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Schädlinge im Garten? Setzen Sie auf nützliche Helfer!

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Nützlinge leisten einen wichtigen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung im Garten. Dieser Artikel stellt verschiedene Nützlinge und ihre Einsatzmöglichkeiten vor und gibt Tipps zur Förderung der Biodiversität.

Schädlinge Nützlinge
Marienkäfer fressen Läuse

Dickmaulrüssler bekämpfen mit Nematoden

Der Dickmaulrüssler ist ein gefürchteter Schädling in Gärten, der Pflanzen wie Hortensien, Rhododendren und Rosen befällt. Die erwachsenen Käfer hinterlassen buchtenförmige Fraßspuren an den Blatträndern. Weitaus gravierender ist der Schaden, den die Larven anrichten, da sie die feinen Wurzeln der Pflanzen fressen und die Wasser- und Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.

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Nematoden sind eine effektive und umweltfreundliche Methode zur Bekämpfung der Dickmaulrüssler-Larven. Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind natürliche Feinde der Larven. Die Nematoden werden in kleinen Kunststoffbeuteln angeboten, die ein Trägerpulver enthalten. Mischen Sie einen Esslöffel dieses Pulvers in zehn Liter Gießwasser. Eine Packung reicht für etwa zehn Quadratmeter.

Die optimale Zeit für die Ausbringung der Nematoden liegt zwischen April und September, wenn die Bodentemperatur konstant über zehn Grad Celsius liegt. Halten Sie den Boden nach der Ausbringung regelmäßig feucht, damit die Nematoden mobil bleiben. Diese dringen in die Larven ein und setzen Bakterien frei, die die Larven töten. Die Nematoden sind für Menschen, Haustiere und Pflanzen völlig ungefährlich und vermehren sich in den getöteten Larven, was eine nachhaltige Wirkung ermöglicht.

Blattläuse bekämpfen mit Schlupfwespen

Blattläuse sind kleine saftsaugende Insekten, die den Pflanzensaft von Blättern und Trieben absaugen, was zu verkrüppelten Blättern und deformierten Trieben führt. Schlupfwespen sind eine effektive und umweltfreundliche Methode zur Bekämpfung dieser Schädlinge.

Die Schlupfwespen der Gattungen Aphidius colemani, Aphidius ervi und Aphidius matricariae legen ihre Eier direkt in die Blattläuse. Die Larven ernähren sich von den Blattläusen und töten sie. Pro Schlupfwespe können bis zu 200 Blattläuse vernichtet werden.

Schlupfwespen sind in Pappröhrchen erhältlich. Hängen Sie die Röhrchen in der Nähe der befallenen Pflanzen auf, vermeiden Sie jedoch direkte Sonneneinstrahlung und Regen. Öffnen Sie den Deckel des Röhrchens, sodass die Schlupfwespen ausschwärmen können. Diese Methode ist auch für Blumenfenster, Gewächshäuser und Balkone geeignet und zeigt bei Temperaturen ab 15 °C optimale Wirkung.

Weiße Fliege bekämpfen mit Erzwespen

Die Weiße Fliege stellt insbesondere in Gewächshäusern und Wintergärten eine erhebliche Gefahr für Pflanzen dar. Diese Schädlinge saugen den Pflanzensaft aus den Blättern, was zu Blattvergilbung und Abfallen der Blätter führt.

Erzwespen der Art Encarsia formosa eignen sich zur effektiven Bekämpfung der Weißen Fliege. Diese Nützlinge legen ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege, und die heranwachsenden Wespenlarven ernähren sich von den Schädlingen. Ein einzelnes Erzwespenweibchen kann etwa 250 Larven der Weißen Fliege unschädlich machen.

Erzwespen werden in Pappkarten angeboten, die mit parasitierten Mumien der Weißen Fliege bestückt sind. Hängen Sie die Karten in die Nähe der befallenen Pflanzen. Nach und nach schlüpfen die Erzwespen und suchen weitere Larven. Beginnen Sie den Einsatz der Erzwespen bei den ersten Anzeichen eines Befalls und behandeln Sie benachbarte Pflanzen ebenfalls.

