Eignet sich Flieder als nährende Tracht für Insekten?

Flieder (Syringa vulgaris) - keineswegs verwechseln mit dem nicht verwandten Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) oder dem Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) - ist keine einheimische Pflanze, sondern gelangte als südosteuropäischer Einwanderer im 16. Jahrhundert in unsere Breitengrade. Mittlerweile wurde das beliebte Blütengewächs aufgrund seiner ausgeprägten Ausbreitungsneigung als "Neophyt" eingestuft. Für Insekten ist Flieder trotz der prächtigen und stark duftenden Blüte meist uninteressant.

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Bienen lieben Flieder

Viele Insekten sind vom Aussterben bedroht

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge – viele Insektenarten gehen in ihren Populationen seit Jahren stark zurück, manche sind sogar akut vom Aussterben bedroht. Grund für das bedrohliche Insektensterben ist die sterile Kulturlandschaft, die insbesondere ab Mitte / Ende Juli nicht mehr ausreichend Nahrung in Form von blühenden und Nektar produzierenden Pflanzen bereitstellen. Wiesen und Rasen werden regelmäßig gemäht, damit keine Wildkräuter und -blumen zum Vorschein kommen und sich womöglich aussamen. In den Gärten finden sich zudem immer mehr herrlich anzusehende Hybridzüchtungen, die aber vom ökologischen Gesichtspunkt aus wertlos sind – sie produzieren keinen oder nicht ausreichend Nektar und eignen sich daher nicht als Futterpflanzen.

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Weshalb Flieder uninteressant für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge ist

Das gilt auch für viele Edelflieder, die allerdings nicht nur aus diesem Grund uninteressant für Insekten sind. Auch wilde Fliedersorten eignen sich nicht als Tracht (wie der Imker sagt), weil der Strauch zwar herrlich süß duftet – aber aufgrund seiner giftigen Inhaltsstoffe extrem bitter schmeckt. Das gilt natürlich auch für seinen Nektar. Da Hummeln, Bienen und Co. jedoch auf der Suche nach süßem Zucker sind, verhundern sie vor einem reich blühenden Fliederstrauch buchstäblich.

Welche Blütenpflanzen sich als Insektentracht eignen

Wer Insekten auf Nektarsuche etwas Gutes tun möchte, sollte in seinen Garten bzw. auf dem Balkon bevorzugt geeignete Futterpflanzen kultivieren. Dazu gehört beispielsweise der Sommer- oder Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), der insbesondere von Faltern angeflogen wird. Sehr bei Insekten beliebt sind auch:

  • Schneeheide – Blütezeit Januar bis April
  • Kornelkirsche – Blütezeit Februar bis März, essbare Früchte
  • Ginster – Blütezeit zwischen Mai und Juli
  • Brombeeren – essbare Früchte
  • Prachtkerze / Präriekerze – lange Blütezeit von Juni bis Oktober
  • Lavendel – Blütezeit zwischen Juni und September
  • Thymian – Blütezeit zwischen Juni und Juli
  • Majoran – Blütezeit zwischen Juni und Juli
  • Zinnien – Blütezeit von Juni bis Oktober
  • Sonnenhut / Echinacea – Blütezeit von Juli bis September
  • Kugeldistel – Blütezeit zwischen Juli und September
  • Wasserdost – Blütezeit zwischen Juli und September
  • Fetthenne – Blütezeit zwischen August und Oktober
  • Herbst- und Winterastern – Blütezeit bis in den November hinein

Tipps

Im Gartencenter können Sie Samentüten für insektenfreundliche Wildwiesen erwerben. Diese lassen sich gut auf einem Stück Rasen ausbringen, der dann der Insektenernährung dient.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: macondofotografcisi/Shutterstock

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