge ansetzen

Für eine dekorative Strauchform ist es vorteilhaft, wenn Sie den Bodentrieb im Zentrum ein stückweit länger belassen, als die übrigen Triebe. Garteneibisch entwickelt von Natur aus eine spindelförmige Silhouette mit leicht erhöhtem Zentrum. Diese Form ist in späteren Jahren einfach zu erhalten und trägt ein dichtes Blütenkleid auch dann, wenn für die Schnittpflege einmal keine Zeit übrig blieb.

Hintergrund

Wachstumsgesetz enthüllt Geheimnis vitaler Verzweigung nach einem Pflanzschnitt

Einsteiger in den Hibiskus-Schnitt sind oft verwundert, dass die Reaktion des Strauchs auf den Pflanzschnitt so sicher zu prognostizieren ist. In der Tat resultiert die kräftige Verzweigung an der Strauchbasis auf dem praxiserprobten Wachstumsgesetz der Spitzenförderung. Die Gesetzmäßigkeit besagt, dass Ihr Hibiskus das Gros seiner Reservestoffe in die Spitzenknospen pumpt, um das Wachstum zum Licht anzukurbeln. Tiefer gelegene Knospen müssen sich mit deutlich weniger Nährstoffen begnügen. Je weiter entfernt die Position von der Triebspitze, desto geringer der Saftdruck und das Wachstum. Beim Pflanzschnitt werden die Haupt-Nutznießer vom Saftfluss kurzerhand abgeschnitten. Daraufhin verteilen sich die Reservestoffe auf die unteren Knospen, die postwendend kräftig austreiben. Der Effekt wirkt sich dauerhaft auf eine dichte Verzweigung am Strauchansatz aus und kann bei späteren Schnittarten nicht nachgeholt werden, mit Ausnahme eines Verjüngungsschnitts.

Harmonische Wuchsform dank Aufbauschnitt – Anleitung für Garteneibisch

Im Februar des zweiten Standjahres widmet sich die Schnittpflege dem weiteren Aufbau der Gerüsttriebe. Wie untenstehende Abbildung illustriert, zielt ein alljährlicher Schnitt ab auf die Erziehung von 5 bis 7 kräftigen Bodentrieben, von denen sich 4 oder 6 um einen leicht erhöhten Mitteltrieb versammeln. Aus den Knospen entlang der Bodentriebe sprießen später die jungen Seitenzweige, an denen sich die ersehnten Blütenknospen in den Blattachseln bilden. So schneiden Sie mit gärtnerischen Sachverstand:

  • Bester Zeitpunkt ist im Februar und März, rechtzeitig vor Austriebsbeginn
  • Alle Bodentriebe entfernen, die nicht zu den 5 bis 7 Gerüsttrieben gehören
  • Anschließend an jedem Gerüsttrieb die Hälfte oder ein Drittel vom vorjährigen Zuwachs abschneiden
  • Den mittleren Gerüsttrieb 10 bis 15 Zentimeter höher lassen für eine dekorative Kuppelform
  • Zuletzt alle Seitentriebe entlang der Bodentriebe zurückschneiden auf 5 Zentimeter

Die Dauer der Aufbauphase hängt davon ab, welche Endhöhe Sie anstreben. In Anbetracht eines gemächlichen Wachstums, ziehen mehrere Jahre ins Land, bis ein Garteneibisch sich zu einem stattlichen Strauch entwickelt hat. Auf dem Weg dorthin dürfen Sie sich von Jahr zu Jahr über eine zunehmende Blütenfülle freuen. Voraussetzung ist der konsequente Rückschnitt aller abgeblühten Seitenverzweigungen, um einen erneuten Austrieb hervorzulocken.

Hibiskus schneiden

Mit einem Gerüst aus 5 bis 7 Bodentrieben ist Ihr Garteneibisch gut aufgestellt für eine blütenreiche Zukunft. Idealerweise verteilen sich 4 bis 6 Gerüsttriebe um einen höheren Mitteltrieb. Den Bodentrieben entspringt alljährlich das wertvolle Blütenholz.

