Koniferen

Koniferen fällen: Wann, warum und wie es richtig geht

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Koniferen verleihen Gärten Struktur und immergrünes Flair, doch manchmal erfordert ihre Größe oder ihr Zustand eine Fällung. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Gründe, rechtlichen Aspekte sowie die korrekte Vorgehensweise beim Fällen von Koniferen, um eine sichere und fachgerechte Durchführung zu gewährleisten.

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Koniferen dürfen nur von Oktober bis Ende März entfernt werden

Gründe für das Fällen von Koniferen

Das Fällen einer Konifere ist eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein will. Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Fällung notwendig werden kann:

  • Gesundheitliche Probleme: Krankheiten und Schädlingsbefall können die Gesundheit Ihrer Konifere stark beeinträchtigen. Ist eine Behandlung nicht mehr möglich, ist das Fällen oft die einzige Option, um eine weitere Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern.
  • Ungeeigneter Standort: Braune Triebe und ein kümmerlicher Wuchs können auf ungünstige Standortbedingungen hinweisen. Anhaltender Wassermangel, Staunässe oder verdichteter Boden beeinträchtigen die Vitalität der Pflanze und können langfristig zum Absterben führen.
  • Sicherheitsbedenken: Steht eine Konifere zu nah an Gebäuden oder Wegen und zeigt Anzeichen von Instabilität, kann sie bei Sturm zur Gefahr werden. In solchen Fällen dient die Fällung der Sicherheit von Personen und Sachwerten.
  • Räumliche Einschränkungen: Manchmal stehen Koniferen geplanten Bau- oder Gartenprojekten im Weg. Um neuen Ideen Raum zu geben, kann das Fällen der Bäume notwendig sein.
  • Rechtliche Vorgaben oder Nachbarschaftsstreitigkeiten: Grenzabstände oder lokale Baumschutzverordnungen können die Fällung von Koniferen erforderlich machen. Auch Streitigkeiten mit Nachbarn aufgrund von Schattenwurf oder herabfallendem Laub können ein Grund sein.

Jeder dieser Gründe erfordert eine individuelle Beurteilung der Situation. Zögern Sie nicht, sich fachkundig beraten zu lassen, um die beste Lösung für Ihren Garten zu finden.

Rechtliche Bestimmungen

Rechtliche Bestimmungen

Bäume dürfen zum Vogelschutz nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar gefällt werden

Bevor Sie zur Säge greifen, sollten Sie sich unbedingt über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), die jeweiligen Landesnaturschutzgesetze und örtliche Verordnungen regeln, wann und unter welchen Voraussetzungen das Fällen von Koniferen erlaubt ist.

Hier die wichtigsten Punkte:

  • Fällzeitraum: Um brütende Vögel und andere Tiere zu schützen, ist das Fällen von Bäumen grundsätzlich nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar gestattet.
  • Baumschutzverordnung: Koniferen mit einem Stammumfang von mehr als 80 cm (gemessen in 1 Meter Höhe) fallen in der Regel unter die Baumschutzverordnung und dürfen ohne Genehmigung nicht gefällt werden.
  • Ausnahmegenehmigungen: In bestimmten Fällen, zum Beispiel bei Erkrankungen oder Sicherheitsrisiken, können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.
  • Folgen von Verstößen: Die illegale Fällung eines geschützten Baumes kann mit hohen Bußgeldern und der Verpflichtung zur Ersatzpflanzung geahndet werden.

Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Gemeinde oder dem Landratsamt über die geltenden Vorschriften und die Notwendigkeit einer Fällgenehmigung.

