Kürbis pflanzen

Anleitung zum Kürbis pflanzen – grüner Daumen nebensächlich

Längst hat Kürbis sich gemausert zum unverzichtbaren Statussymbol im gut geführten Hobbygarten. Wie Sie das Prachtstück in Ihrem eigenen Reich anpflanzen, erklärt die folgende Anleitung. So ist auch ohne grünen Daumen alles im grünen Bereich.

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Wie verkürzt die Aussaat hinter Glas eine lange Kulturzeit?

Die lange Reifezeit von Kürbis lässt nicht viel Spielraum im hiesigen Klima. Vor Mitte Mai ist an ein Anpflanzen im Freiland nicht zu denken. Versierte Hobbygärtner favorisieren folglich dieAnzuchtim Haus, um Zeit zu gewinnen:

  • Mitte/Ende April frisches Saatgut im lauwarmem Wasser quellen lassen
  • nach 24 Stunden einsetzen in Saaterde bis 2 cm tief
  • Saatgefäß bedecken mit Folie oder Glas, nach schonendem Angießen

Eine konstante Temperatur von 25 Grad Celsius spornt die Kürbiskerne an zu einerKeimunginnerhalb von einer Woche. Die Abdeckung wird nun entfernt und die Sämlinge an hellere Lichtverhältnisse verbracht bei 18 bis 20 Grad Celsius. Im Beet werden Sie auf diese Weise kräftige, vitale Jungpflanzen anpflanzen. EineDirektaussaatnähme stattdessen jetzt erst ihren Anfang.

Wann beginnt die Pflanzzeit im Freiland?

Kürbispflanzen reagieren sehr empfindlich auf Kälte. Frühestens ab Mitte Mai startet demnach diePflanzzeit. Der Auszug der Eisheiligen markiert den Beginn. In der Woche zuvor sollten die Jungpflanzen an einem geschützten Platz im Garten tagsüber abhärten.

Welche Standortbedingungen erfordert die Kürbiskultur?

In einer fundierten Anleitung für den Kürbisanbau nehmen die Standortkonditionen zwar keinen breiten Raum ein. Das mindert indes nicht ihre Relevanz.

  • sonnige Lage, möglichst windgeschützt
  • nährstoffreicher Boden, frisch, durchlässig
  • ideal ist eine dicke Humusschicht
  • im Kübel dient hochwertige Gemüseerde als Substrat

Da Kürbispflanzen zu den Starkzehrern zählen, plädieren erfahrene Gärtner für einenStandortdirekt auf dem Komposthaufen.

Wie verläuft die Pflanzung?

Am gewählten Standort im Beet wird das Erdreich tiefgründig aufgelockert. Unkraut, Steine und Wurzeln müssen allesamt weichen. Mit Kompost und Hornspänen optimieren Sie die Bodenqualität.

Die abgehärteten Jungpflanzen topfen Sie aus und setzen diese exakt so tief ein, wie sie im Anzuchtgefäß kultiviert wurden. Anpflanzen sollten Sie mit einem Mindestabstand von 1 Meter. Im Anschluss an die Startwässerung schützen ein Gartenvlies oder eine Mulchfolie die Kürbiskultur bis nach der Schafskälte Anfang Juni.

Mit welchen Pflanzen verträgt Kürbis sich in Mischkultur?

Kürbis ist ein freundlicher Geselle im Nutzgarten. Mit den meisten Kulturpflanzen pflegt er gute Nachbarschaft. Ausgesprochen gut verträgt er sich mit Erbsen, Zwiebeln und Kohlrabi. Weniger gut klappt es neben Dill, Gurken und Melonen.

Eine geradezu symbiotische Partnerschaft geht die Pflanze mit Mais und Buschbohnen ein. Die stabilen Maisstöcke dienen rankendem Kürbis und kletternden Bohnen als natürliches Spalier. Im Gegenzug versorgen die Bohnen das Erdreich mit Sauerstoff und Stickstoff, während Kürbis die Bodenerosion in Schach hält.

Wie geht eine manuelle Bestäubung vor sich?

Abhängig von der Sorte und den Witterungsbedingungen, erscheinen nach 30 bis 60 Tagen die prächtigenBlüten. Diese farbenfrohe Verlockung ruft emsige Insekten auf den Plan. Abgesehen haben die Brummer es auf den Nektar, wobei sie sich nicht darum scheren, welche Blüten siebestäuben. Wer den Prozess nicht dem Zufall überlassen möchte, nimmt die Bestäubung manuell vor. Nach dieser Anleitung gelingt’s:

  • die besten weiblichen Blüten mit Fruchtansatz auswählen
  • kurz vor der Öffnung jede Blüte mit Gaze oder Insektennetz umhüllen
  • desgleichen mit den männlichen Blüten ohne Fruchtansatz verfahren
  • entfalten sich die Blütenblätter, werden die Schutzhüllen entfernt
  • die gepflückte männliche Blüte wie einen Pinsel über die Narbe der weiblichen Blüte streichen
  • alle bestäubten Blüten wieder einpacken

Nach 2 bis 3 Tagen beginnt jeder Mini-Kürbis zuwachsen. Jetzt dürfen Sie aufatmen, denn die Bestäubung war erfolgreich. Die Umhüllung wird nun entfernt.

Wann ist ein Kürbis reif für die Ernte?

Wenn Sie eine gängige Kürbissorte anpflanzen, steigt im Spätsommer die Vorfreude auf eine opulente Ernte. Eine glatte, unversehrte Schale ohne grüne Flecken deutet optisch auf die Reife hin. Ein fester, gut verholzter Fruchtstiel kommt als Indiz hinzu. Klopfen Sie nun auf den Kürbis, sollte es hohl und dumpf erschallen. Dann spricht nichts mehr gegen einen Erntebeginn.

Nimmt die Ernte Einfluss auf die Haltbarkeit?

Auf den ersten Blick vermutet niemand hinter dem mächtigen Kürbis einen hohen Grad an Empfindlichkeit. In der Tat ist es so, dass die fachgerechteErnteein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl erfordert. Selbst geringste Beschädigungen lösen Fäulnis aus. Eine unversehrte Schale leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Haltbarkeit.

  • mit einem sorgfältig geschärften, desinfizierten Messer den Kürbis abschneiden
  • ein Teil des Fruchtstiels verbleibt an der Frucht
  • die Schale unter fließendem Wasser gründlich abspülen

Gönnen Sie dem Kürbis im Anschluss an die Ernte eineNachreifevon 2 bis 3 Wochen am hellen, warmen Ort. Diese Umsicht wird belohnt mit einer Frucht in Premiumqualität.

Tipps & Tricks

Saugt ein Kürbis sich kurz vor der Ernte noch mit Wasser voll, verkürzt sich die Haltbarkeit um Wochen. Kappen Sie den Hauptstiel bereits 10 Tage vor der Ernte, tankt der Kürbis keine Feuchtigkeit mehr.

Text: Paula Jansen

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