Schwebfliegenlarven als effektive Blattlausbekämpfer

Schwebfliegen sind friedliche Insekten, die oft mit Wespen verwechselt werden. Die erwachsenen Schwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen und sind wertvolle Bestäuber. Besonders bemerkenswert sind die Larven der Schwebfliege, die sich hauptsächlich von Blattläusen ernähren.

Um Schwebfliegen in Ihren Garten zu locken, sollten Sie blütenreiche Pflanzen setzen, die eine kontinuierliche Blüte vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst bieten. Geeignete Pflanzenarten sind Hirtentäschel im Frühjahr, Phacelia im Sommer und Kornblume im Herbst. Vermeiden Sie den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, um die Ansiedlung der Schwebfliegen nicht zu beeinträchtigen.

Florfliegen: Blattlauslöwen im Garten

Florfliegen sind hellgrüne Insekten mit durchscheinenden Flügeln. Die Larven, auch Blattlauslöwen genannt, sind effektive Jäger von Blattläusen und anderen kleinen Schädlingen. Während ihres Larvenstadiums können sie mehrere Hundert Blattläuse vertilgen.

Schaffen Sie im Garten Bedingungen, die Florfliegen anziehen:

  • Katzenminze als Staude setzt Blüten und benötigt einen sonnigen und durchlässigen Standort.
  • Blütenreiche Pflanzen bieten den erwachsenen Florfliegen Nektar und Pollen.
  • Insektenhotels und einfache Behausungen wie umgedrehte Blumentöpfe mit Holzwolle oder Stroh bieten Unterschlupf. Besonders rote Behausungen wirken anziehend.

Florfliegenlarven eignen sich auch für die Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern. Sie benötigen mindestens 12 °C und tragen wesentlich zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei.

Nützlinge im Garten fördern

Ein naturnaher Garten bietet wertvolle Lebensräume für Nützlinge, die bei der Schädlingsbekämpfung und der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts unterstützen. Hier sind einige konkrete Maßnahmen, um Nützlinge in Ihrem Garten zu fördern:

  • Vielfältige Pflanzenwelt schaffen: Blütenreiche Pflanzen wie Phacelia, Margeriten und Kornblume bieten Nützlingen eine reiche Nektar- und Pollenquelle. Eine durchgehende Blütezeit vom Frühjahr bis zum Herbst stellt sicher, dass immer Nahrung verfügbar ist.
  • Nist- und Überwinterungshilfen bieten: Insektenhotels, gefüllte Blumentöpfe als Winterquartiere und Totholzstapel bieten valuable Nistmöglichkeiten für Insekten wie Wildbienen, Florfliegen und Schlupfwespen. Richten Sie in einem ruhigen Garteneck eine solche Nistmöglichkeit ein, um die Attraktivität für Nützlinge zu erhöhen.
  • Wasserstellen hinzufügen: Kleine Teiche oder Vogeltränken sind wichtige Wasserquellen für viele Nützlinge und tragen zur Erhöhung der Biodiversität bei. Achten Sie darauf, dass diese Wasserstellen sauber und sicher sind, um das Leben von Insekten und Vögeln zu unterstützen.
  • Auf chemische Pestizide verzichten: Die Verwendung von chemischen Pestiziden kann Nützlinge und Schädlinge gleichermaßen dezimieren. Setzen Sie stattdessen auf biologische Schädlingsbekämpfungsmethoden, um das ökologische Gleichgewicht im Garten zu wahren.
  • Vogelhäuser und Futterstellen aufstellen: Vögel sind effektive Schädlingsbekämpfer, die gerne Raupen, Käfer und andere Insekten fressen. Ein Vogelhaus oder Futterstelle kann dabei helfen, Vögel in Ihren Garten zu locken und so die Schädlingspopulation in Schach zu halten.

Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen schaffen Sie ein nützlingsfreundliches Umfeld, das die natürliche Schädlingsbekämpfung unterstützt und gleichzeitig die Artenvielfalt in Ihrem Garten fördert. Eine vielfältige und gesunde Gartenlandschaft kommt nicht nur den Pflanzen zugute, sondern auch Ihnen als Gärtner, da sie die Pflege und den Erhalt Ihres grünen Paradieses erheblich erleichtert.

Bilder: manfredxy / iStockphoto