Zebrakraut: Richtig pflegen

Für die Streifenfreunde unter den Hobbygärtnern ist das Zebrakraut ein echtes Juwel. Die tropische Staude fasziniert mit attraktiven Strukturen und kann ganz besonders in der Hängeampel eine schöne und dazu noch pflegeleichte Bereicherung für Wintergarten und Co. sein.

zebrakraut
Das Zebrakraut gehört zu den Dreimasterblumen

Herkunft

Das Zebrakraut (botanisch Tradescantia zebrina) ist auch unter dem Namen Dreimasterblume oder unter der eingedeutschten Gattungsbezeichnung Tradeskantie bekannt, was eigentlich eine Übergeneralisierung ist. Denn sie ist schließlich nur eine von vielen Dreimasterblumen (Tradescantia). Grund für diese Übergeneralisierung ist, dass sie von all ihren Gattungsgenossen bei Ziergärtnern die populärste ist. Das liegt nicht allein an seinem hohen Zierwert, sondern auch an seinem pflegeleichten Charakter.

Das Zebrakraut stammt ursprünglich aus Mittel – und Südamerika, in erster Linie aus Mexiko und Guatemala, aber auch weiter südlich bis nach Panama und auf den Karibischen Inseln ist sie zu finden. Dort besiedelt sie vor allem die Tropenwaldgebiete in eher niedrigeren Landesteilen. Sie ist also ein feuchtwarmes Klima und eher halbschattige Lichtverhältnisse gewöhnt, sodass sie sich bei uns nur als Zimmerpflanze das ganze Jahr über wohlfühlen kann.

Zum Merken:

  • Zebraktraut beliebtester Vertreter der Dreimasterblumen
  • Hoher Blattschmuckwert
  • Kommt aus tropischen Waldgebieten Mittel- und Südamerikas
  • Hierzulande nur im Zimmer ganzjährig kultivierbar

Wachstum

Das Zebrakraut ist eine leicht sukkulente Staude mit typisch langen, kriechenden bis hängenden Trieben. Ihretwegen ist die Pflanze ein Paradekandidat für die Hängeampel. Gerade auch durch die hübsche Streifenstruktur und die dunklen, rotvioletten Unterseiten der Blätter gibt sie darin ein sehr dekoratives Bild ab. Ein weiteres Argument für die Kultur in der Hängeampel ist, dass die sukkulenten, segmentierten Triebe in hängendem Zustand nicht so leicht abbrechen, wenn man dicht an ihnen vorbeiläuft.

Bei der Bodenkultur bilden die Triebe durch eigene Absenker eine dichte Pflanzenmatte aus. Sie eignen sich dadurch zum Beispiel auch als Unterpflanzung größerer Wintergartengewächse im Kübel.

Wuchseigenschaften in Stichworten:

  • Leicht sukkulente Staude mit langen, kriechenden bzw. hängenden Trieben
  • Sehr gut geeignet für die Hängeampel
  • Gestreifte Blattstruktur
  • Bildet durch Absenker Pflanzenmatte aus, dadurch auch als Bodendecker einsetzbar

Blätter

An den langen Hänge- bzw. Kriechtrieben setzen stiellos an den Trieben an und haben eine ovale, spitz zulaufende Form von 4 bis 10 Zentimetern Länge. Ihre Oberfläche ist leicht behaart, die Unterseite glatt. Namensgebend für das Zebrakraut ist die dekorative Längsstreifenstruktur auf der Oberseite der Blätter, die sich in elegantem Silberweiß und bläulichem Grün zeigt. Die Unterseiten heben sich davon in dunklem Violett ab. Manche Sorten zeigen auch auf der Oberfläche eine eher violette Streifenfarbe auf dem grünen Grund.

Blatteigenschaften im Überblick:

  • Laubblätter stiellos, oval und spitz zulaufend
  • 4 bis 10 cm lang
  • Behaarte Oberfläche, glatte Unterseite
  • Silberweiß-dunkelgrüne oder Violett-grüne Längsstreifenstruktur
  • Unterseite in dunklem Violett

Blüten

Wenn Sie hierzulande ein Zebrakraut in Zimmerkultur halten, dürfen Sie nicht allzu sehr auf Blüten hoffen. Sie bilden sich nämlich nur unter sehr herkunftsähnlichen Bedingungen. Wenn Sie der Staude solche Verhältnisse bieten können, dankt sie es Ihnen möglicherweise mit kleinen, aber durchaus hübschen rosa Blüten mit drei Kronblättern. Sie können das ganze Jahr über erscheinen.

