Das müssen Sie beachten, wenn Sie Eichen beschneiden möchten

Mancher Eichenbaum stört die Gartenbesitzer sehr, wenn er schon alt, hoch und knorrig gewachsen ist. Ob Sie ihn zurückschneiden dürfen, hängt von der Größe und dem Alter der Eiche ab. Für sehr große Bäume brauchen Sie dafür eine Genehmigung.

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Ältere Eichen sollten von einem Fachbetrieb beschnitten werden

Voraussetzungen für das Zurückschneiden von Eichen

Ob Sie eine Eiche zurückschneiden dürfen, hängt davon ab, wie alt der Baum ist und ob er im Bebauungsplan oder der Baumschutzsatzung der Gemeinde aufgeführt ist. Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes schreibt vor, es ist verboten „Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“ (BNatSchG, §39)

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Wenn Sie einen solchen Baum ohne Genehmigung beschneiden, müssen Sie unter Umständen hohe Geldstrafen bezahlen.

Junge Eichen dagegen können Sie selbst zurückschneiden, um sie auszulichten, in Form zu bringen und überzählige Äste zu entfernen.

Die beste Zeit zum Beschneiden von Eichen

Wenn Sie Ihre Eiche beschneiden möchten, sollten Sie dies am besten im zeitigen Frühjahr erledigen.

Da die Eiche zu dieser Zeit kurz vor dem Austrieb steht, weist sie eine hohe Zellaktivität auf und kann sich somit schneller heilen. Außerdem sind die Reservestoffe zum großen Teil im Stamm und Starkästen gespeichert. Wird die Eiche im Frühjahr moderat geschnitten (10-15%, maximal 25%), bleiben ihr diese Reservestoffe für die Bildung von Knospen und Trieben erhalten.

Junge Eichen in Form schneiden

Junge Eichenbäume vertragen einen Rückschnitt in der Regel gut.

Geschnitten werden:

  • Dünne Äste am unteren Stamm
  • Tote Äste in der Krone
  • Quer wachsende Äste
  • Kranke und faule Äste
  • Äste mit Pilzbefall

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie der Schnitt auf Astring und ohne Verletzung der Rindenliste bzw. des Astkragens erfolgt. Der Schnitt muss gerade und sauber sein. Ein Ausfransen ist unbedingt zu vermeiden.
Das Verwenden eines Wundbalsams ist nicht notwendig, da Bäume – insbesondere Eichen – Wunden selbst abschotten. Wenn Sie dennoch einen Balsam verwenden wollen, tragen Sie diesen dünn auf die Wundränder auf, um so das Kambium vor Austrocknung zu schützen.

Nicht zu stark beschneiden

Das Beschneiden von Eichen fördert die Entwicklung von neuen Trieben. Schneiden Sie den Baum zu stark zurück, kann das den Baum nachhaltig dauerhaft schädigen und immer wieder zu Problemen führen.

Alte Eichenbäume vom Fachbetrieb schneiden lassen

Alte Eichen neigen dazu, viel Totholz zu bilden. Tote Äste stellen eine Gefahr für Passanten und Gebäude dar. Sie müssen deshalb entfernt werden.

Bei sehr alten Bäumen sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen, der den Rückschnitt vornimmt. Solche Unternehmen verfügen über die notwendigen Hilfsmittel wie ausfahrbare Leitern und Kletterhilfen. Außerdem sind die Mitarbeiter im Beschneiden von Eichen geschult.

Sie können das Unternehmen auch damit beauftragen, die Genehmigung für den Rückschnitt bei der Gemeinde einzuholen.

Tipps

Große Wunden, die durch das Zurückschneiden dicker Äste entstehen, sollten Sie auf keinen Fall mit Teichfolie oder anderem abdecken. Dieses Vorgehen ist überholt und man weiß heutzutage, dass unter solchen Materialien ein ideales Mikroklima für die Bildung von Pilzen entsteht und es somit zu Infektionen und Fäulnis kommen kann.

Text: Sigrid Hestermann
Artikelbild: LaineN/Shutterstock
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