Adlerfarn pflanzen und pflegen

Adlerfarn fungiert im Garten und in Wohnräumen als üppig-grüne Blattschmuckpflanze. Sein urzeitliches Erscheinungsbild erzeugt dabei spannende Kontraste zu klassischen Stauden und wirft zugleich Fragen auf hinsichtlich seiner Kultivierung. Die folgenden Antworten erklären alle relevanten Aspekte zu Pflanzen und Pflege.

Pteridium aquilinum var. latiusculum
Der Adlerfarn vermehrt sich selbst über Sporen

Adlerfarn richtig pflanzen

Eine planvolle Bodenvorbereitung stellt die Weichen für bestes Wachstum. Gehen Sie in diesen Schritten bei der Pflanzung vor, erfüllt Adlerfarn im Beet seine Aufgaben mit Bravour:

  • Die noch eingetopfte Jungpflanze in einen Eimer mit Regenwasser stellen
  • Das Erdreich tiefgründig auflockern und die Pflanzgrube ausheben
  • Entlang der Ränder eine Wurzelsperre verlegen
  • Den Aushub anreichern mit Kompost, Lauberde, Torf und Hornspänen

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Topfen Sie den jungen Adlerfarn aus und pflanzen ihn mittig in die Grube, nicht tiefer als zuvor. Gießen Sie reichlich an und mulchen mit Rasenschnitt oder Laub.

Pflegetipps

Weiches Wasser spielt die Hauptrolle im Pflegeprogramm von Adlerfarn. Alle wichtigen Details im Überblick:

  • Reichlich und regelmäßig gießen mit kalkfreiem Wasser
  • Die Pflanze alle 1-2 Tage beregnen bzw. besprühen
  • Von Mai bis September alle 4 Wochen düngen mit Kompost und Hornspänen
  • Im Kübel einen flüssigen Spezialdünger für Farngewächse verabreichen

Schneiden Sie verwelkte Wedel heraus, fördert diese Maßnahme die Attraktivität und verhindert ein Vergreisen von innen heraus. Die im Winter eingezogenen Blätter schneiden Sie spätestens vor dem neuen Austrieb bodennah ab.

Welcher Standort ist geeignet?

Adlerfarn bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort, an dem er am Morgen oder Abend Sonnenlicht tanken kann. Weisen Sie der Grünpflanze eine windgeschützte Lage zu, begünstigt diese Umsicht ein harmonisches Wachstum der Wedel. Darüber hinaus ist eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit obligat, sodass im Haus das Badezimmer als Premium-Standort gilt.

Der richtige Pflanzabstand

Setzen Sie Adlerfarn in einem Abstand von 50 Zentimetern. Dient die Pflanze einer Begrünung größerer Areale, setzen Sie 4 Exemplare pro Quadratmeter.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Qualität der Erde trägt maßgeblich zu einem vitalen Wachstum von Adlerfarn bei. Auf diese Kriterien kommt es an:

  • Nährstoffreicher, frisch-feuchter Boden
  • Ein saurer pH-Wert von 4-5
  • Im Pflanzgefäß dient Moorbeeterde mit Kompost und Sand als Substrat

Was ist die beste Pflanzzeit?

Da Adlerfarn zu den frostempfindlichen Gewächsen zählt, gehen Sie mit einer Pflanzung nach den Eisheiligen auf Nummer sicher. Bis zum Beginn des Sommers ist das Zeitfenster geöffnet. Die feuchtigkeitsliebende Grünpflanze während der warmen Jahreszeit ins Beet zu setzen, mündet aufgrund von Trockenstress in einer hohen Ausfallquote.

Wann ist Blütezeit?

Mit einer Blüte wird Adlerfarn Sie nicht verwöhnen. Alle Farne dieser Erde haben sich im Laufe ihrer Evolution für einen alternativen Weg der Vermehrung entschieden, der ohne Blüte und Samenbildung funktioniert.

Adlerfarn richtig schneiden

Schneiden Sie einzelne verwelkte Wedel regelmäßig aus einem Adlerfarn heraus, damit die krautige Pflanze nicht von innen her vergreist. Lassen Sie hingegen die im Herbst eingezogenen Pflanzenteile im Beet verweilen als Winterschutz. Diese schneiden Sie im zeitigen Frühjahr bodennah ab. Handschuhe nicht vergessen!

Adlerfarn gießen

Adlerfarn ist eine sehr durstige Pflanze. Gießen Sie reichlich und regelmäßig mit kalkfreiem Wasser. Idealerweise beregnen Sie das Beet mit fein regulierter Düse des Wasserschlauchs. Kultivieren Sie einen üppigen Farn als Zimmerpflanze, sprühen Sie die Fiederwedel alle 1-2 Tage ein mit einem kalkfreien Nebel.

Adlerfarn richtig düngen

Ebenso wenig wie das Wasser, sollte der Dünger kalk- oder salzhaltig sein. Düngen Sie Adlerfarn im Beet daher von Mai bis September alle 4 Wochen mit Kompost und Hornspänen.(6,39€ bei Amazon*) Im Kübel liefert ein flüssiger Spezialdünger für Farngewächse die nötigen Nährstoffe. Sofern der Geruch nicht als störend empfunden wird, düngen Sie mit Brennnesseljauche oder Wurmtee.

