Einen Kiesgarten anlegen und gestalten – Schritt für Schritt

Der ideale Standort für einen Kiesgarten ist sonnig, warm und eher trocken. Hier gedeihen vor allem lichthungrige, hitze- und trockenheitsverträgliche Arten, die obendrein wenig Nährstoffe brauchen. Ein Kiesgarten ist daher vor allem für Gärten mit eher kargen Böden eine gute Lösung. Aber auch, wenn derart ideale Voraussetzungen nicht vorhanden sind: Sie können Sie einfach schaffen, beispielsweise mit Hilfe eines Bodenaustausches.

Kiesgarten gestalten
Weißer Kies bietet einen schönen Kontrast zu kräftig blühenden Pflanzen

Schöne Ideen für den Kiesgarten

Kiesgärten sind nicht nur eine Frage der (vereinfachten) Pflege, sondern natürlich auch der Optik. Es gibt unzählige Ideen, einen solchen Garten anzulegen, beispielsweise

  • als akkurate und kunstvolle Nachbildung der Natur wie im Japanischen Garten
  • als naturgemäße Nachbildung einer Gebirgslandschaft wie im Steingarten
  • als mediterran gestalteter Kiesgarten
  • als Nachbildung einer Steppenlandschaft
  • als ufernahe Bepflanzung eines Bachlaufes oder Gartenteichs
  • als farbenfroh gestaltete Gärten mit buntem / farbigem Kies und dazu kontrastierenden Pflanzen
  • mit reduzierter Bepflanzung oder sehr üppig bepflanzt
  • oder naturnah gestaltet.

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Pflanzplan erleichtert die Arbeit

Bevor Sie sich ins nächste Gartencenter begeben und sogleich für den Kiesgarten geeignete Pflanzen sowie weiteres Zubehör kaufen, sollten Sie sich zunächst überlegen, welchen Stil Ihr Kiesgarten haben soll – und welche Pflanzen am besten dazu passen. Machen Sie sich vor dem Pflanzen einen genauen Plan, um eine ungefähre Idee zu bekommen, welche Wirkung das Ensemble am Ende haben wird.

Pflanzfläche vorbereiten

Im Kiesgarten ist das Gesteinsmaterial weniger ein Gestaltungselement, sondern dient dazu, den Boden abzumagern und durchlässig zu machen. In trockenen Regionen gelingt die Anlage eines Kiesgartens daher leicht. In niederschlagsreichen Gebieten dagegen ist es schwierig, geeignete Bedingungen zu schaffen. Wenn Ihnen das zu aufwändig ist, bepflanzen Sie solche Flächen besser mit feuchtigkeitsliebenden Stauden. Gehen Sie zur Vorbereitung wie folgt vor:

  • Schälen Sie einen eventuell vorhandenen Rasen ab.
  • Entfernen Sie alle Gewächse, die nicht im Kiesgarten stehen sollen.
  • Lockern Sie die Pflanzfläche tiefgründig.
  • Lassen Sie sie zunächst brach liegen.
  • Die in der Folge auftretenden Unkräuter werden sorgfältig ausgegraben und entfernt.
  • Nutzen Sie zum Ausgraben eine Grabegabel.
  • Schwere, tonige und / oder stark verdichtete Böden sollten ausgehoben und ausgetauscht werden.
  • Füllen Sie in diesem Fall stattdessen ein Gemisch aus Splitt (44,95€ bei Amazon*) und Kompost ein.
  • Auf eine Schaufel Kompost kommen etwa vier Schaufeln Splitt.
  • Vermischen Sie die einzelnen Bestandteile gut!

Sind diese Vorarbeiten erledigt, können Sie sich ans Einpflanzen machen.

Pflanzen richtig einsetzen – eine Anleitung

Vor dem Pflanzen kommt jedoch zunächst das Wässern, denn auch trockenheitsverträgliche Arten müssen vor der Pflanzung gut mit Feuchtigkeit versorgt sein – das erleichtert den Pflanzen das Anwachsen.

  • Topfen Sie die Pflanzen aus und entfernen Sie die oberste Substratschicht.
  • Hierin befinden Sie oftmals Unkrautsamen, die Sie natürlich nicht mit ausbringen wollen.
  • Stellen Sie die Ballen nun in einen Eimer mit Wasser
  • und zwar so lange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Verteilen Sie die Pflanzen nun gemäß Pflanzplan auf der Fläche
  • und überprüfen Sie noch einmal das Gesamtbild.
  • Graben Sie nun die Pflanzlöcher
  • und lockern Sie verfilzte Wurzelballen.
  • Setzen Sie die Pflanzen ein und drücken Sie sie gut an.
  • Wässern Sie gründlich.

Zum Schluss wird die Fläche mit einer vier bis fünf Zentimeter hohen Mulchschicht aus gröberen Splitt oder Kies abgedeckt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern erschwert Unkräutern die Keimung.

Tipps

Alle paar Jahre muss die Kiesdecke erneuert werden, da das Material mit der Zeit in tiefere Bodenschichten wandert. Diese Arbeit wird am besten zum Ende des Winters hin erledigt.

Text: Ines Jachomowski

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