Kräuterspirale

Pflanzsteine verwenden: So gelingt die eigene Kräuterspirale

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Kräuterspiralen sind eine platzsparende und dekorative Möglichkeit, verschiedene Kräuter im eigenen Garten anzubauen. Dieser Artikel liefert eine detaillierte Anleitung zum Bau und zur Bepflanzung einer Kräuterspirale aus Pflanzsteinen.

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Pflanzsteine lassen sich für ganz unterschiedliche Gartenprojekte nutzen

Planung der Kräuterspirale

Bevor Sie mit dem Bau der Kräuterspirale beginnen, ist eine gründliche Planung unerlässlich. Diese umfasst die Entscheidung über den Standort, die Festlegung der Größe sowie die Auswahl der passenden Kräuter, um optimale Wachstumsbedingungen zu gewährleisten.

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Standortwahl

Der ideale Standort für eine Kräuterspirale ist vollsonnig und möglichst windgeschützt. Die meisten Kräuter benötigen viel Sonnenlicht, um ihre Aromen gut zu entwickeln. Eine südliche Ausrichtung der Spirale ist daher vorteilhaft. Wählen Sie einen Platz in der Nähe des Hauses, um kurze Wege bei der Ernte zu haben. Bedenken Sie außerdem, dass der Standort eben sein sollte, um die Konstruktion der Spirale zu stabilisieren.

Größenbestimmung

Die Größe Ihrer Kräuterspirale hängt vom verfügbaren Platz und der Anzahl der Kräuter ab, die Sie anbauen möchten. Ein Durchmesser von 2 bis 3 Metern und eine Höhe von etwa 80 Zentimetern haben sich als ideal herausgestellt. Diese Maße bieten genügend Platz für eine Vielzahl von Kräutern und erlauben es Ihnen, bequem zu pflegen und zu ernten.

Kräuterauswahl

Pflanzen Sie Ihre Kräuter entsprechend der verschiedenen Feuchtigkeits- und Sonnenbedarfe in der Spirale an. Die Spitze der Kräuterspirale ist sonnig und eher trocken, während der untere Bereich feuchter ist.

  • Trockene Zone (oben): Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Oregano
  • Neutrale Zone (mittig): Koriander, Zitronenmelisse, Fenchel, Rauke und Kapuzinerkresse
  • Feuchte Zone (unten): Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill und Kerbel
  • Sehr feuchte Zone (ggf. mit Teich): Minze, Wasserminze, Brunnenkresse und Kalmus

Eine sorgfältige Planung und die richtige Auswahl der Kräuter nach ihren Standortansprüchen machen Ihre Kräuterspirale zu einem funktionalen und optischen Highlight in Ihrem Garten.

Materialauswahl

Für den Bau einer Kräuterspirale aus Pflanzsteinen benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:

Baumaterialien

  • Natursteine oder Klinkersteine: Ideal sind Steine mit einer Größe ab der Männerfaust für Stabilität und einfache Handhabung. Geeignete Arten sind unter anderem Muschelkalk, Sandstein, Kalkstein oder Granit. Alternativ können auch Feldsteine, Ziegel oder Gabionen verwendet werden.
  • Schotter oder Kies: Diese Materialien sind für die Drainageschicht und die Füllung der höheren Bereiche der Spirale unerlässlich.
  • Bauschutt oder zerbrochene Steine: Diese Materialien sind ideal für den inneren Kern der Spirale.
  • Teichfolie: Falls Sie einen Miniteich oder Sumpfbereich anlegen möchten, benötigen Sie Teichfolie oder ein vorgefertigtes Teichbecken.

Füllmaterialien

  • Sand: Wird für den oberen, trockenen Bereich der Spirale benötigt.
  • Kalkfreie, schadstofffreie Erde: Eine Mischung aus Sand, Gartenerde und Kies für den mittleren Bereich der Spirale.
  • Nährstoffreiche Erde: Humusreiche Erde oder Kompost für den unteren, feuchteren Bereich der Spirale.

Werkzeuge und Zubehör

  • Pflanzschilder: Diese dienen zur Beschriftung der einzelnen Kräuter.
  • Pflöcke und Schnur: Diese helfen Ihnen beim Abstecken des Grundrisses.
  • Spaten: Zum Ausheben der Erde und für das Einfüllen der verschiedenen Substrate.
  • Arbeitshandschuhe: Um Ihre Hände während der Arbeiten zu schützen.

Diese sorgfältig ausgewählten Materialien und Werkzeuge sorgen dafür, dass Ihre Kräuterspirale stabil ist und Ihre Kräuter optimale Wachstumsbedingungen finden. Achten Sie darauf, dass die Materialien umweltfreundlich und möglichst schadstofffrei sind, um einen nachhaltigen und naturnahen Garten zu schaffen.

Bauanleitung

Folgen Sie dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Ihre eigene Kräuterspirale aus Pflanzsteinen zu bauen:

1. Grundfläche markieren: Wählen Sie eine sonnige Fläche im Garten und markieren Sie die Grundfläche der Kräuterspirale mit Pflöcken und Schnur. Orientieren Sie sich dabei an der Form eines Schneckenhauses, idealerweise mit einem Durchmesser von etwa 2 bis 3 Metern.

2. Fläche ausheben: Heben Sie die markierte Fläche spatentief aus, um unerwünschte Pflanzen und Wurzelwerk zu entfernen. Falls Sie einen Teich planen, heben Sie im unteren Bereich der Spirale ein etwa 40 cm tiefes Loch aus.