Krankheiten

Sein hoher Giftgehalt dient Adlerfarn zugleich als Schutzschild gegen Krankheiten. Dennoch finden hin und wieder Pilzinfektionen einen Weg, über den Farn herzufallen. Färbt sich die Pflanze von innen heraus braun, bewirken zumeist Schimmel- oder Fäulnispilze das Schadbild. Lichten Sie die erkrankte Pflanze aus und behandeln sie mit einem zugelassenen Fungizid.

Schädlinge

Dickmaulrüssler haben Adlerfarn zum Fressen gern. Entdecken Sie Fraßschäden an den Wedeln, legen Sie spezielle Köderfallen mit Nematoden-Gel aus für die adulten Käfer. Gefräßige Larven bekämpfen Sie im Beet mit in Wasser aufgelösten Nematoden, die für Kübelpflanzen als Suspensionen in Stäbchenform erhältlich sind.

Überwintern

Im Winter zieht Adlerfarn im Beet die oberirdischen Pflanzenteile ein. Das Rhizom überwintert im Boden, um im nächsten Frühjahr erneut auszutreiben. Ein expliziter Winterschutz ist nicht erforderlich. Im Kübel bleibt die grüne Pracht erhalten, wenn Sie den Farn im Herbst ins Haus umsiedeln und am halbschattigen, warmen Fensterplatz weiterhin pflegen.

Adlerfarn vermehren

Für die unkomplizierte Vermehrung graben Sie im Frühjahr den Wurzelballen aus, zerteilen diesen und pflanzen die Segmente am neuen Standort ein. Ein geeignetes Teilstück verfügt über mindestens zwei Triebe.

Adlerfarn im Topf

Im Topf und in der Ampel ziert Adlerfarn lichtarme Ecken in Wohnräumen mit seinen dekorativen grünen Wedeln. Verwenden Sie eine lockere Mischung aus Rhododendronerde, Kompost und Torf als Substrat, fühlt die Pflanze sich bestens aufgehoben. Eine Drainage am Topfboden sorgt für ungehinderten Wasserabzug. In der Pflege sind die folgenden Aspekte von Relevanz:

  • Adlerfarn regelmäßig einsprühen mit kalkfreiem Wasser
  • Das Substrat nicht austrocknen lassen
  • Alle 14 Tage einen kalkfreien Farndünger verabreichen
  • Vertrocknete Wedel regelmäßig auslichten
  • Am warmen Standort mit 18-25 Grad Celsius legt Adlerfarn keine Winterpause ein

Verbrachte ein Farn im Topf den Sommer auf dem Balkon, siedelt er vor dem ersten Frost um ins Haus. Im hellen, warmen Winterquartier bleiben die grünen Prachtwedel erhalten.

Ist Adlerfarn giftig?

Im Adlerfarn lauern hoch giftige Inhaltsstoffe, wie Blausäure und verschiedene Saponine. Treffen Sie daher entsprechende Vorkehrungen, um im Rahmen von Pflanz- und Pflegearbeiten einen unmittelbaren Kontakt mit dem Pflanzensaft zu vermeiden. Für Tiere ist der Verzehr von Adlerfarn lebensbedrohlich. Das gilt für Pferde, Weidevieh und Haustiere.

Braune Blätter

Färben sich frisch ausgerollte Wedel im Frühjahr braun und sterben ab, haben sie einen Frostschaden erlitten. Decken Sie daher den Adlerfarn mit Gartenvlies ab, wenn die Meteorologen verspätete Bodenfröste ankündigen. Inmitten der Saison deuten braune Blätter auf Schimmel- oder Fäulnispilze hin. Besprühen Sie die Pflanze wiederholt mit einer Mischung aus 15 ml reiner Schmierseife (36,41€ bei Amazon*) und 1 Liter Wasser. Bestreuen Sie zusätzlich das Substrat mit Zimt, das wie ein natürliches Fungizid agiert.

Gelbe Blätter

Präsentiert ein Adlerfarn statt leuchtend grüner Wedel, gelb verfärbte Blätter, liegt zumeist ein Versäumnis in der Pflege vor. Wird die Blattschmuckpflanze häufig mit kalkhaltigem Wasser gegossen, verhindert der Kalk im Substrat die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe. Wässern Sie demzufolge überwiegend mit gesammeltem Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser.

Wie pflanze ich richtig um?

Haben Sie Adlerfarn einen Standortwechsel verordnet, bieten sich die Monate März und April für diese Maßnahme an. Lockern Sie mit der Grabegabel den Wurzelballen innerhalb der Wurzelsperre und heben den Farn aus der Erde. Am neuen Platz ist das Erdreich vorbereitet mit einer ausreichend großen Grube. Hier hinein pflanzen Sie den Adlerfarn genauso tief wie am bisherigen Standort und gießen reichlich bemessen an.

Text: Gartenjournal.net

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