Knöterich vermehren – So gelingt es Ihnen

Knöterich ist nicht gleich Knöterich: Die Pflanzenfamilie der Gattung Persicaria umfasst etwa 30 verschiedene Arten, wovon für den heimischen Garten vor allem der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica) sowie der teppichbildende Garten-Scheckenknöterich (Bistorta affinis) in vielen verschiedenen Sorten von Interesse ist. Beide Arten können auf eine ähnliche Weise vermehrt werden.

Knöterich Vermehrung
Knöterich lässt sich gut über Stecklinge vermehren
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Vermehrung verschiedener Knötericharten

Beide Knötericharten können recht einfach über Samen und Stecklinge vermehrt werden. Während die Aussaat stets im Frühjahr vorgenommen wird, erfolgt die Vermehrung über Stecklinge sowohl im Sommer als auch im Winter. Sommerstecklinge sollten krautig und noch nicht verholzt sein, sie werden am besten gleich draußen gezogen. Im Winter nehmen Sie stattdessen verholzte Steckhölzer, die an einem warmen Ort zur Bewurzelung gebracht und im Frühjahr schließlich ausgepflanzt werden. Eine Vermehrung über Teilung funktioniert dagegen meist nur beim Bodendecker Scheckenknöterich. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr.

Schlingknöterich umsetzen

Grundsätzlich ist ein Ausgraben und Umsetzen größerer bzw. älterer Exemplare durchaus möglich, wird allerdings durch die bis zu drei Meter tief reichenden Wurzeln erschwert. Die Pflanze muss sehr großzügig ausgegraben werden, um so wenige Wurzeln wie möglich zu beschädigen. Die oberirdischen Pflanzenteile können dagegen radikal herunter geschnitten werden – müssen sie auch, denn anderenfalls könnten Sie das Ungetüm nicht transportierten. Manchmal ist auch eine Teilung durch so genannte Wurzelableger möglich.

Stecklingsvermehrung beim Knöterich

Am einfachsten dürfte allerdings die vegetative Vermehrung über Stecklinge vonstatten gehen. Dabei hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • Schneiden Sie einen etwa 10 bis 15 Zentimeter langen, krautigen Steckling.
  • Verwenden Sie dafür ein scharfes und sauberes Messer.
  • Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Frühsommer, da die Pflanze dann leichter Wurzeln schlägt.
  • Die Schnittstelle sollte möglichst schräg sein, um der Pflanze die Wasseraufnahme zu erleichtern.
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf die beiden oberen.
  • Auch eventuelle Blüten werden entfernt – sie rauben dem Steckling die Energie für die Wurzelbildung.
  • Mischen Sie zwei Drittel Anzuchterde mit einem Drittel Sand.
  • Tauchen Sie die Schnittstelle in ein Bewurzelungspulver.
  • Pflanzen Sie den Steckling etwa einen Zentimeter tief ein.
  • Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.
  • Stülpen Sie einen perforierten Plastikbeutel oder ein Einmachglas über den Steckling.
  • Lüften Sie mehrmals täglich.
  • Stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Ort.
  • Vermeiden Sie jedoch direkte Sonne.

Tipps

Sobald der Steckling Wurzeln gebildet hat, bildet er neue Blätter aus und kann anschließend gleich an seinen vorgesehenen Standort gepflanzt werden.

Text: Ines Jachomowski
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