Knöterich über Ableger vermehren

Knöterichgewächse sind eine große Pflanzenfamilie mit sehr unterschiedlichen Mitgliedern. Unter ihnen gibt es Kletterpflanzen ebenso wie Stauden oder kriechende Bodendecker. Ihnen allen ist jedoch gemein, dass sie sämtlich als sehr wuchsfreudig und nur schwer im Zaum zu halten gelten. Ihre Wuchsfreude umfasst auch ihre Vermehrung, denn sämtliche Knötericharten sind sehr leicht über Samen, Ableger bzw. Stecklinge oder auch durch Teilung zu vervielfältigen.

Knöterich Stecklinge
Die Vermehrung von Knöterich über Ableger ist erstaunlich einfach

Welche Knötericharten eignen sich zur Vermehrung?

Viele Knöteriche bilden dabei so genannte Wurzelableger aus, ergo vereinzelbare Triebe, die direkt aus den Rhizomen erwachsen. Diese Triebe können ausgegraben bzw. von der Mutterpflanze abgetrennt und separat als eigenständige Pflanze kultiviert werden. Eine solche Vermehrung bevorzugt etwa der auch als Riesenknöterich bekannte Japanische Knöterich, der selbst aus kleinsten Wurzelbestandteilen Ableger bilden kann. Andere Knöteriche – wie beispielsweise der kletternde Schlingknöterich – entwickelt auch an oberirdischen Trieben wurzelbildende Ableger. Der bodenbedeckende Teppich- oder Scheckenknöterich wiederum lässt sich problemlos teilen.

Ableger schneiden und einpflanzen

Die Vermehrung des Schlingknöterichs sowie des Scheckenknöterichs gelingt am besten über Stecklinge, die möglichst krautig im Frühsommer geschnitten werden. Alternativ ist auch eine Verwendung von im Winter geschnittenen, verholzten Steckhölzern möglich. Da hierbei jedoch die Erfolgsrate erfahrungsgemäß deutlich niedriger ist, sollte eine Stecklingsvermehrung im Sommer bevorzugt werden.

Knöterich über Stecklinge vermehren

So vermehren Sie Schling- und Scheckenknöterich:

  • Schneiden Sie etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Triebe.
  • Diese sollten noch nicht verholzt sein.
  • Verwenden Sie ein sauberes und scharfes Messer.
  • Die Schnittfläche sollte für eine leichtere Wasseraufnahme möglichst schräg sein.
  • Tauchen Sie die Schnittstelle in Bewurzelungspulver.
  • Mischen Sie zwei Drittel Anzuchterde und ein Drittel Sand.
  • Stecken Sie die Stecklinge etwa einen Zentimeter tief dort hinein.
  • Stülpen Sie einen perforierten Plastikbeutel über den Topf.
  • Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Standort.
  • Jedoch nicht in direkte Sonne.
  • Halten Sie das Substrat feucht.
  • Lüften Sie mehrmals täglich, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Nach etwa drei bis vier Wochen können Sie den nun ausreichend bewurzelten Steckling direkt an seinen Bestimmungsort auspflanzen.

Tipps

Sofern die Witterung günstig ist, können Sie den Steckling auch gleich im Freien ziehen. Entweder schneiden Sie dazu Stecklinge und stecken diese direkt in die Erde oder sie vermehren den Knöterich – vor allem beim Schlingknöterich eine erprobte Methode – über Absenker.

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.