Japanischer Steingarten als Refugium – richtig anlegen und bepflanzen

In Asien hat Stein als gärtnerisches Gestaltungselement eine sehr lange Tradition. Der Vorläufer des bekannten Japanischen Zen-Gartens ist dabei in China zu suchen, denn die Ursprünge chinesischer Gärten reichen weit bis in die vorchristliche Zeit zurück. Wie der Japanische versucht auch ein Chinesischer Steingarten durch die geschickte Kombination von Steinen, Wasser und Erde sowie Gebäuden, Wegen und Pflanzen eine vollkommene Harmonie zu erreichen.

Japanischer Steingarten gestalten
Mit der richtigen Auswahl an Steinen und Pflanzen kann ein japanisches Flair geschaffen werden

Steine sind wichtiges Gestaltungselement

Grundsätzlich reduzieren Japanische Gärten den Maßstab von ganzen Landschaften; versetzen also eine idealisierte, verkleinerte natürliche Landschaft in den heimischen Garten. Bewusst platzierte Findlinge bilden Berge oder ganze Gebirge ab, durch ausgedehnte Kiesflächen werden in der Regel weite Wasserflächen dargestellt. Dabei sollen in den Kies geharkte Wellenmuster Assoziationen an die fließenden Bewegungen des Wassers wecken. Daneben existieren Japanische Wassergärten, bei dem Bachläufe und Teiche künstlich angelegt und oftmals mit Brücken überspannt werden. Die Uferbereiche sind oftmals von Kies und / oder Steinen gesäumt. Übrigens: In einem Japanischen Garten sind die Wege niemals gerade, sondern immer wellenförmig-kurvig.

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Welche Pflanzen gehören in einen Japanischen Garten?

In jeden Japanischen Garten gehören Bäume, idealerweise in Form von Bonsai. Die Gehölze symbolisieren in Japan den Kreislauf des Lebens, vor allem, wenn es sich um blühende Arten wie Kirschen oder Pflaumen handelt. Nadelgehölze wie etwa Kiefern sind dagegen ein Sinnbild für die Ewigkeit und werden daher gerne direkt neben blühendes Obstgehölz gepflanzt – dies ist ein Ausdruck des japanischen Yin und Yang, bei dem Gegensätze gegenübergestellt werden. Weitere geeignete Pflanzen sind beispielsweise

  • Gehölze: Koniferen, Buchs, Rhododendren, Fächerahorn
  • Blühpflanzen: Azaleen, Schwertlilien, Pfingstrosen
  • Bodendecker: Sternmoos, Andenpolster
  • Gräser: Bambus

Wählen Sie bei den Gehölzen möglichst niedrig bleibende Arten wie den Sibirischen Zwerg-Lebensbaum (Mikrobiota decussata ‘Condrew’ oder die Japanische Stechpalme (Ilex crenata ‘Bennett’s Compacta’. Im Hinblick auf die Farbgestaltung sollten verschiedene Grüntöne vorherrschend sein. Ergänzen Sie die Bepflanzung außerdem sparsam mit Steinlaternen, kleinen Götterstatuen oder Mini-Pagoden.

Tipps

Ein richtiger Japanischer Steingarten braucht sehr viel Pflege: Laub und herabgefallene Zweige müssen sorgfältig entfernt und eventuell in Sand bzw. Kies gezogene Wellenmuster in kurzen Abständen nachgezogen werden. Natürlich versteht es sich von selbst, dass diese Flächen nicht begangen werden dürfen – ein Japanischer Garten dient in erster Linie der Meditation.

Text: Ines Jachomowski

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