Darf man die Baumscheibe mit Kies abdecken?

Das Anlegen einer Baumscheibe fördert Wachstum und Gesundheit, da die Gehölze nun weniger unter Wurzeldruck und Konkurrenz um Wasser oder Nährstoffe leiden. Zudem hilft das Mulchen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Doch lässt sich zum Abdecken der Baumscheibe auch Kies verwenden?

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Kies ist eine simple Option für die Baumscheibe

Ist es eine gute Idee, die Baumscheibe mit Kies abzudecken?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die nackte Baumscheibe mit Kies oder Kieselsteinen abzudecken. Ganz im Gegenteil, denn eine solche Schicht hat sogar viele Vorteile:

  • sieht attraktiv aus
  • ist wasserdurchlässig
  • unterdrückt das Wachstum von Unkraut
  • ist pflegeleicht
  • ist dauerhaft und muss nicht regelmäßig ausgetauscht werden

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Zum Abdecken eignen sich verschiedene Kiesarten in unterschiedlicher Körnung. Bunt- oder Weißkies (letzterer wird auch als Marmorkies bezeichnet) sowie schwarzen Quarzkies erhalten Sie im Handel in praktischen Abpackungen zwischen einem und 25 Kilogramm.

Kann ich Folie oder Vlies unter der Kiesschicht platzieren?

Halten Sie die Kiesschicht auf der Baumschicht möglichst dünn – fünf Zentimeter sind vollkommen ausreichend – und legen Sie auf keinen Fall Folie oder Vlies darunter! Die Baumscheibe sollte durchlässig für Wasser und Nährstoffe bleiben, da der Baum sonst nicht mehr versorgt werden kann. Wasserundurchlässige Materialien (wie auch Pflastersteine) sollten nur als Umrandung um die Baumscheibe angebracht werden.

Mit welchen Materialien kann man die Baumscheibe noch bedecken?

Statt Kies haben sich auch viele andere Materialien zum Abdecken der Baumscheibe bewährt. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Rindenmulch
  • Holzhäcksel
  • Stroh
  • Rasenschnitt
  • Ziegelsplitt
  • Steingranulat

Natürliche Materialien wie Rindenmulch, Stroh oder Rasenschnitt zersetzen sich im Boden und liefern dem Baum so regelmäßig zusätzliche Nährstoffe. Sie haben deshalb allerdings den Nachteil, dass sie alle paar Monate ausgetauscht werden müssen. Außerdem hat Rindenmulch die Eigenschaft, den Boden mit der Zeit zu versäuern. Deshalb sollten Sie Gehölze, die empfindlich auf Säure reagieren, nicht mit Rindenmulch mulchen.

Sollte man die Baumscheibe bepflanzen?

Natürlich kann die Baumscheibe auch bepflanzt werden, wofür Sie allerdings nicht jede Pflanze verwenden können. Hierfür eignen sich nur Arten, die genügsam sind (d. h. wenig Wasser und Nährstoffe brauchen) und wenig Wurzeldruck ausüben. Schließlich sollen sie nicht in Konkurrenz zum Baum gesetzt werden und diesem etwa Wasser und Nährstoffe rauben. Besonders eignen sich niedrige Bodendecker oder auch Zwiebelpflanzen wie beispielsweise viele Frühjahrsblüher.

Geeignete Arten sind auch:

  • Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Elfenblumen (Epimedium)
  • Immergrün (Vinca minor)
  • Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata)
  • Zwerg-Funkien (Hosta minor)

Achten Sie vor der Bepflanzung zudem darauf, wie stark die Baumscheibe schattiert ist und wählen Sie gegebenenfalls schattenverträgliche Arten.

Wie groß sollte eine Baumscheibe sein?

Eine Baumscheibe sollte bei Obst- und Zierbäumen etwa einen Meter um Durchmesser betragen. Bei großen Bäumen ist hingegen darauf zu achten, dass in deren Nähe nicht gepflastert bzw. der Boden anderweitig versiegelt wird. Hier kann es sonst zu Problemen mit den Wurzeln kommen, die sich im Laufe der Jahre ausbreiten und beispielsweise gepflasterte Wege anheben. Rasengitter etwa sind hier die bessere Idee.

Tipp

Baumscheibe frisch gepflanzter Bäume nicht bepflanzen

Vorsicht bei frisch gepflanzten Bäumen: Frühestens nach fünf Jahren Standzeit können Sie deren Baumscheibe bepflanzen. Zuvor sind die jungen Gehölze noch zu empfindlich gegen Wurzelkonkurrenz.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: photowind/Shutterstock