Einen alten Flieder verjüngen – So gehen Sie dabei vor

Im Grunde muss Flieder nicht geschnitten werden, das Blütengehölz kommt sehr gut ohne jeglichen Verschnitt aus. Mit der Zeit können sich fehlende Schnittmaßnahmen allerdings rächen und der Baum verkahlt. In der Folge bildet er weniger Blätter und Blüten aus, seine Äste bleiben nackt. Wie Sie einen solchen Flieder zu neuer Vitalität bringen können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

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Flieder kann nicht nur sehr groß sondern auch sehr alt werden

Flieder können sehr alt werden

Zunächst einmal: Als Angehörige der Familie der Ölbaumgewächse können Flieder sehr alt werden. In vielen Bauerngärten stehen Fliederbäume, die schon vor mehreren jahrzehnten oder gar Jahrhunderten dort angepflanzt wurden – und immer noch jedes Jahr aufs Neue blühen. Die ältesten, heute noch lebenden Flieder stammen vermutlich aus dem 16. / 17. Jahrhundert. Nun muss Ihr Flieder nicht unbedingt ebenso alt werden, aber mit den richtigen Voraussetzungen hat er beste Chancen dazu:

  • Pflanzen Sie ihn an einen sonnigen, warmen und luftigen Standort.
  • Der Boden sollte locker, durchlässig, kalkhaltig und mäßig nährstoffreich sein.
  • Lassen Sie dem Strauch viel Platz – Flieder können mit dem Alter sehr groß werden.
  • Pflegen Sie ihn sorgfältig. Dazu gehört u. a. die regelmäßige Düngung, falls nötig.
  • Auch ein regelmäßiger Rückschnitt hält den Baum jung.

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Zwar können Sie einen sehr alten, verkahlten Flieder radikal zurückschneiden, sollten sich diese Maßnahme allerdings gut überlegen: Mit etwas Pech verkraftet der Baum den Rückschnitt nicht und stirbt aufgrund der Schwächung ab. Zudem kann es Ihnen passieren, dass nach dem Radikalschnitt auf einmal hunderte Wurzelausläufer aus dem Boden sprießen – und zwar im Umkreis von mehreren Metern.

Alten Flieder verjüngen – So geht’s

Stattdessen sollten Sie die Verjüngung lieber in mehreren Etappen angehen und den Flieder planvoll zurückschneiden. Geschnitten wird immer direkt nach der Blüte, größere Schnittmaßnahmen sollten dagegen möglichst an einem frostfreien Tag im Januar / Februar durchgeführt werden. In einem ersten Schritt schneiden Sie alle verblühten Blütenstände weg. Anschließend entfernen Sie anschließend alle Äste, die

  • vertrocknet sind
  • nur schwach beblättert sind
  • sehr lang sind und kraftlos wirken
  • überkreuz oder nach innen wachsen
  • abgeknickt sind

Diesen Schnitt führen Sie jedes Jahr aufs neue durch und erzielen auf diese Weise ganz ohne einen Radikalschnitt einen verjüngten, vitaleren Flieder.

Tipps

Nach dem Rückschnitt sollten Sie den Flieder mit einer Schaufel Kompost und einer Handvoll Hornspäne (24,44€ bei Amazon*) versorgen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: guentermanaus/Shutterstock

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