Anleitung für den Erhaltungsschnitt – so geht’s draußen und drinnen

Die Überleitung vom Aufbau in die Erhaltung erfolgt, wenn Ihr winterharter Hibiskusstrauch im Garten die erwünscht Höhe erreicht hat. Immergrünen, frostempfindlichen Zimmer-Hibiskus bietet der Fachhandel in der Regel mit fertig aufbautem Gerüst an. Ergo nimmt am Roseneibisch die Schnittpflege mit einem alljährlichen Erhaltungsschnitt ihren Anfang. Die folgende Vorgehensweise hat sich für die Erhaltung aller Hibiskus-Arten draußen und drinnen als vorteilhaft erwiesen:

  • Bester Zeitpunkt ist im Februar/März
  • Vorweg Totholz und nach innen gerichtete Äste auslichten
  • Von zwei sehr eng nebeneinander stehenden Trieben den schwächeren entfernen
  • An Gerüsttrieben mit erreichter Endhöhe den vorjährigen Zuwachs zurückschneiden
  • Zu lange Bodentriebe ableiten auf einen jungen, tiefer stehenden Seitenzweig
  • Zuletzt alle abgeblühten Seitenzweige kräftig einkürzen
  • Seitenzweige außen auf 5 cm, Seitenzweige innen auf 10 cm zurückschneiden

Zum Zeitpunkt des Erhaltungsschnitts steht Ihr Garteneibisch laublos da. Wählen Sie die Schnittpunkte jeweils 0,5 Zentimeter oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe. Das übt einen Impuls auf den Vegetationspunkt aus, damit er zügig austreibt. Am immergrünen Zimmer-Hibiskus erfolgt der Schnitt in kurzer Distanz zu einem Blatt oder Blattknoten. Es ist kein Grund zur Sorge, wenn der Erhaltungsschnitt Ihren Garten-Hibiskus als nacktes Gerüst aus Bodentrieben mit kurzen Seitentrieben hinterlässt. Dank dieser Schnittführung kommt es an den Knospen unterhalb der Schnittpunkte zu einem Saftstau, der das wertvolle Blütenholz rasant wachsen lässt.

Hibiskus schneiden

Der Erhaltungsschnitt zielt ab auf Form und Blütenreichtum. Totholz wird ausgelichtet, ungünstig stehende Gerüsttriebe korrigiert und die abgeblühten Triebe auf kurze Zapfen verkürzt.

Hintergrund

Lücken im Strauch vermeiden durch Ableitungsschnitt

Gehört die Schnitt-Technik der Ableitung zum gärtnerischen Repertoire, bewahren Garten-Hibiskus und Roseneibisch nach dem Schnitt eine harmonische, lückenlose Silhouette. Die Kunst der speziellen Schnittführung beruht darin, dass Sie einen alten, überflüssigen Ast nicht einfach irgendwo abschneiden. Wählen Sie als Schnittpunkt eine Gabelung von altem und jungem Holz. Kurz hinter dieser Gabelung schneiden Sie den ausgedienten Ast ab. Fortan fungiert der junge Seitentrieb als neuer Leittrieb, ohne dass im Erscheinungsbild über eine störende Lücke zu klagen ist.

