Schwertlilien: Pflanzen und pflegen

Die Schwertlilie oder auch Iris verzaubert den Betrachter mit ihren herrlichen Blüten, die in den verschiedensten Farben des Regenbogens leuchten. Die Gattung ist überaus arten- und sortenreich, wobei es für jeden Standort die passende Varietät gibt. Ob schattig und feuchter Boden oder trockener Untergrund und Sonne: Der Gärtner hat die Auswahl. Die meisten Arten sind winterhart und zudem erfreulich unkompliziert in der Pflege.

schwertlilien
Die Iris ist eine exotisch anmutende Schönheit

Herkunft und Verbreitung

Schwertlilien sind nur auf der Nordhalbkugel der Erde heimisch sowie fast ausschließlich in den gemäßigten Klimazonen – dafür kommen die prächtig blühenden Sommerblumen auf fast jedem nördlichen Kontinent in einer unüberschaubaren Vielfalt vor. Der Gattungsname “Iris” bezieht sich übrigens auf die gleichnamige griechische Göttin des Regenbogens, denn auch die Schwertlilien sind in einer unglaublichen Farbenvielfalt erhältlich. Das Spektrum der unterschiedlichen Blüten- und Wuchsformen ist ebenso unerschöpflich, gibt es doch von den niedrigen wachsenden Zwergformen bis hin zu den hochwachsenden Bart-Iris die verschiedensten Varianten. Kein Wunder also, dass der Bund deutscher Staudengärtner die beliebte Pflanze 2016 zur “Staude des Jahres” ernannte.

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Verwendung

Die Verwendungsmöglichkeiten für Schwertlilien hängen wesentlich von der gewählten Art und Sorte ab. Varietäten für feuchte Untergründe fühlen sich am Rande eines Gartenteichs oder eines Bachlaufs wohl, während an trockene und sonnige Standorte angepasste Iris-Arten wunderbar ins Staudenbeet oder in den Steingarten passen. Außerdem können Sie die prächtigen Stauden auch wunderbar in Töpfen kultivieren, sofern dort für eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen gesorgt ist. Insbesondere die Zwerg-Formen – wie beispielsweise niedrige Bart-Schwertlilien – eignen sich für eine Kübelkultur.

Im Beet werden die hübschen Blumen mit den außergewöhnlichen Blüten häufig mit Stauden und Zwiebelblumen wie beispielsweise Pfingstrosen (Paeonia), Rittersporn (Delphinium), Taglilien (Hemerocallis), Mohnblumen (Papaver), Tulpen (Tulipa) und Lavendel (Lavandula) sowie mit Gräsern wie etwa Blauschwingel (Festuca cinerea) oder Riesen-Federgras (Celtica gigantea) kombiniert.

Aussehen und Wuchs

Mit Ausnahme der Netzblatt-Schwertlilie bilden alle Iris-Arten Rhizome bzw. Knollen aus, keine Zwiebeln wie beispielsweise Narzissen oder Krokusse. Im Frühjahr schälen sich aus diesen Überdauerungsorganen die langen, schwertähnlichen Blätter sowie die je nach Art und Sorte zwischen 15 und 120 Zentimeter hohen Blütenschäfte. Nach der Ausbildung und Reifung der Kapselfrüchte im späten Sommer oder Herbst sterben alle oberirdischen Pflanzenteile ab und es überwintert lediglich das Rhizom bzw. die Knolle. Schwertlilien gehören zu den krautig wachsenden, ausdauernden Pflanzen.

Blüten und Blütezeit

Die Schönheit der Schwertlilien beruht in erster Linie auf ihren ungewöhnlich aufgebauten, in vielen verschiedenen Farben leuchtenden Blüten. Charakteristisch für Irisblüten ist ihre Dreiteilung: Jede besteht aus drei aufrecht stehenden Domblättern sowie drei weiteren, nach unten hängenden Hüllblättern. Diese können gleichfarbig, aber auch unterschiedlich gefärbt sein. Bei manchen Sorten sind die Hüllblätter zudem an den Rändern gefranst oder gerüscht, außerdem besitzen die diversen Bart-Schwertlilien einen haarigen “Bart” am hinteren Teil der Blüte. Zwischen den Dom- und den Hüllblättern sitzt der Stempel, der sich aus einem dreiästigen Griffel und den Staubbeuteln zusammensetzt.

Giftigkeit

Eltern haben gewiss schon einmal von der Veilchenwurzel als Zahnungshilfe für Babys gehört bzw. diese sogar ihrem Kind angeboten. Die schon seit Jahrhunderten verwendete Wurzel stammt jedoch entgegen aller Vermutungen nicht von den blauen Veilchen, sondern von der Schwertlilie bzw. Iris. Auch in der Homöopathie findet insbesondere die heimische Gelbe Schwertlilie, die auch als Sumpfschwertlilie bezeichnet wird, als Wundheilmittel Anwendung.

