Vertrocknete Orchidee wieder ins Leben rufen – So gelingt es

Befinden sich vertrocknete Pflanzenteile an einer Orchidee, ist dies kein Grund, gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Mit ein wenig Glück und diesen Tipps hauchen Sie der edlen Zimmerpflanze wieder florales Leben ein.

Vertrocknete Orchidee retten
Oft kann eine vertrocknete Orchidee wiederbelebt werden

Trockenheit bedeutet nicht immer das Todesurteil

Im Gegensatz zu Staunässe toleriert eine Orchidee auch über längere Zeit Trockenheit, wenn regelmäßiges Gießen versäumt wird. Dank ihrer Luftwurzeln versorgt sich die Pflanze mit einem Mindestmaß an Wasser, solange im Zimmer eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Im Überlebenskampf zieht die geplagte Pflanze ihre Blüten, einzelne Blätter und Triebe zwar ein. Solange noch pralle Luftwurzeln oder grüne Pflanzenteile zu entdecken sind, ist die Orchidee nicht tot.

Lesen Sie auch

Rettungsplan für eine vertrocknete Orchidee

Signalisiert die Orchidee mit silbrig-grünen Luftwurzeln oder einem einzelnen Blatt ihren Überlebenswillen, greifen Sie der Pflanze mit dieser Strategie unter die floralen Arme:

  • Vertrocknete Blätter, Triebe und Pseudobulben mit einem scharfen Messer abschneiden
  • In einen Eimer zimmerwarmes, kalkfreies Wasser füllen
  • Darin die Wurzeln tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Die Orchidee austopfen und alle nicht mehr silbrig-grünen Luftwurzeln abschneiden

Das Wurzelbad fördert alle noch lebenden Luftwurzeln zutage, indem sie sich grün oder cremeweiß färben. Solange die geplagte Orchidee auf mindestens 2 bis 3 vitale Stränge zurückgreifen kann, besteht noch Hoffnung. Entfernen Sie das ausgetrocknete Substrat und topfen die Pflanze in frische Orchideenerde ein. Da jetzt eine hohe Luftfeuchtigkeit überlebenswichtig ist, sprühen Sie die gesamte Orchidee täglich ein mit weichem Wasser.

Blütenstängel schweren Herzens entfernen

Sofern eine vertrocknete Orchidee danach strebt, nach dem Wasserbad einen Blütenstängel oder eine Pseudobulbe auszutreiben, sollte dieser Prozess konsequent unterbunden werden. Das Wachstum junger Luftwurzeln steht jetzt im Fokus. Damit die Pflanze ihre gesamten Energiereserven darin investiert, schneiden Sie in dieser Phase überflüssige Blütenstiele schweren Herzens ab.

Tipps

Die Symptome von Staunässe und Trockenheit sind zum Verwechseln ähnlich. Da im dauernassen Substrat die Wurzeln verfaulen, kommt die Versorgung der Blätter, Blüten und Triebe mit Wasser vollständig zum Erliegen. Bevor Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen, überprüfen Sie daher den Feuchtigkeitsgehalt der Orchideenerde.

Text: Paula Jansen

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.