Hibiskus erfolgreich revitalisieren – Anleitung Verjüngungsschnitt

Ein alljährlicher Erhaltungsschnitt kann nicht verhindern, dass am älteren Hibiskus der eine oder andere Gerüsttrieb vergreist. Primär betroffen sind Gartensträucher, weil deren Winterhärte mit zunehmendem Alter abnimmt. Jetzt kommt Ihnen zugute, wenn Sie der Empfehlung dieses Tutorials folgen, Garteneibisch mit einem Gerüst aus mehreren Bodentrieben zu erziehen. Die Revitalisierung gelingt durch die Entfernung eines alten Bodentriebs, den Aufbau eines jungen Nachfolgers in Verbindung mit der Verjüngung der übrigen Gerüsttriebe. So schneiden Sie vorbildlich:

  • Bester Zeitpunkt ist im Winter zwischen November und Februar
  • Den oder die vergreisten Gerüsttriebe absägen bis auf kurze Zapfen von 5 Zentimetern
  • Als Ersatz eine entsprechende Anzahl neuer Bodentriebe auswählen
  • Übrige Konkurrenztriebe zum Gerüst auf 5 Zentimeter auslichten
  • Verbliebene Gerüsttriebe ableiten auf einen vitalen, weiter unten positionierten Seitentrieb

Wie untenstehende Abbildung verdeutlicht, widmen Sie sich zuerst der Verjüngung der gerüstbildenden Bodentriebe. Im letzten Schritt kürzen Sie die abgeblühten Seitenzweige aus dem Vorjahr auf 2 Augen ein. Dank dieser Vorgehensweise resultiert am Hibiskus ein Verjüngungsschnitt nicht im Totalausfall der diesjährigen Blüte. Lediglich eine Reduzierung der Blütenzahl ist zu erwarten, bis die jungen Gerüsttriebe einen Aufbau durchlaufen haben, wie es im obigen Teil des Tutorials nachzulesen ist.

Vernachlässigte Schnittpflege und fortschreitendes Alter werden behoben durch einem radikalen Verjüngungsschnitt. Vergreiste Bodentriebe schneiden Sie auf kurze Zapfen zurück, die im Sommer eintrocknen. Übrige Gerüsttriebe leiten Sie ab auf einen tiefer stehenden Seitentrieb, der auf 5 bis 10 Zentimeter zurückgeschnitten wird.

Exkurs

Für jede Schnittart das richtige Werkzeug – darauf sollten Sie achten

Liegt das richtige Werkzeug griffbereit, gelingt am Hibiskus jede Schnittart mühelos. Für die Schnittpflege von Trieben bis zu einer Stärke von 2 Zentimetern eignet sich die Einhand-Gartenschere, wahlweise für Links- oder Rechtshänder sowie als Bypass- oder Amboss-Modell. Damit Sie dicke Äste mit 2 bis 4 Zentimetern Durchmesser glatt abschneiden, bietet sich die Zweihand-Astschere an. Widmen Sie sich im Rahmen der Verjüngung kräftigen Gerüsttrieben mit mehr als 4 Zentimetern Stärke, wird der Schnitt mit der Japansäge oder Klappsäge zum Kinderspiel. Sparsamkeit ist beim Kauf von Schneidwerkzeug fehl am Platz. Hochwertige Markenprodukte lassen Sie selbst nach Jahren nicht im Stich. Fernerhin sind Scheren und Sägen in Premium-Qualität einfach auseinander zu nehmen für wichtige Pflegearbeiten.

Hibiskus-Hecke richtig schneiden – Anleitung Heckenschnitt

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 250 Zentimetern eignen sich winterharter, schnittverträglicher Garteneibisch und seine farbenprächtigen Sorten ausgezeichnet für die malerische Blütenhecke. Damit die Sträucher den erwünschten Sichtschutzfaktor bieten, erfährt der Erhaltungsschnitt eine leichte Modifikation.

Lichten Sie zunächst die Heckensträucher gründlich aus für ein lichtdurchflutetes und dicht beblättertes Wachstum. Daran anschließend kürzen Sie ein Drittel der abgeblühten Vorjahrestriebe auf 2 Knospen ein. Ein weiteres Drittel schneiden Sie um die Hälfte zurück. Das letzte Drittel bleibt wahlweise ungeschnitten oder wird an den Triebspitzen geschnitten, die aus der Heckenform ragen. Ein leichter Pflegeschnitt im Juni entfernt bei Bedarf vorwitzige Äste, wenn sie das akkurate Erscheinungsbild stören.