Blüten im Überblick:

  • In der Zimmerkultur nur selten ausgebildet
  • Kleiner, dreiblättriger Aufbau
  • Farbe Rosa
  • Erscheinen das ganze Jahr über

Frucht

Die kleinen Kapselfrüchte werden in der Zimmerkultur freilich ebenso selten ausgebildet.

Welcher Standort ist geeignet?

Wie so viele aus den Tropen stammende Zimmerpflanzen braucht das Zebrakraut einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Am besten eignet sich ein Fensterplatz mit leichter Abschattung durch Nachbarpflanzen oder einen lichten Vorhang. Ein wenig sanfte Morgen- oder Abendsonne schadet der Pflanze nicht. Generell gilt: Je buntlaubiger die Sorte, desto heller sollte sie stehen, je grüner die Sorte, desto schattiger darf ihr Stellplatz sein.

Praktisch für den Pflanzenfreund: Das Zebrakraut fühlt sich wie er selbst bei normaler bis warmer Zimmertemperatur am wohlsten. 20 bis 24°C sind ideal. Im Winter braucht es eine leichte Temperaturabsenkung. Ein geeignetes Überwinterungsquartier ist etwa ein Fensterplatz in einem ungeheizten Treppenhaus, wo etwa 12 bis 15°C herrschen.

Im Sommer können Sie Ihr Zebrakraut auch für eine gewisse Zeit nach draußen stellen/hängen, wenn die Temperatur nicht allzu sehr von der gewohnten Zimmertemperatur abweicht. Auch hier sollten Sie es aber vor direkter Sonne schützen.

Standortanforderung in Kürze:

  • Typisch tropische Standortvorlieben: Hell, aber absonnig
  • Warme Zimmertemperatur von 20 bis 24°C
  • Im Winter etwas kühler, etwa 12 bis 15°C

Welche Erde braucht die Pflanze?

Das Zebrakraut stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an sein Substrat. Sie können normale Blumenerde verwenden. Als Alternative – vor allem für Vielreisende – bietet sich aber auch die Hydrokultur an.

Zebrakraut gießen

Das Zebrakraut ist tropische Verhältnisse gewöhnt – sorgen Sie also dafür, dass sein Wurzelballen stets gut durchfeuchtet ist. Trotzdem sollte Staunässe tunlichst vermieden werden, denn die Wurzeln können leicht faulen. Wenn der Wurzelballen einmal ganz austrocknet, macht das in der Regel nichts, bei häufigerer Trockenheit beschwert sich das Zebrakraut in Form bräunlich vertrockneter Blattränder. Wie viele Tropenpflanzen ist dem Zebrakraut auch die ein oder andere lauwarme Sprühdusche aus dem Wasserdisperser willkommen. Verwenden Sie dafür wie auch zum Gießen möglichst kalkarmes, weiches Wasser.

Während der Überwinterungsphase schränken Sie die Wassergabe so weit ein, dass die Erde nicht völlig austrocknet.

Gießpraxis im Überblick:

  • Gießen gemäß tropischer Herkunftsumstände: Wurzelballen kontinuierlich feucht halten
  • Weder übergießen, noch häufig austrocknen lassen
  • Gerne ab und an besprühen
  • Möglichst weiches, kalkarmes Wasser verwenden
  • Im Winterquartier sparsam gießen

Zebrakraut richtig düngen

Einen besonders hohen Nährstoffbedarf hat das Zebrakraut nicht. Eine Düngegabe ist höchstens ab dem zweiten Kultivierungsjahr oder nach einem Umtopfen angebracht. Nutzen Sie dafür entweder handelsüblichen Grünpflanzendünger, den Sie dem Gießwasser beimischen oder auch Düngestäbchen. Häufiger als alle 4 Wochen während der Vegetationsperiode brauchen Sie nicht zu düngen. Im Winter verzichten Sie ganz darauf.

Zum Merken:

  • Nährstoffbedarf des Zebrakrauts mäßig
  • Düngen erst ab dem zweiten Kultivierungsjahr oder nach dem Umtopfen
  • Flüssigen Grünpflanzendünger oder Düngestäbchen verwenden
  • Nur über die Vegetationsperiode hinweg etwa alle 4 Wochen düngen

Zebrakraut richtig schneiden

Die unteren Blätter an den langen Trieben werden mit fortschreitendem Alter abgeworfen, sodass das Zebrakraut bald verkahlt. Das sieht dann nicht mehr schön aus. Um einen frischen Austrieb und einen kompakteren Wuchs zu fördern, können Sie solche Triebe im Frühjahr weit zurückschneiden. Da das Zebrakraut recht schnellwüchsig ist, bleibt der traurig reduzierte Anblick auch nicht allzu lange bestehen.