Vorbereitung und Sicherheit

Vorbereitung und Sicherheit

Eine gute Vorbereitung verhindert Unfälle beim Fällen von Koniferen

Eine sorgfältige Vorbereitung und die richtige Schutzausrüstung sind essentiell, um Unfälle beim Fällen von Koniferen zu vermeiden. Beachten Sie die folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Umgebung vorbereiten: Räumen Sie den Bereich um die Konifere frei und schützen Sie empfindliche Pflanzen, Gartenmöbel oder Dekorationen vor herabfallenden Ästen.
  • Fluchtwege festlegen: Planen Sie im Voraus mindestens zwei freie Fluchtwege ein, um bei unvorhergesehenen Situationen schnell reagieren zu können.
  • Schutzausrüstung tragen: Schützen Sie sich mit Helm, Schutzbrille, Handschuhen und festem Schuhwerk vor Verletzungen.
  • Werkzeug überprüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Werkzeuge, insbesondere die Motorsäge, in einwandfreiem Zustand sind und Sie diese sicher bedienen können.

Fälltechnik

Die Fälltechnik von Koniferen erfordert präzises Arbeiten, um ein kontrolliertes Fallen des Baumes zu gewährleisten. Die gängige Methode umfasst folgende Schritte:

  1. Fallkerb anlegen: Auf der Seite, in die der Baum fallen soll, wird ein Fallkerb in Form eines Keils gesägt. Dieser besteht aus einem horizontalen und einem schrägen Schnitt, die etwa ein Drittel tief in den Stamm reichen.
  2. Fällschnitt durchführen: Auf der gegenüberliegenden Seite des Fallkerbs wird der Fällschnitt angesetzt. Dieser gerade Schnitt sollte parallel zum Boden verlaufen und etwas oberhalb des horizontalen Schnitts des Fallkerbs enden. Dabei bleibt eine sogenannte Bruchleiste stehen, die den Baum beim Fallen lenkt und ein unkontrolliertes Umkippen verhindert.
  3. Fällkeile einsetzen: Um die Fallrichtung zusätzlich zu kontrollieren, können Fällkeile in den Fällschnitt getrieben werden.
  4. Fluchtwege nutzen: Sobald der Baum zu fallen beginnt, entfernen Sie sich zügig über die geplanten Fluchtwege.

Diese Schritte erfordern Erfahrung und Umsicht. Sollten Sie sich unsicher sein, ziehen Sie die Unterstützung eines erfahrenen Baumpflegeservice in Betracht.

Wurzelentfernung

Wurzelentfernung

Es gibt verschiedene Optionen, die Wurzel zu behandeln

Nach dem Fällen der Konifere steht die Entfernung des Wurzelstocks an. Es gibt verschiedene Methoden, die Sie anwenden können:

  • Ausgraben: Mit Spaten oder Grabegabel können Sie die Wurzeln rund um den Baumstumpf freilegen und anschließend mit Axt oder Säge entfernen.
  • Natürliche Zersetzung: Sie können die Wurzeln auch im Boden belassen und auf natürliche Weise verrotten lassen. Durch das Anbohren der Wurzeln und das Auffüllen der Löcher mit Kompost kann der Prozess beschleunigt werden.
  • Stubbenfräse: Eine Stubbenfräse zerkleinert die Wurzeln effektiv und erspart Ihnen mühsame Handarbeit. Diese Methode erfordert jedoch Erfahrung im Umgang mit der Maschine.

Welche Methode für Sie am besten geeignet ist, hängt von der Größe des Wurzelstocks, Ihren persönlichen Präferenzen und den Möglichkeiten in Ihrem Garten ab.

Entsorgung

Die Entsorgung des Schnittguts und der Wurzelstöcke sollte umweltfreundlich erfolgen. Hier einige Möglichkeiten:

  • Kompostieren: Kleinere Äste und Zweige können Sie zerkleinern und auf dem Kompost verwerten.
  • Häckseln: Größere Mengen an Baumschnitt lassen sich mit einem Häcksler zerkleinern. Das Häckselgut eignet sich als Mulch für Beete oder kann dem Kompost beigemischt werden.
  • Containerdienst: Für den Stamm und größere Äste bietet sich die Abholung durch einen Containerdienst an, der die fachgerechte Entsorgung übernimmt.
  • Häckselplatz: Alternativ können Sie das Schnittgut auch zum örtlichen Häckselplatz bringen.

Wählen Sie die Entsorgungsmethode, die für Sie am praktikabelsten ist und die Umwelt schont.

Bilder: FrankHH / Shutterstock