Ziel der moderateren Vorgehensweise ist ein Kompromiss zwischen Blütenreichtum und Sichtschutz-Funktion. Pflanz-, Aufbau- und Verjüngungsschnitt können vom Solitär auf die Hibiskus-Hecke unverändert übertragen werden.

Hibiskus zum Hochstämmchen erziehen – so geht es in 4 Schritten

In der Kultivierung von Hibiskus gilt die Erziehung zum Hochstämmchen als Königsdisziplin. Mithilfe dieser Anleitung und einem reißfesten Geduldsfaden meistern Sie die Herausforderung mit Bravour. Ein robuster, winterharter Garteneibisch (Hibiscus syriacus) eignet sich perfekt, um im Beet und Kübel als elegantes Hochstämmchen neidische Blicke über den Gartenzaun einzufangen. Greifen Sie hier zu Sorten, wie ‚Ultramarine‘ oder ‚Hamabo‘, die mit jährlichen 15 bis 30 Zentimeter schneller wachsen, als Wildarten. Alle 4 Schritte der Erziehung werden im Folgenden näher erläutert.

Pflanzschnitt fokussiert auf Stammbildung – Erster Schritt

Mit dem Pflanzschnitt nimmt die Erziehung zum Hochstämmchen ihren Anfang. In Verbindung mit der Pflanzung oder im Februar des folgenden Jahres schneiden Sie die seitlichen Verzweigungen des Mitteltriebs ab. Wie untenstehende Abbildung demonstriert, setzen Sie die Schere über dem zweiten oder dritten Auge an. Der Hauptstamm wird nicht geschnitten, weil er ohne seine Spitzenknospe die erwünschte Höhe schwerlich erreichen wird.

Hibiskus schneiden Stamm

Wählen Sie bei der Pflanzung den kräftigsten Trieb zum zukünftigen Stamm. Seitenverzweigungen kürzen Sie auf 2 oder 3 Augen ein. Obacht: Schneiden Sie nicht die Spitze des Mitteltriebs.

Tipps

Sie können die Bildung eines stabilen Hauptstamms forcieren mit zwei weiteren Schnittmaßnahmen. In den ersten beiden Standjahren schneiden Sie im Mai und nochmals im Juli alle aus dem Stamm sprießenden Äste ab. Auf diese Weise fließt die gesamte Pflanzenenergie in das Höhen- und Dickenwachstum des Mitteltriebs.

Ein Jahr später – Zweiter Schritt

Nach Vollendung des ersten Standjahres folgt die zweite Etappe auf dem Weg zum eleganten Hibiskus-Hochstämmchen. Im Fokus stehen wiederum die seitlichen Verzweigungen. Werfen Sie bitte einen Blick auf untenstehende Abbildung. Darauf ist zu erkennen, dass der Schnitt über dem ersten Auge von unten angesetzt wird.

Sofern der zukünftige Stamm die gewünschte Höhe erreicht hat, begrenzen Sie nunmehr das weitere Höhenwachstum. Zählen Sie drei Knospen über der gewünschten Kronenhöhe ab. Dort schneiden Sie im Abstand von 0,5 Zentimetern über einer Knospe.

Hibiskus Rückschnitt

Schneiden Sie alle seitlichen Verzweigungen über dem ersten Auge ab. Befindet sich die Stammspitze mindestens 3 Knospen über der gewünschten Kronenhöhe, setzen Sie dort die Schere an.

Zwei Jahre später – Dritter Schritt

Zu Beginn des dritten Standjahres bestimmen Sie die vier kräftigsten Seitentriebe zu den Leitästen der Krone. Diese schneiden Sie über dem zweiten oder dritten Auge ab. Gezählt wird die Augenzahl vom Ansatz aus, an dem sich Leitast und Stamm gabeln. Alle übrigen Seitentriebe, die nicht Teil der Krone sind, schneiden Sie auf kurze Zapfen von 5 Zentimetern ab.

