Judasbaum Stämmchen
Nicht alle Arten des Judasbaums eignen sich als Hochstamm

Judasbaum – Schnitt und Pflege als Hochstamm

Der Judasbaum ist ein faszinierendes Ziergehölz, blüht das Gewächs doch nicht nur an den jungen Trieben, sondern sogar direkt am Stamm. Bei dieser Stammblütigkeit handelt es sich um eine eigentlich nur bei Tropenpflanzen bekannten Eigenschaft, womit sich die Pflanze einen Vorteil verschaffen will. Die am Stamm sitzenden Blüten erleichtern Insekten eine Bestäubung und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit einer Vermehrung durch die Ausbildung von Samen - ein schlauer Trick der Natur. Besonders gut kommt die Stammblütigkeit natürlich an einem Hochstamm zur Geltung.

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Geeignete Arten und Sorten

Bei der Gruppe der Judasbäume handelt es sich nicht um homogene Pflanzen, sondern um verschiedene Arten und Sorten – die zudem auch noch auf verschiedenen Kontinenten beheimatet sind. Manche Judasbäume wachsen von Natur aus zum Baum heran, können dabei Höhen zwischen sechs und zwölf Metern erreichen und auch ebenso breit werden. Die Krone ist meist sehr breit, aber fein verzweigt. Andere Arten wie beispielsweise der maximal bis zwei oder drei Meter hoch wachsende Chinesische Judasbaum sowie die verschiedenen Sorten des Hänge-Judasbaums (etwa „Ruby Falls“ oder „Lavender Twist“) weisen eine eher strauchförmige Wuchsform auf, können aber zum Hochstamm erzogen werden.

Erziehung zum Hochstamm

Die Erziehung zum Hochstamm erfolgt auf ähnliche Weise wie bei verschiedenen Obstgehölzen. Dazu wählen Sie den stärksten Trieb als Leittrieb aus und binden diesen an einen stützenden Stab fest, wobei die Höhe des Stabes ungefähr der späteren Höhe des Stammes entsprechen sollte. Die unteren Seitentriebe sollten regelmäßig entfernt werden. Übrigens handelt es sich bei käuflich erworbenen Hochstämmchen zumeist um Veredelungen, wobei Chinesische Judasbäume oft auf den klimatisch abgehärteten Kanadischen Judasbaum aufgepfropft werden.

Judasbaum-Hochstamm im Garten

Solche Hochstämmchen können sowohl im Garten als auch im Topf kultiviert werden, wobei für diese dieselben Pflegeregeln gelten wie für natürlich gewachsene Judasbäume. Vorsicht sollten Sie allerdings in sehr kalten Wintern walten lassen, denn gerade der Chinesische Judasbaum ist recht empfindlich gegenüber frostigen Temperaturen. Daher sollten Sie derartige Exemplare entweder im Kübel kultivieren oder im Winter ausreichend schützen, beispielsweise mit einem isolierendem Vlies. Trotzdem kann es passieren, dass die Veredelung erfriert und der Baum im Frühjahr aus der Unterlage wieder austreibt.

Tipps

Ein Rückschnitt erfolgt am besten im Frühjahr an einem milden, frostfreien und möglichst bedecktem Tag. Ob Sie nun vor oder nach der Blüte schneiden wollen, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen.

Text: Ines Jachomowski

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