Sukkulenten gekonnt pflegen – darauf sollten Sie achten

Sukkulenten muten an, wie Gestalten aus einer anderen Welt. Mit ihren fleischigen Blättern und Trieben formen sie markante Silhouetten von wenigen Zentimetern bis mehreren Metern Höhe. Wie gut, dass die facettenreiche Pflanzengesellschaft in puncto Pflege an einem Strang zieht. Wie Sie die saftreichen Überlebenskünstler richtig pflegen, erfahren Sie hier.

Sukkulenten gießen
Sukkulenten brauchen wenig Aufmerksamkeit
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Sukkulenten richtig gießen – wie geht das?

Mehrheitlich entstammen Sukkulenten Regionen dieser Erde, in denen Wasser Mangelware ist. Um dort zu überleben, haben sie gelernt, in ihrem Inneren Wasservorräte anzulegen für schlechte Zeiten. Die geniale Überlebensstrategie ist erkennbar an den fleischigen Blättern, Trieben, Stämmen und Wurzeln. Auf diese Eigenschaft sollte das Gießen abgestimmt werden, denn ein Übermaß an Nässe können die Pflanzen nicht verkraften. So machen Sie es richtig:

  • Vom Frühling bis zum Herbst erst dann gießen, wenn die Erde fühlbar getrocknet ist
  • Vor jedem Gießen den Finger ins Substrat stecken, um den Feuchtigkeitsgehalt zu überprüfen
  • Im Winter nicht oder lediglich in kleinen Schlucken gießen

Verwenden Sie bitte überwiegend Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser, da die meisten Sukkulenten keinen Kalk vertragen. Um den Feuchtigkeitsgehalt an majestätischen Sukkulenten richtig abschätzen zu können, reicht die Daumenprobe nicht immer aus. Mit einem einfachen Feuchtigkeitsmesser sind Sie stets genau darüber im Bilde, ob Gießbedarf besteht oder nicht.

Wann und wie sind Sukkulenten zu düngen?

Bei der Nährstoffversorgung gehen Sie bitte ebenso zurückhaltend vor, wie beim Gießen. Von Mai bis September düngen Sie Ihre Sukkulenten alle 3 bis 4 Wochen. Zu diesem Zweck geben Sie einen speziellen Kakteen- oder Sukkulentendünger ins Gießwasser. Im Beet nehmen die Pflanzen eine Portion Laubkompost oder Hornspäne dankbar an. Harken Sie organischen Dünger nur leicht ein und gießen mit weichem Wasser nach. Im Freiland stellen Sie die Gabe von Dünger bereits Anfang August ein, damit winterharte Sukkulenten vor dem ersten Frost ausreifen können.

Sukkulenten schneiden – ist das möglich?

Wenn der mächtige Säulenkaktus an die Zimmerdecke stößt oder an Agaven ein Blatt abstirbt, können Sie das Problem mit einem beherzten Schnitt beheben. Die große Mehrheit von Sukkulenten-Arten verkraftet einen Rückschnitt unbeschadet. Verwenden Sie bitte ein scharfes Messer, das mit Alkohol desinfiziert ist. Den Saftfluss aus einer Schnittwunde bestäuben Sie mit Holzkohleasche oder Gesteinsmehl. Alternativ betupfen Sie die Schnittstelle kurz mit einem Tuch, das Sie in heißes Wasser tauchten.

Wie überwintern Sukkulenten?

Kurze Tage und Lichtmangel während der Winterzeit verbringen Sukkulenten idealerweise nicht im gut geheizten Wohnzimmer. Setzt sich während der kalten, dunklen Jahreszeit die normale Wasser- und Nährstoffversorgung nahtlos fort, können sich dünne, vergeilende Triebe entwickeln, die abbrechen. Besser ist, Sie überwintern die Pflanzen so:

  • Von November bis Februar hell und kühl aufstellen bei Temperaturen um 10 Grad Celsius
  • Weniger oder überhaupt nicht gießen
  • Von Oktober bis Februar nicht düngen

Ihre winterharten Sukkulenten im Beet statten Sie bitte aus mit einem Regendach. Hier sind nicht die frostigen Temperaturen der Engpass, sondern die permanente Nässe des mitteleuropäischen Winters. Kübel räumen Sie wahlweise ein ins frostfreie, helle Winterquartier oder umhüllen sie mit Luftpolsterfolie und einer Kokosmatte.

Welche Krankheiten sind zu befürchten?

Pilzinfektionen sind die häufigsten Sukkulenten-Killer. Das gilt vor allem dann, wenn eine Pflanze infolge von Versäumnissen in der Pflege geschwächt ist. Diese Krankheiten können auftreten:

  • Brennfleckenkrankheit (Gloeosporium): eingesunkene, braune Flecken, harte und borkige Epidermis
  • Fusarium-Welke (Fusarium verticillioides): braune Triebspitzen, rot-violetter Sporenbelag und Welkeerscheinungen
  • Wurzel- und Stängelfäule (Phytophtora): aufgeweichter Körper, verfaulende Wurzeln

Krankheiten haben an Sukkulenten immer dann leichtes Spiel, wenn die Pflanzen übermäßig gegossen werden. Ebenso bereitet eine Stickstoff-betonte Düngung mit herkömmlichem Blumendünger häufig Probleme. Ist hingegen der Wasser- und Nährstoffhaushalt im Lot, entwickeln die Pflanzen robuste Abwehrkräfte gegenüber Krankheitserregern aller Art.

Welche Schädlinge haben es auf Sukkulenten abgesehen?

Verschiedene Schädlinge haben Sukkulenten drinnen und draußen im Visier. Zumeist lauern die Biester auf geschwächte Pflanzen und lassen sich selbst durch das Dornenkleid von Kakteen nicht abhalten. Die folgenden Plagegeister stehen ganz oben auf der Liste:

  • Spinnmilben: zumeist im Winter, gesprenkelte Blätter und Triebe sowie weiße Gespinste in den Blattachseln
  • Woll- und Schildsläuse: zu jeder Jahreszeit, kleine Höcker auf der Epidermis, weißer, wolliger Belag
  • Dickmaul-Rüssler: adulte Käfer sowie deren Larven im Beet fressen die Pflanzen an

Für die Bekämpfung von Schädlingen ist der Griff zum chemischen Insektizid in der Regel nicht erforderlich. Gegen Spinnmilben und Läuse hat sich die klassische Schmierseifen-Lösung gut bewährt. Im frühen Befallsstadium kann wiederholtes Abbrausen der Plage bereits ein Ende setzen. Fernerhin bereiten ökologische Mittel auf der Basis von Neem- und Rapsöl den Insekten den Garaus. Dickmaul-Rüssler und deren Larven werden effektiv bekämpft mit Nematoden.

Tipps

Sukkulenten kommen wochenlang ohne Erde aus. Diese besondere Eigenschaft wissen kreative Zimmer-Gärtner zu nutzen für atemberaubende Dekorations-Ideen. Sehr gut geeignet sind beispielsweise die Zweige des Pfennigbaums, um damit spektakuläre Tischdekos zu zaubern. Oder Sie füllen ein ausgedientes Terrarium mit Sand, um darauf Kakteen kunstvoll zu arrangieren.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: nafterphoto/Shutterstock

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