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Flieder mag es sonnig

Wunderschöner Flieder – Standort, Pflanzen, Schneiden

Die intensiv duftenden, weißen oder violetten Blütenrispen, überreich einem Strauch oder Baum entspringend, gehören unbedingt zum Frühling. Fliederblüten sind ein herrlicher Anblick und erfreuen den Betrachter jedes Jahr aufs Neue - allerdings nur dann, wenn schon bei der Pflanzung auf einen geeigneten Boden und einen sonnigen Standort geachtet wurde. Wie Sie den Flieder richtig einpflanzen und worauf Sie dabei noch achten sollten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Welchen Standort bevorzugt Flieder?

Der ideale Standort für Flieder ist sonnig – je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto üppiger blüht sie und desto dichter wächst ihre Krone. Mindestens sechs Stunden volle Sonne am Tag braucht der Strauch, damit er sich wohlfühlt. Grundsätzlich können Sie ihn auch an einen schattigeren Ort einpflanzen, dann jedoch wird er nicht so dicht und entwickelt weniger Blüten. Außerdem sollte der Standort luftig sein, im Gegensatz zu vielen anderen Sträuchern verträgt Flieder Wind sehr gut und kann daher prima als Windschutz gepflanzt werden.

Wie sollte der optimale Boden für Flieder beschaffen sein?

Zwar kommt der Flieder auf nahezu allen Böden gut zurecht, solange diese nicht zu schwer und nass sind, bevorzugt aber trotzdem gut durchlässige, kalkhaltige und nährstoffreiche Böden. Ideal ist ein pH-Wert zwischen fünf und sieben, wobei Sie zu sauren Boden gut mit Kalk aufwerten können. Nährstoffarmer Boden sollte dagegen mit Kompost, Muttererde und / oder Hornspänen aufgewertet werden.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Flieder?

Containerware pflanzen Sie entweder im Herbst – möglichst in den Monaten zwischen September und November – oder wahlweise im Frühjahr. Herbstpflanzungen blühen allerdings schon im nächsten Frühjahr, weil sie genug Zeit zum Einwurzeln hatten. Wurzelnackten Flieder sollten Sie dagegen nur in der Zeit der Vegetationsruhe einpflanzen.

In welchem Pflanzabstand sollte man Flieder setzen?

Flieder ist ein typischer Flachwurzler, dessen Wurzelgeflecht sich in einem breiten Radius um den Stamm herum ausbreitet. Meist hat die Wurzelscheibe denselben oder sogar einen etwas größeren Durchmesser als die Krone. Da viele Fliedersorten bis zu sieben Meter hoch (und mehrere Meter breit) werden können, empfiehlt sich ein Abstand zwischen 1,5 bis fünf Metern, je nach ausgewählter Art und Sorte. Dieser Pflanzabstand gilt nicht nur für andere Gehölze, sondern auch für Hauswände, Mauern etc. – Fliederwurzeln sind sehr stark und können Bauwerke beschädigen.

Wie pflanzt man Flieder in den Garten – Schritt für Schritt?

Beim Pflanzen des Flieders gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Suchen Sie einen geeigneten Standort im Garten.
  • Graben Sie dort ein ausreichend großes Pflanzloch.
  • Dieses sollte mindestens doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen.
  • Stellen Sie den Wurzelballen in einen mit Wasser gefüllten Eimer.
  • Die Wurzeln sollen sich ordentlich mit Wasser vollsaugen.
  • Alternativ können Sie auch das Pflanzloch mit Wasser füllen und warten, bis es weggesickert ist.
  • Mischen Sie den Aushub mit Kompost und Hornspänen.
  • Setzen Sie den Flieder in die Erde, füllen Sie den angemischten Aushub ein.
  • Treten Sie die Erde gut fest.
  • Gießen Sie den frisch eingepflanzten Flieder kräftig an.

Das Angießen erleichtert der Pflanze das Anwachsen im Boden, zu wenig Wasser in dieser Phase führt schnell zu Vertrocknungserscheinungen wie beispielsweise sich gelb färbende Blätter.

Kann man einen Fliederbaum auch im Topf kultivieren?

Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Die meisten Fliederarten und -sorten eignen sich nicht für eine Kübelkultur, da sie mit dem Alter sehr hoch und breit werden können. Es gibt jedoch Zwergsorten, die lediglich bis ca. zwei (und weniger) Meter hoch wachsen und in ausreichend großen Töpfen gehalten werden können. Am wohlsten fühlt sich jeder Flieder jedoch im Garten.

Wie setzt man einen alten Fliederbaum um?

Das Umpflanzen eines alten Flieders ist problematisch und häufig zum Scheitern verursacht: Getreu dem alten Sprichwort, dass man „einen alten Baum nicht mehr versetzen“ kann, gehen diese Exemplare anschließend oft ein. Mehr Erfolg haben Sie dagegen mit jüngeren Fliedern, die maximal bis zu fünf Jahre am demselben Standort standen. Achten Sie dabei auf folgende Hinweise:

  • Umpflanzen nur im Frühjahr
  • Flieder vor dem Umpflanzen kräftig zurückschneiden
  • Wurzeln so großflächig wie möglich ausgraben
  • anschließend ebenso kräftig gießen

Wann blüht Flieder?

Die Blütezeit des Flieders liegt im Wonnemonat Mai.

Wie kann man Flieder selbst vermehren?

Flieder lässt sich sehr gut über Stecklinge oder Steckhölzer vermehren. Auch eine Vermehrung über Samen, die in Kapselfrüchten heranreifen, ist möglich.

Mit welchen Pflanzen lässt sich Flieder am besten vergesellschaften?

Gute Nachbarn für den Flieder sind andere Blütengehölze, entweder mit einer ähnlichen (Kolkwitzie, Duftjasmin, Weigelie, Zierapfel) oder einer späteren Blütezeit (Hibiskus, Hortensien, Rosen). Allerdings sollte die Baumscheibe des Flieders immer frei bleiben, eine Unterpflanzung verträgt der Flachwurzler nicht so gut.

Tipps

Wenn ein alter Flieder aufgrund einer Krankheit o. ä. eingegangen ist, müssen Sie für einen neuen Strauch oder Baum einen anderen Standort finden – Flieder ist mit sich selbst unverträglich, weshalb eine Pflanzung an demselben Standort eine Infektion mit Welke-Bakterien zur Folge haben kann.

Artikelbild: Poliuszko/Shutterstock

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