Zebrakraut vermehren

Vermehren lässt sich eine Zebrakrautpflanze recht einfach über die Stecklingsmethode. Sie ist auch eine empfehlenswerte Alternative zum radikalen Rückschnitt verkahlter Exemplare. Schneiden Sie dazu am besten im späten Frühjahr einfach einen gesunden Trieb ab und stellen ihn in ein Wasserglas. Aus den Sprossnodien können sich dann schon nach 24 Stunden Wurzeln bilden. Den bewurzelten Trieb brauchen Sie dann nur noch in ein Anzuchttöpfchen mit Blumenerde zu setzen und regelmäßig feucht zu halten.

Alternativ können Sie den Steckling auch gleich in ein feuchtes Substrat aus Torf und Sand stecken. Weil er so schnell wurzelt, ist diese Variante beim Zebrakraut auch nicht aufwändiger als die Wasserbewurzelung. Nach etwa 2 bis 3 Wochen können die Jungpflanzen in Töpfe mit normaler Blumenerde umgepflanzt und weiterkultiviert werden.

Vermehrung im Überblick:

  • Zebrakraut leicht per Stecklingsmethode vermehrbar
  • Stecklinge wurzeln schnell
  • Entweder in feuchtem Torf-Sand-Substrat oder im Wasserglas

Krankheiten/Schädlinge

Besonders anfällig für Krankheiten oder Schädlinge ist das Zebrakraut nicht. Gelegentlich kann es von Blattläusen befallen werden. Diese Parasiten stechen die Blätter ihrer Wirtspflanze an und saugen ihren Pflanzensaft. Dabei scheiden sie wie Schildläuse auch klebrigen Honigtau aus, an dem Sie den Befall unmittelbar erkennen können. Wird diesem Belag nicht rechtzeitig entgegengewirkt, können sich darunter auch Rußtaupilze ansiedeln. Blattläuse können sich besonders in warmer, trockener Umgebung explosionsartig vermehren. Achten Sie darum vorbeugend auf eine regelmäßige Wässerung und auch auf gelegentliches Übersprühen.

Bekämpft werden Blattläuse am besten zunächst mechanisch, indem sie mit Wasser von der Pflanze abgespült werden. Stark geschädigte Triebe schneiden Sie am besten heraus. Bei fortgeschritterem und/oder hartnäckigerem Befall können Sie auch auf ein Präparat auf Neemöl-Basis zurückgreifen.

Ist Zebrakraut giftig?

Das Zebrakraut ist nicht giftig – Haustierbesitzer und Eltern brauchen also nicht auf die charmante Hängestaude zu verzichten.
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Tipp

Um vorzeitig einem sparrigen Wuchs vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Triebspitzen regelmäßig auszubrechen.

Sorten

Das Zebrakraut gibt es in einigen verschiedenen Zuchtsorten, die sich vor allem in der Farbe und Struktur der Blätter vielgestaltig zeigen. So gibt es neben einfach gestreiften auch mehrfach gestreifte Varianten, bei den Farben gibt es die ein oder andere leicht abweichende Schattierung und mal mehr silberweiße, mal mehr violette Anteile. Auch nahezu ganz grüne Sorten sind zu haben. Hier darf ganz nach persönlicher Neigung und gestalterischen Kombinationsaspekten gewählt werden.

Tradescantia zebrina ‚Purpusii‘

Wie der Sortenname es schon vermuten lässt, konzentriert sich die Blattfärbung hier auf die violetten Anteile, die hier etwas in Rosa übergehen. Streifen in Silberweiß bleiben hier ganz aus. Die Unterseite erscheint in einem leuchtenden, rötlichen Violett. Insgesamt sind die Blätter etwas größer als bei den Sortengenossen. Die Blüten, wenn sie denn gebildet werden, sind weiß und von einem rosafarbenen Schimmer überzogen.

Tradescantia zebrina ‚Quadricolor‘

Auch hier ist der Name Programm: vierfarbig und unregelmäßig in Purpur, Cremeweiß, Grün und Silberweiß gestreift präsentiert sich diese Zebrakrautsorte und ist damit ein besonders attraktiver Blickfang. Damit sich das schöne Farbspiel gut ausprägt, sollten Sie diese Sorte möglichst hell stellen oder hängen.

Tradescantia zebrina ‚Discolor‘

Diese Sorte zeigt eine sehr variabel gestreifte Struktur mit Grün, Cremeweiß und perlmutten schimmerndem Rosa. Sie mag all denjenigen zusagen, die Gefallen an ungeordneten Farbspielen in ihrer Pflanzenoase finden.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Phatthanun Kaewsuwan/Shutterstock
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