Flieder setzt seine Knospen schon im Vorjahr an

Robust, widerstandsfähig, langlebig, schnellwüchsig und obendrein ein eifriger Frühlingsblüher: Flieder (Syringa vulgaris) ist aus diesen und anderen Gründen in vielen Gärten zu Hause. Manchmal jedoch will der Strauch nicht so recht blühen, was oft auf bereits im Vorjahr aufgetretenen Problemen bei den Blütenknospen zurückzuführen ist. Welche das sind und worauf Sie konkret bei Fliederknospen achten müssen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

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Fliederknospen dürfen nicht abgeschnitten werden

Vorsicht beim Rückschnitt: Keine Knospen wegschneiden!

Einer der häufigsten Gründe für eine ausbleibende Blüte beim Flieder ist ein Rückschnitt zur falschen Zeit: Syringa bildet die Knospen für die Blüte im nächsten Jahr direkt nach dem Verblühen seiner diesjährigen Äste an den neuen Triebenden aus. Schneiden Sie den Strauch also zu spät und kappen womöglich die neuen, Knospen tragenden Triebe, dann fällt die Blüte im nächsten Jahr aus. Um das zu verhindern, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Sie putzen Verblühtes regelmäßig aus anstatt den Flieder mit einem Mal zurückzuschneiden.
  • Sie schneiden den Flieder sofort nach seinem Verblühen.
  • Sie lassen alle knospentragenden neuen Triebe stehen und schneiden lediglich das alte Holz.

Nach dem Rückschnitt tut dem Flieder zudem eine Düngung mit Kompost und Hornspänen gut. Übertreiben Sie es jedoch nicht, denn eine Überdüngung kann die Knospenbildung verhindern.

Knospen vor Spätfrösten schützen

Ein weiterer Grund für die ausbleibende Blüte ist ein sehr spät im Frühjahr auftretender Frost, der die bereits aufgehenden Blütenknospen erfrieren lässt. Um das zu verhindern, sollten Sie bei entsprechend warmem Wetter die aufbrechenden Knospen ab ca. März mit einem Gartenvlies abdecken und so vor Frostschäden schützen. Besonders wichtig ist dieser Schutz bei Nachtfrösten. Ist es tagsüber wieder wärmer, entfernen Sie das Vlies.

Pilzbefall macht auch vor den Knospen nicht halt

Flieder ist recht empfindlich gegenüber einem Pilzbefall, der sich vor allem an den Blättern, aber auch an den Trieben, Ästen und natürlich den Blütenknospen bemerkbar macht. Fängt ein bis dahin gesunder Baum oder Strauch plötzlich an zu welken, d. h. bekommt trockene Triebe und seine Blatt- und Blütenknospen brechen nicht auf, dann stecken oft Verticillium-Pilze dahinter. Schneiden Sie den Flieder unbedingt bis tief ins gesunde Holz hinunter und behandeln Sie ihn entweder mit Fungiziden aus dem Gartenfachmarkt oder biologisch mit einem selbst angesetzten Sud aus Ackerschachtelhalm.

Tipps

Achten Sie beim Zurückschneiden neuer Triebe immer darauf, diese nur bis knapp über vorhandenen Knospen einzukürzen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: abyrvalg00/Shutterstock

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