Blutahorn schneiden – wie geht das?

Hätten Ahornbäume ein Mitspracherecht, würden sie das Thema Rückschnitt aus dem Pflegeprogramm streichen. Blutahorn macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme, zumal er seine prächtige, breitkugelige Krone aus eigener Kraft formt. Ungezügeltes Wachstum mit langen Peitschentrieben müssen Sie dennoch nicht hinnehmen. Dieser Ratgeber erklärt, wann und wie Sie einen Blutahorn richtig schneiden.

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Der Blutahorn verträgt Rückschnitte weniger gut

Termin im Herbst minimiert die Risiken

Blutahorn stammt in direkter Linie ab vom heimischen Spitzahorn (Acer platanoides). Das Wachstum beider Bäume ist geprägt durch einen starken Saftfluss aus jeder kleinen Wunde. Eine umsichtige Terminwahl reduziert das Risiko, dass ein Ahornbaum ausblutet. Nach dem herbstlichen Laubfall lässt der Saftdruck nach. Bis die Temperaturen unter – 5 Grad Celsius fallen, bleibt das Zeitfenster für den Schnitt am Blutahorn geöffnet.

Zurückhaltung ist Trumpf – Anleitung für die Schnittführung

Jeder Rückschnitt am Blutahorn geht einher mit einer Gefahr von Pilzbefall. Reinigen Sie das Schneidwerkzeug bitte sorgfältig, bevor Sie sich dem Formschnitt widmen. Bedenken Sie bei der Schnittführung, dass Ahorn-Arten sich häufig schwertun, aus altem Holz auszutreiben. So machen Sie es richtig:

  • Vorweg abgestorbene Zweige auslichten, ohne lange Stummel stehen zu lassen
  • Daraufhin zu lange Äste einkürzen
  • Schere leicht schräg ansetzen in kurzer Distanz zu einem schlafenden Auge (Verdickung unter der Rinde)

Beschränken Sie den Rückschnitt auf das ein- und zweijährige Holz. Da ein Blutahorn unter normalen Bedingungen zwischen 20 und 25 cm pro Jahr wächst, schneiden Sie von einem Trieb nicht mehr als 50 cm ab. Sind Sie gezwungen, einen alten, dicken Ast auszulichten, gehen Sie in drei Etappen vor: Ast in 30 cm Abstand zum Stamm von unten bis zur Mitte ansägen. Säge 10 cm nach außen versetzen, um den Ast von oben abzusägen. Verbliebenen Stummel auf Astring abschneiden.

Tipps

Haben Sie Ihrem Blutahorn einen Standortwechsel verordnet, ist ein Rückschnitt nicht zu vermeiden. Umpflanzen von Ahornbäumen und -sträuchern geht zwangsläufig einher mit dem Verlust von Wurzelmasse. Damit am neuen Standort die lückenlose Versorgung der Zweige mit Wasser und Nährstoffen sichergestellt ist, werden alle Triebe um ein Drittel zurückgeschnitten.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Irina Borsuchenko/Shutterstock

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