Allerdings sind derartige in der Volksmedizin überlieferte Anwendungsgebiete mit Vorsicht zu genießen: Alle Schwertlilien-Arten sind giftig und können typische Vergiftungssymptome wie Erbrechen, Durchfall, Übelkeit etc. verursachen. Zudem treten nach einem Genuss durch die beinhalteten Scharfstoffe Reizungen der Schleimhäute, ein vermehrter Speichelfluss sowie Schluckbeschwerden auf. Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Haus- und Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Hunde und kleine Nager.

Standort und Boden

Der ideale Standort für Schwertlilien hängt von der konkreten Art ab. Typische Sumpfgewächse wie beispielsweise die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica, auch als Wiesen-Schwertlilie bezeichnet) oder die heimische Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus) frische bis nasse Plätze im Garten, etwa auf einer feuchten Wiese oder direkt am Teichrand.

Andere Schwertlilien hingegen benötigen einen eher trockenen Standort mit nährstoffreichem, lehmhaltigem und gut durchlüftetem Boden und viel Sonnenlicht. Diese Arten vertragen im Gegensatz zur Sumpf-Schwertlilie keine dauerhafte Feuchtigkeit und stehen daher am besten im Staudenbeet oder gar im Steingarten. Die beliebten Bart-Iris beispielsweise sind recht trockenheitsverträglich und harmonieren daher sehr gut mit ebenfalls entsprechenden Arten wie etwa Fetthenne oder Thymian.

Des Weiteren lassen sich insbesondere die kleinwüchsigen Arten sehr gut in Töpfen kultivieren, sofern Sie die Pflanzgefäße vor einem Übermaß an Feuchtigkeit schützen – vor allem während des Winters.

Schwertlilien richtig pflanzen

Ideale Pflanzzeit für alle Schwertlilien-Arten sind die Monate zwischen Ende Juli und Anfang Oktober, obgleich Sie bei entsprechender Witterung die Rhizome auch im März bzw. im November in die Erde versenken können.

Achten Sie bei der Pflanzung der Rhizome darauf, dass diese flach in die Pflanzgrube gelegt werden und das oberste Drittel noch aus dem Boden herausragt. Lockern Sie das Erdreich vor dem Pflanzen gründlich und fügen Sie dem Aushub Kompost sowie gegebenenfalls Sand hinzu. Für eine verbesserte Drainage im Falle von eher schweren, lehmigen Untergründen füllen Sie eine etwa daumendicke Schicht Sand in die flache Pflanzgrube ein und legen darauf die Rhizome ab.

Für eine flächige Bepflanzung, etwa für eine Rabatte, sollten Sie zwischen 12 und 16 niedrig bleibende Schwertlilien und zwischen fünf und sieben hoch wachsende Arten pro Quadratmeter einplanen.

Schwertlilien gießen

Ausgepflanzte und gut verwurzelte Schwertlilien müssen im Grunde nur bei anhaltender Trockenheit zusätzlich gegossen werden. in Töpfen kultivierte Exemplare müssen hingegen regelmäßig gewässert werden, dürfen aber nicht nass stehen – eine gute Drainage ist daher unerlässlich, zudem ist vor jedem Wässern eine Daumenprobe durchzuführen.

Schwertlilien richtig düngen

Schwertlilien im Garten genügt es, im März oder April mit Kompost und einer Handvoll Hornspänen (6,39€ bei Amazon*) gedüngt zu werden, was bei Bedarf (z. B. bei auftretenden Mangelerscheinungen) im Juni nochmals wiederholt werden kann. Alternativ bzw. für Topfpflanzen verwenden Sie einen kalibetonten Dünger.

Schwertlilien richtig schneiden

Schneiden Sie die verwelkten Blüten etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab, um so die Ausbildung von Samen und zu verhindern. Manche Schwertlilien lassen sich auf diese Weise noch zu einer zweiten Blüteperiode überzeugen. Die Blätter wiederum entfernen Sie erst im Herbst, wenn diese verwelkt sind und sich leicht abziehen lassen. Nehmen Sie diesen Schritt keinesfalls früher vor, da die unterirdischen Rhizome bzw. Knollen wertvolle Nährstoffe aus dem Laub abziehen und diese für den nächsten Austrieb speichern.

Schwertlilien vermehren

Alle drei bis vier Jahre sollten Sie die großblumigen Arten im Spätsommer ausgraben und die Rhizome teilen. Dadurch vermehren Sie die Schwertlilien nicht nur, sondern verjüngen die sonst vergreisenden Pflanzen und sorgen so für eine vermehrte Blütenentwicklung. Schneiden Sie die Rhizome an den eingeschnürten Abschnitten durch, wobei jedes Teilstück Wurzeln sowie einen Blattschopf besitzen sollte. Kürzen Sie die Blätter um ca. die Hälfte ein, damit die Pflanzen bis zum Einwurzeln nicht unnötig Feuchtigkeit verlieren.

