Gewächshaus Tipps: Kleine Werkstoffkunde zum Bau

Oft ist es eine Frage des Geldes, welches Material beim Treibhausbau Verwendung findet. Unsere Gewächshaus Tipps sollen in Kurzform die positiven Eigenschaften wie auch Nachteile der üblichen Bauwerkstoffe vermitteln. Achten Sie bei der Auswahl besonders auf Langlebigkeit und leichte Verarbeitung.

Gewächshaus Baumaterial
Plexiglas ist eine günstige, haltbare Alternative zu Glas und Folie

Fragen, die meist gleich zum Beginn der Planung auftauchen, beziehen sich oft auf die verschiedenen Baumaterialien, die für ein Gewächshaus verwendet werden können. Beginnen wir mit dem Außengerüst, also dem Rahmen, dem die Witterung über die Zeit gesehen, ganz besonders zusetzt. Wir unterscheiden, unabhängig ob selbst gebaut oder fertig gekauft, drei grundsätzliche Ausführungen, die ein wenig mit dem persönlichen Geschmack, etwas mehr mit den Kosten und ganz viel mit dem späteren Wartungsaufwand und der Lebenserwartung eines Treibhauses zu tun haben.

  • Holz: Der Klassiker schlechthin, auch beim Gewächshausbau. Luftfeuchtigkeit und Regen, das sollte bedacht werden, spielt in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit eine große Rolle. Holz punktet dafür jedoch mit seiner angenehmen Natürlichkeit. Eine gute Wahl ist Lärchen- oder Zedernholz. Die kostengünstigen heimischen Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer sollten vor der Verarbeitung sorgfältig imprägniert werden.
  • Kunststoffe: Sie sind langlebig und beinahe unverwüstlich, dämmen den Innenraum des Gewächshauses ausgezeichnet und lassen sich leicht pflegen. Bei schweren Dachkonstruktionen kann es unter Umständen zum Verziehen des Materials kommen. Von daher eine sinnvolle Materialstärke wählen, besonders wenn ein Fertigteilbausatz aufgestellt wird.
  • Aluminium: Die leichten Metallrahmen sind schnell (allein) aufgebaut, verschleißen kaum und kommen aufgrund ihrer Robustheit fast ohne Pflege aus. Weniger gut sind die Dämmeigenschaften, da sowohl Kälte als auch Hitze sofort durchgelassen werden.
  • Glas: Klare Sicht für guten Durchblick, aber auch die hohe Durchlässigkeit von Licht und UV-Strahlung sind die größten Vorteile dieser traditionellen Gewächshausbedachung. Dem gegenüber stehen ein verhältnismäßig hoher Preis und die schwierige Verarbeitung beim Schneiden. Vorzugsweise sollte schlag- und stoßfestes Einscheiben-Sicherheitsglas verwendet werden, das eine Stärke ab drei Millimeter hat.
  • Platten aus Kunststoff: Die meist aus Polykarbonat gefertigten Hohlkammerplatten zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit aus, sind lichtdurchlässig und genügend schlagfest, wenn es mal ein wenig kräftiger hagelt. Preiswerter aber ebenfalls robust: Platten aus PVC, die allerdings bei der Lichtdurchlässigkeit schlechter Werte haben. Acrylglas hat von allen Kunststoffen die höchste Lebensdauer, bleibt jahrzehntelang klar, neigt allerdings schnell zum Splittern.
  • Folie: Für professionelle Gewächshausbauten nicht zu empfehlen, da die Stabilität auch bei mehrschichtigen Arten auf Dauer nicht ausreicht. Ihr Einsatz erfolgt vorwiegend für eine kurzfristige Anzucht, auf Frühbeeten oder in kleinen Häusern. Ihr großes Plus: Sie sind extrem leicht zu verarbeiten und vor allem preiswert zu haben.

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Tipps

Greifen Sie dennoch nicht zu einer beliebigen Folie, sondern wählen Sie möglichst eine nur geringfügig teurere Gitternetzfolie, die nicht nur wesentlich stabiler ist, sondern den Pflanzen einen besseren Wärmeschutz bietet und das zwangsläufig entstehende Kondenswasser an den Innenflächen besser ableitet.

Text: Fred Lübke

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