Ist der Farn essbar?

Farne gibt es in Wäldern in einer Überzahl. In manchen Gärten wachsen sie ebenfalls und in manchen Wohnungen sorgen sie für ein gesundes Raumklima. Doch sind diese Gewächse essbar oder sollte man sich vor dem Verzehr hüten?

Farn essen
Der Straußenfarn ist essbar

Hochgiftige und schwach giftige Farne – schwer zu unterscheiden

Wer geht schon gern freiwillig das Risiko einer Vergiftung ein? Daher sollten Sie lieber keinen Farn essen. Viele Arten, die hierzulande heimisch sind, sind hochgiftig. Und die Wenigen unter ihnen, die schwach giftig sind, können Sie vielleicht nur schwer von den Anderen unterscheiden.

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Da Farne weder Blüten noch Früchte ausbilden, sondern hauptsächlich über ihre Wedel zu erkennen sind, kann es schwer fallen, einen hochgiftigen Adlerfarn von einem weniger giftigen Straußenfarn zu unterscheiden. Selbst Fachkundige können Farne meistens nur anhand der Farben und Anordnung der Sporenkapseln voneinander sicher unterscheiden. Doch nicht immer sind Sporen vorhanden…

Farnspitzen – Delikatessen?

In einigen Teilen der Welt gelten die Spitzen mancher Farnarten als Delikatesse. Unter anderen werden sie gern in Kanada, Teilen der USA, Korea, Japan und Neuseeland verspeist. Es sind die jungen und noch nicht ausgerollten Blätter, die in der Küche Verwendung finden. Sie werden in Amerika als ‚fiddleheads‘ bezeichnet und sind als beliebtes Frühlingsgemüse sogar im Handel erhältlich.

Straußenfarn und Zimtfarn sind essbar

Straußenfarn und Zimtfarn gelten als Essen:

  • Indianerstämme stellten bereits Getränke daraus her
  • nach der Kolonialisierung wurden die Spitzen geröstet, frittiert oder gedünstet
  • heute tiefgekühlt oder sauer eingelegt ganzjährig in Amerika erhältlich
  • Geschmack: Mischung aus Spargel und Spinat

Sammeln und Zubereitung der Farnspitzen

Die jungen, zarten und noch eingerollten Wedel werden gesammelt. Danach werden sie sorgfältig gewaschen, von der braunen Hülse befreit und anschließend gegart. Sie können abgebrüht, gedünstet, gebraten oder frittiert werden. Durch den Garprozess verschwindet der bittere Beigeschmack. Gern werden die Farnspitzen mit Butter und Salz serviert.

Tipps & Tricks

Wenn Sie Farnspitzen probieren wollen, sollten Sie sie lieber nicht selbst ernten. Die Verwechslungsgefahr ist zu hoch! Besser ist es, die Farnspitzen über das Internet beispielsweise eingelegt zu kaufen oder sie bei einem Amerikaurlaub im Restaurant zu kosten.

Text: Anika Gütt

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