Hibikus Gehölzschnitt

Drei bis vier der kräftigsten Seitenäste bestimmen Sie zu Leitästen. Diese schneiden Sie im Februar auf zwei oder drei Knospen zurück, um die weitere Verzweigung zu forcieren. Alle anderen Seitentriebe müssen weichen.

Drei Jahre später – Vierter Schritt

Die dritte Etappe der Erziehung ist zugleich der Beginn der Erhaltungsphase. Abgeblühte Triebe des vergangenen Jahres entlang der Leitäste schneiden Sie auf 2 Knospen zurück. Ins Kroneninnere wachsende oder erkennbar kümmerliche Zweige entfernen Sie am Ansatz. Die Leitäste selbst kürzen Sie innerhalb des letztjährigen Zuwachses um die Hälfte ein, solange sie die gewünschte Endlänge noch nicht erreicht haben.

Hibiskus letzter Schnitt

Im letzten Schritt der Erziehung schneiden Sie an den Leitästen befindliche, abgeblühte Seitenzweige des Vorjahres auf zwei Knospen zurück. Nicht zur Krone gehörende Seitentriebe am Stamm werden entfernt.

Häufig gestellte Fragen

Ist Hibiskus giftig?

Hibiskus ist nicht giftig. Weder für Menschen noch für Tiere geht von der prächtigen Pflanze eine Gefahr aus. Im Gegenteil verzehren Chinesen mit Genuss seine Blätter, Blüten und Wurzeln. Die Pflanzenteile finden mannigfaltige Verwendung in der Naturheilkunde. In Europa dienen die Blüten als begehrte Zutat für einen aromatischen und heilsamen Tee. Vor diesem Hintergrund ist Hibiskus eine empfehlenswerte Zierpflanze für den Familienhaushalt.

Ich möchte meinen 10 Jahre alten Garten-Hibiskus umpflanzen. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Worauf ist zu achten?

Bester Zeitpunkt zum Umpflanzen ist nach dem Laubfall. Das Zeitfenster bleibt geöffnet bis Anfang/Mitte März. Stechen Sie den Ballen mit möglichst viel Wurzelvolumen aus. Wichtig: Fügen Sie keinen Dünger bei. Gedüngt wird ein Garteneibisch prinzipiell zwischen Ende März und Ende Juli. Da die Pflanze älter als 5 Jahre ist, empfehlen wir einen Rückschnitt um die Hälfte. Diese Maßnahme erleichtert die Verwurzelung am neuen Standort. Gießen Sie einen umgepflanzten Hibiskus reichlich und regelmäßig, denn Trockenstress stellt die größte Gefahr während des Anwachsens dar.

Eignet sich Garteneibisch für die Erziehung zu einer 80 Zentimeter hohen Hecke? Wann wird geschnitten?

Die gute Schnittverträglichkeit erlaubt ohne weiteres die Heckenerziehung von Garteneibisch. Wählen Sie einen sonnigen und idealerweise windgeschützten Standort. Die Schnittpflege beschränkt sich auf einen Erhaltungs- und Formschnitt im Spätwinter sowie einen leichten Pflegeschnitt im Juni. Darüber hinausgehende Rückschnitte beeinträchtigen die Blütenfülle merklich.

Meinen Hibiskus-Hochstamm habe ich seit 5 Jahren und bislang noch nicht geschnitten. Mittlerweile ist er zwar endlich etwas größer geworden, freilich sehr spärlich verzweigt. Sollte ich ihn jetzt schneiden?

Durch einen Schnitt können Sie die Verzweigung anregen. Bester Termin ist im Spätwinter, rechtzeitig vor dem frischen Austrieb. Schneiden Sie gezielt in kurzem Abstand zu einem nach außen gerichteten Auge. Unterhalb einer Schnittstelle verzweigen sich dann die Triebe. Es reicht völlig, wenn Sie zunächst die Spitzen abschneiden, weil sich dort keine Blüten bilden. Bei Bedarf können Sie etwas mehr abschneiden. Anschließend begünstigen Sie den Neuaustrieb mit der Gabe eines Volldünger.