3. Drainageschicht anlegen: Füllen Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Schotter oder Kies, die im Inneren der Spirale etwa 50 cm hoch und zum äußeren Ende hin zunehmend flacher wird. Diese Schicht sorgt für eine gute Wasserableitung.

4. Mauer aufschichten: Beginnen Sie in der Mitte und bauen Sie spiralförmig nach außen eine Trockenmauer aus Pflanzsteinen auf. Achten Sie darauf, die Steine versetzt übereinander zu schichten, damit die Mauer stabil bleibt. Die Höhe der Spirale sollte im Zentrum etwa 60 bis 80 cm betragen und nach außen hin immer niedriger werden.

5. Substrat einfüllen: Füllen Sie die Spirale mit verschiedenen Substraten:

  • Im Zentrum mischen Sie Gartenerde mit Sand und etwas Kies, um eine durchlässige Struktur zu schaffen.
  • In der mittleren Zone verwenden Sie humusreiche Gartenerde ohne zusätzliche Beimischungen.
  • Im unteren und äußeren Bereich mischen Sie Gartenerde mit Kompost, um eine nährstoffreiche Unterlage zu bieten.
  • Falls ein Teich vorhanden ist, füllen Sie diesen nun mit Wasser.

6. Ordnen Sie die verschiedenen Kräuter je nach ihren Standortansprüchen an:

  • Sonnige und trockene Kräuter wie Rosmarin und Thymian kommen in die obere Zone.
  • Kräuter mit mittleren Ansprüchen wie Fenchel und Zitronenmelisse platzieren Sie in die mittlere Zone.
  • Feuchtigkeitsliebende Kräuter wie Basilikum und Petersilie setzen Sie in die untere Zone.
  • Sumpfkräuter wie Brunnenkresse können direkt am Teichrand gepflanzt werden.

7. Kräuter einsetzen: Graben Sie Pflanzlöcher, die etwas größer sind als die Pflanztöpfe der Kräuter. Setzen Sie jede Pflanze sorgfältig in das Pflanzloch, drücken Sie den Wurzelbereich leicht an und gießen Sie die Kräuter gut an.

Mit dieser detaillierten Anleitung schaffen Sie eine naturnahe Kräuterspirale, die Ihren Garten bereichert und vielen verschiedenen Kräutern optimale Wachstumsbedingungen bietet.

Pflege der Kräuterspirale

Damit Ihre Kräuterspirale über viele Jahre gesund und üppig wächst, sollten Sie einige Pflegehinweise beachten:

Bewässerung

Gießen Sie die Kräuterspirale regelmäßig. Insbesondere während der heißen Sommermonate benötigen die Pflanzen ausreichend Wasser. Achten Sie darauf, die unterschiedlichen Feuchtigkeitsbedürfnisse der Kräuter zu berücksichtigen:

  • Obere, trockene Zone: Diese Zone benötigt weniger Wasser. Gießen Sie sparsam, um Staunässe zu vermeiden.
  • Mittlere Zone: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht durchnässt.
  • Untere, feuchte Zone: Hier muss die Erde stets gut feucht gehalten werden, um den Bedürfnissen der Pflanzen gerecht zu werden.

Düngung

Verwenden Sie organischen Dünger, um Ihre Kräuter mit Nährstoffen zu versorgen. Düngen Sie vorzugsweise im Frühjahr und Sommer, um das Wachstum zu unterstützen. Achten Sie darauf, nicht zu viel Dünger zu verwenden, insbesondere in der oberen Zone. Mediterrane Kräuter sind an nährstoffarme Böden gewöhnt und könnten auf übermäßige Nährstoffe empfindlich reagieren.

Rückschnitt und Ernte

Schneiden Sie die Kräuter regelmäßig zurück, um buschiges Wachstum und eine reiche Ernte zu fördern. Beachten Sie dabei:

  • Mittelmeerkräuter: Pflanzen wie Rosmarin, Thymian und Salbei sollten nach der Blüte zurückgeschnitten werden, um ein Verkahlen zu verhindern.
  • Schnittkräuter: Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie können regelmäßig geerntet werden. Dies fördert das Nachwachsen und sorgt für frische Triebe.
  • Blühkräuter: Entfernen Sie verblühte Teile von Kräutern wie Basilikum, um die Pflanze dazu zu bringen, weitere Blätter anstelle von Blüten zu produzieren.

Schädlingsbekämpfung

Insbesondere Schnecken können bei feuchtem Wetter eine Plage sein, insbesondere in den unteren Zonen der Spirale. Setzen Sie natürliche Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung ein, z. B. das Ansiedeln von Nützlingen wie Igeln oder das Auslegen von Schneckenkorn, das für Haustiere und andere Wildtiere unschädlich ist.

Winterpflege

Einige Kräuter sind winterhart, andere benötigen Schutz. Vor dem ersten Frost sollten Sie empfindliche Kräuter wie Basilikum und Zitronenmelisse entweder abdecken oder ins Haus holen. Mulchen Sie die Bodenoberfläche mit Laub oder Stroh, um die Wurzeln winterharter Pflanzen zu schützen.

Indem Sie diese Pflegehinweise befolgen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Kräuterspirale gut gedeiht und Ihnen lange Freude bereitet.

Bilder: beckart / Shutterstock