Überwintern

Schwertlilien sind in der Regel winterhart, so dass die Knollen bzw. Rhizome während der Wintermonate im Boden bleiben können. Die Sibirische Schwertlilie und andere für feuchte Böden geeignete Arten erhalten zudem eine Abdeckung aus Stroh und Laub. In Töpfen kultivierte Schwertlilien können ebenfalls draußen überwintern, sollten aber im Regenschatten oder unter einer Überdachung aufgestellt werden.

Tipps

Sorgen Sie für einen guten Schneckenschutz um Ihre Schwertlilien-Anpflanzungen, diese fressen nämlich die saftigen Blätter innerhalb kürzester Zeit ab. Wühlmäuse wiederum schmecken die nahrhaften Rhizome bzw. Knollen.

Arten und Sorten

Die Gruppe der Schwertlilien (bot. Iris) ist riesig: Allein 285 Wildarten sind bekannt, die allesamt zumeist aus den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel stammen. Hinzu gesellt sich eine schier unüberschaubare Anzahl an Naturhybriden und Zuchtformen, von denen die so genannte Bart-Iris wahrscheinlich die bekannteste ist. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine bestimmte Art, sondern um eine Gruppe von Iris-Züchtungen mit einem charakteristischen Merkmal: Ihre Blüten blühen nicht nur in allen Farben des Regenbogens, sondern tragen zudem ein kleines Bärtchen.

Beliebte Kulturformen

Während Botaniker die Gattung in sechs verschiedene Untergruppen einteilen, unterscheidet der Gärtner lediglich zwischen Knollen- und Rhizom-Schwertlilien. In die letzte Gruppe gehören die bereits erwähnten Bart-Schwertlilien, die wiederum in drei weitere Untergruppen einsortiert werden:

  • Zwerg-Schwertlilien (Iris barbata ‘Nana’-Hybriden): höchstens 30 Zentimeter hoch, Blüte ab Mitte April
  • Mittelhohe Bart-Schwertlilien (Iris barbata ‘Media’-Hybriden): Wuchshöhe bis 70 Zentimeter, Blütezeit ab Ende April / Anfang Mai
  • Hohe Bart-Schwertlilien (Iris barbata ‘Elatior’-Hybriden): Wuchshöhe mehr als 70 Zentimeter, Blüte ab Ende Mai

Interessante Sorten für den Garten sind beispielsweise diese:

  • ‘Calling Cadence’: zweifarbig gelbe und burgunderrote Blüten, Wuchshöhe ca. 90 Zentimeter
  • ‘Christmas Eve’: zweifarbig weiße und gelbe Blüten, Wuchshöhe ca. 95 Zentimeter
  • ‘Cracklin Rosie’: burgunderrote Blüten, Wuchshöhe ca. 100 Zentimeter
  • ‘Crooked Little Smile’: zweifarbig gelbe und blaue Blüten, Wuchshöhe ca. 80 Zentimeter
  • ‘Embrace Me’: pinkfarbene Blüten, Wuchshöhe bis ca. 100 Zentimeter
  • ‘Joyful Journey’: Blüten in Orange und Gelb, Wuchshöhe bis ca. 90 Zentimeter
  • ‘Misty Morning Melody’: zweifarbige blaue und weiße Blüten, Wuchshöhe ca. 95 Zentimeter
  • ‘Shelter from the Storm’: zweifarbig blaue und hellblaue Blüten, Wuchshöhe ca. 100 Zentimeter

Weitere hybride Arten

Über die Jahrhunderte haben sich auf ganz natürliche Weise verschiedene hybride Arten und Sorten entwickelt, die ebenfalls gern in den heimischen Garten gepflanzt werden:

  • Borsten-Schwertlilie (Iris setosa)
  • Großartige Schwertlilie (Iris magnifica)
  • Nacktstängel-Schwertlilie (Iris aphylla)
  • Netzblatt-Iris (Iris reticulata)
  • Regenbogen-Schwertlilie (Iris innominata)
  • Schmetterlings-Schwertlilie (Iris orientalis)
  • Terrakotta-Schwertlilie (Iris fulva)

Wildarten für den Garten

Des Weiteren trifft der Gärtner eine Unterscheidung zwischen Schwertlilien für feuchte und Iris für eher trockene Standorte. Ideal fürs Sumpfbeet bzw. den Teichrand sind etwa diese unkomplizierten Arten:

  • Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus): heimische Art
  • Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica): auch Wiesen-Schwertlilie
  • Japanische Pracht-Iris (Iris ensata)
  • Japanische Sumpf-Schwertlilie (Iris haematophylla)

Die folgenden Arten hingegen bevorzugen einen trockenen und sonnigen Platz im Garten:

  • Steppen-Schwertlilie (Iris spuria)
  • Bastard-Schwertlilie (Iris Spuria-Hybriden)
  • Gras-Schwertlilie (Iris graminea)
  • Bunte Schwertlilie (Iris variegata)

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Juice Team/Shutterstock

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