Spalierbaum schneiden – von der Pflanzung zur Erhaltung

Spalierobst kann für üppige Erträge sorgen. Bis es dazu kommt, muss der Gärtner einige Zeit in die Pflege investieren. Dazu gehören jährliche Schnittmaßnahmen, damit das Gehölz nicht aus der Form gerät.

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Jedes Jahr im Frühjahr sollte Spalierobst beschnitten werden

Pflanzschnitt

Unabhängig davon, ob Sie das Bäumchen im Herbst oder Frühjahr pflanzen, findet der erste Schnitt nach dem Winter statt. Bei diesem Eingriff wählen Sie die beiden stärksten Seitenäste aus, die im unteren Bereich der Krone wachsen. Diese bilden später die Leitäste der ersten Etage und werden um ein Drittel eingekürzt. Wichtig ist, dass das letzte Auge nach unten gerichtet ist. Befestigen Sie die Äste an den waagerechten Drähten.

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Schneiden Sie senkrechte oder schräge Seitenäste so zurück, dass etwa drei Blätter übrig bleiben. Je nach Optik können Sie diese Triebe auch auf kleine Stummel reduzieren. Der Haupttrieb, welcher senkrecht nach oben wächst, darf auf ein nach außen zeigendes Auge eingekürzt werden. Möchten Sie weitere Etagen aufbauen, entfällt diese Maßnahme.

Erziehung

Mit den Erziehungsschnitten wird die Spalierform weiter ausgebildet. Es bedarf regelmäßiger Aufmerksamkeit, damit der Baum in dieser Gestalt wächst.

Erster Sommer

Im folgenden Juli sorgen Pflegeschnitte für den Aufbau von Leitästen und Fruchtholz in der zweiten Etage. Wählen Sie die kräftigsten Seitentriebe aus, die über der ersten Seitenastetage stehen. Fixieren Sie diese in einem Winkel von 45 Grad am Spalier. Binden Sie die Äste im Laufe der Saison weiter nach unten, bis sie ihre waagerechte Ausrichtung erreicht haben.

Schnittempfehlungen:

  • Steiltriebe an der Basis kappen
  • junge Triebe am Hauptast abschneiden
  • sämtliche Seitenäste auf fünf bis sechs Blätter einkürzen
  • untere Leitäste entspitzen

Zweiter Frühling

Der Spalierbaum besitzt ein Grundgerüst aus zwei Etagen, die mit den folgenden Schnitten zur Bildung von Verzweigungen angeregt werden. Dazu entfernen Sie alle steil nach oben wachsenden Austriebe und kappen die Spitzen der Leitäste, welche in der zweiten Astetage wachsen.

Tipps

Die Fruchtknospen sind dicker als Blattknospen. Kürzen Sie solche Triebe auf etwa vier schlafende Augen ein, damit der Spalierbaum später reich trägt.

Erhaltung

Bei diesen Maßnahmen geht es darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Fruchtholz und den Leitästen zu erzeugen. Sie fokussieren sich auf den Aufbau einer gleichmäßigen Krone und fördern die Fruchtentwicklung der Obstbäume.

Zweiter Sommer

Zwischen Juni und August schneiden Sie sämtliche Jungtriebe, die am Haupttrieb wachsen, auf etwa 20 Zentimeter zurück. Gehen Sie gleichermaßen bei allen Austrieben an den Etagenleitästen vor. Alle Steiltriebe und solche, welche dem Leitgerüst durch ein kräftiges Wachstum in Konkurrenz treten, werden vollständig entfernt.

Dritter Frühling

Beim Zapfenschnitt schneiden Sie alle Fruchtriebe entlang der Astetagen, die sich stark verzweigt haben oder altern, auf etwa drei bis vier schlafende Augen zurück. Das reduziert den Fruchtertrag und verbessert die Qualität der übrigen Früchte.

Text: Christine Riel
Artikelbild: ILEGRI/Shutterstock

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