Worin besteht der Unterschied zwischen Garten-Hibiskus und Zimmer-Hibiskus?

In mehrfacher Hinsicht unterscheiden sich Garten- und Zimmerhibiskus deutlich. Garten-Hibiskus (Hibiscus syriacus) gedeiht als laubabwerfender, weitgehend winterharter Blütenstrauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 3 Metern. Seine Blütezeit erstreckt sich von Juni/Juli bis September/Oktober. Zimmer-Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis), auch bekannt als Chinesischer Hibiskus, trägt sein Laubkleid das ganze Jahr hindurch und erzielt eine Höhe von 1 bis 2 Metern. Schon im Februar/März fällt der Startschuss für das malerische Blütenfestival und dauern an bis in den Oktober. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen im Garten, ist Zimmer-Hibiskus mit einem Temperaturminimum von 10 Grad Celsius nicht winterhart.

Meine Hibiskus-Sträucher breiten sich mit unzähligen Sämlingen im Garten aus. Was kann ich dagegen unternehmen?

Hibiskus-Sträucher neigen dazu, sich auf leichten Böden und in milden Regionen invasiv auszubreiten. Der Eroberungszug durch den Garten erfolgt mithilfe Myriaden von Samen, die sich im Handumdrehen in wuchsstarke Sämlinge verwandeln. Eine solche Vermehrungsstrategie kann auf Dauer lästig werden. Die Samenkapseln während der Blütezeit fortlaufend herauszuschneiden, ist sehr mühsam. Besser ist, Sie streifen im Herbst mit der Hand alle Samenstände von unten nach oben ab. Halten Sie dabei mit der anderen Hand eine Schale darunter, um die Samenkapseln aufzufangen. Entsorgen Sie die Kapseln bitte in der Mülltonne, weil sie vom Kompost aus garantiert einen Weg in den Garten finden.

Die 3 häufigsten Schnittfehler

Schnittfehler Schadbild Vorbeugung
im Herbst geschnitten Frostschäden bis hin zum Totalausfall Hibiskus im Februar schneiden
nie geschnitten wenige Blüten, kurze Blütezeit jedes Jahr im Spätwinter kräftig schneiden
Mitteltrieb am Hochstämmchen zu früh gekappt mickrig-kleines Hochstämmchen Spitzenknospe erst abschneiden 3 Knospen über gewünschter Kronenhöhe

Befall mit Krankheiten und Schädlingen an Hibiskus-Arten steht in engem Zusammenhang mit einer unsachgemäßen Schnittpflege. Die häufigste Ursache für die Infektion mit pathogenen Erregern sind unsaubere Schnittwerkzeuge. Vor Beginn, währenddessen und am Ende der Schnittarbeiten sollten Sie die Klingen oder Sägeblätter mit Spiritus desinfizieren. Dank dieser Umsicht können Blattläuse, Mehltau-Sporen und Konsorten die Werkzeuge nicht mehr als willkommenes Transportmittel zu ihren floralen Opfern missbrauchen.

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Tipps

Entlässt der Winter einen Garteneibisch als lebloses Gestrüpp, handelt es sich in der Regel nicht um Frostschäden. Winterliche Dauernässe setzt den Wurzeln im Erdreich massiv zu. Dem Schaden beugen Sie effektiv vor, indem Sie die Wurzelscheibe abdecken mit Laub und Nadelreisig oder einer dicken Schicht aus Rindenmulch. Zurückgefrorenen Trieben widmet sich der reguläre Erhaltungsschnitt, ohne dass die diesjährige Blüte beeinträchtigt wird.

Artikelbild: NagyG/Shutterstock

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  1. erster Schnitt Feigenbaum

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