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Silber-Ahorn schneiden: So geht’s richtig und schonend

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Der Silberahorn besticht durch seine elegante Form und benötigt keinen regelmäßigen Schnitt. Dennoch gibt es Situationen, in denen gezielte Eingriffe sinnvoll sind, um die Gesundheit des Baumes zu erhalten oder seine Größe zu kontrollieren.

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Ahorn wird im Frühjahr angezapft

Ist ein Schnitt beim Silberahorn überhaupt notwendig?

Ein regelmäßiger Schnitt ist beim Silberahorn nicht zwingend erforderlich, da der Baum von Natur aus eine attraktive Krone entwickelt. Dennoch gibt es Situationen, in denen ein gezielter Eingriff sinnvoll sein kann:

  • Platzmangel im Garten: Wenn der Silberahorn zu groß wird und wertvollen Platz beansprucht, kann ein Rückschnitt notwendig sein, um die Ausbreitung des Baumes zu kontrollieren.
  • Gesundheit der Pflanze: Kranke oder beschädigte Äste sollten entfernt werden, um die Gesundheit des Baumes zu erhalten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
  • Sicherheit: Äste, die über Gehwege, Einfahrten oder in die Nähe von Gebäuden wachsen, können eine Gefahr darstellen und sollten entfernt werden. Auch instabile Äste, die bei starkem Wind brechen könnten, sollten beseitigt werden.
  • Formkorrekturen bei Jungbäumen: Bei jungen Bäumen kann es hilfreich sein, durch gezielte Schnitte eine gleichmäßige Kronenstruktur zu fördern und spätere größere Korrekturen zu vermeiden.

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Obwohl der Silberahorn einen Schnitt toleriert, sollte dieser mit Bedacht und sachkundig durchgeführt werden, damit der Baum nicht geschädigt wird. Achten Sie darauf, nur bei Bedarf zu schneiden und die natürlichen Wachstumsbedingungen des Baumes zu respektieren.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um einen Silberahorn zu schneiden?

Der optimale Zeitpunkt, um einen Silberahorn zu schneiden, fällt in den Spätsommer oder in den Winter. Beide Zeiträume haben ihre spezifischen Vorteile, die den Baum schonen und ihm ermöglichen, sich gut zu erholen.

  • Spätsommer: Zu dieser Zeit hat der Baum seinen Hauptaustrieb abgeschlossen und der Saftdruck ist gering. Dies reduziert das sogenannte „Bluten“, bei dem der Baum an Schnittstellen Saft verliert. