Die erste Bepflanzung des neuen Gewächshauses

Das Gewächshaus bepflanzen ist von der gewünschten Nutzungsart abhängig. Der Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Sämereien erfolgreich in den Boden ausbringen und was heranwachsende Jungpflanzen so alles an Pflegemaßnahmen benötigen. Denn: Je fachgerechter die Aussaat, desto höher der Ernteertrag.

Gewächshaus anbauen
Beim Anpflanzen im Gewächshaus ist so einiges zu beachten

Wenn nach dem Aufbau alles steht, das Zubehör eingeräumt wurde und für das richtige Maß von Licht, Schatten und Wärme gesorgt ist, kommt mit dem Gewächshaus bepflanzen die schönste Aufgabe. Der Boden ist vorbereitet, das Saatgut besorgt und ein paar Säcke mit Substratboden liegen ebenfalls bereit.

Hochwertiger Samen für gutes Wachstum

Für alle, die zukünftig Samen aus ihren herangezogenen Pflanzen selber ernten wollen der Tipp: Verwenden Sie schon für die Erstaussaat unbedingt samenfeste Sorten anstelle der Hybriden. Hybridpflanzen haben zwar den Vorteil, dass die Ernte von der Menge her gesehen reichlich ausfallen wird. Der aus diesen Pflanzen gewonnene Samen ändert aber auch die gentechnischen Eigenschaften der nächsten Generation grundlegend und sollte daher nicht zur Aufzucht verwendet werden.

Keimfähigkeit von Saatgut hält nicht ewig

Von daher achtet man besser darauf, dass die verwendeten Sämereien möglichst aus der letzten Ernte stammen. Viele Hersteller bieten inzwischen Pflanzensamen in den sogenannten Keimschutzverpackungen an. Solange die Verpackung ungeöffnet bleibt, kann der Inhalt in der Regel auch nach mehreren Jahren noch bedenkenlos verwendet werden. Einige Beispiele für die Keimfähigkeit während einer fachgerechten Lagerung in der folgenden Tabelle:

PflanzenartKeimfähigkeit (Jahre)
Dill2 bis 3
Bohnen3 bis 4
Zwiebeln3 bis 4
Rettich4 bis 5
Kohl & Kohlrabi4 bis 5
Tomaten2 bis 6
Kopfsalat3 bis 4

Gewächshaus bepflanzen mit der Aussaat

Es gibt sicherlich nur wenige Gewächshausbesitzer, die ihr Haus mit gekauften Pflanzen füllen. Also geht es zunächst an das Aussäen, für das es zwei unterschiedliche Methoden gibt:

  • Anziehen von Jungpflanzen in Gefäßen (Töpfe oder Schalen) aus Kunststoff oder Ton;
  • die künftige Jungpflanzenkultur wird von Anfang an im finalen Endabstand direkt in der Gewächshauserde ausgesät.

In beiden Fällen soll Ihr Substrat beim Gewächshaus bepflanzen nicht übermäßig nass, sondern lediglich feucht sein – nicht nur oberflächlich. Das Saatgut wird jetzt gleichmäßig auf den Boden gebracht und möglichst genau in dem Abstand, wie die Jungpflanzen später stehen sollen. Älteres Saatgut kann etwas dichter gestreut werden, da eventuell nicht jedes Saatkörnchen aufgeht. Mit einem Holzbrett werden die Samen jetzt vorsichtig zum Erdreich hin angedrückt und „samendick“ mit lockerer Gewächshauserde überdeckt. Was das Anpflanzen und andere Besonderheiten der verschiedenen Kulturen anbelangt, schauen Sie zusätzlich zur Sicherheit auch noch auf die Beschreibung auf der Rückseite der Samentüten.

Vom Gießen und Pikieren zum Keimen

Damit wäre die erste Fläche des Gewächshauses bestellt. Am Ende wird nun vorsichtig gewässert, ohne dass der Gießstrahl direkt auf die Aussaat gelenkt wird. Damit sich die Feuchtigkeit in der Erde bzw. dem Substrat länger hält, kann die bestellte Fläche nun noch mit zwei- oder dreilagigem Gartenvlies abgedeckt werden. Danach ist einige Tage Warten angesagt, ehe es an das Pikieren geht. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie daran, dass die Saat damit beginnt, langsam aber sicher aufzugehen. Abschnittsweise unterschiedlich schnell und bei gegenseitiger Einengung. Sehr fein keimendes Saatgut wird jetzt aus dem Beet entfernt, zu Hochschießendes sollte allerdings auch raus, sodass bei dieser Arbeit mit ein wenig an gärtnerischem Geschick und einer Portion Erfahrung vorgegangen werden sollte. Damit schaffen Sie die Grundlage für eine hochwertige Bepflanzung des Gewächshauses, die zum Ende der Vegetation möglichst ertragreich endet.

Berechtigte Frage: Was anpflanzen und wann keimt was?

Zur groben Orientierung dazu eine kleine Übersicht, die wir für Sie zusätzlich mit den optimalen Keimtemperaturen aufgewertet haben. Beim Gewächshaus bepflanzen ist es vorteilhaft, sich an die entsprechenden Temperaturwerte genau zu halten.

Samen- (Pflanzen)artKeimdauer (Tage)Beste Keimtemperatur (°C)
Tomaten5 bis 1520 bis 25
Paprika10 bis 21ca. 25
Kopfsalat6 bis 1015 bis 18
Gurken5 bis 1425 bis 28
Kapuzinerkresse7 bis 1420 bis 25
Knollensellerie14 bis 2122 bis 28
Zwiebeln14 bis 2818 bis 25
Bohnen7 bis 10ca. 25
Petersilie12 bis 21ca. 25
Porree12 bis 28ca. 20
Salbei14 bis 2120 bis 25
Majoran21 bis 2820 bis 25
Basilikum14 bis 2120 bis 25
Artischocken14 bis 21ca. 22
Kürbis5 bis 1225 bis 28

Gewächshaus bepflanzen heißt auch gelegentlich düngen

In den ersten Tagen ernähren sich Keimlinge aus den eigenen Reserven, danach geht es an die Nährstoffe aus dem Boden. Der enthält, wenn richtig angesetzt, alles, was die künftige Jungpflanze zum Wachstum braucht. Bei gekaufter Pikier- oder Aussaaterde kann je nach Pflanzenart zusätzlich noch Phosphat, Stickstoff und / oder Kaliumoxid wachstumsfördernd beigemischt werden. Nährstoffmangel bei der Bepflanzung im Gewächshaus erkennen Sie an einem plötzlich verlangsamten Wachstum und an den etwas blass wirkenden Blättern. Vorbeugend hilft bei solchen Symptomen das Zusetzen von organischen Düngemitteln. Die Gaben müssen jedoch rechtzeitig erfolgen, da die Nährstoffe einige Zeit im Boden benötigen, ehe sie pflanzenverfügbar sind.

Tipps

Wässern ja, aber ohne dass bei den Jungpflanzungen große Verschlemmungen auftreten. Die frische Bepflanzung an ihren oberirdischen Pflanzenteilen nachts möglichst trocken lassen, um einer Ansiedlung von Pilzkrankheiten bereits im Anfangsstadium vorzubeugen. Und schließlich: Abgestandenes und nicht zu kaltes Regenwasser ist Trumpf beim Gewächshaus bepflanzen!

Text: Fred Lübke

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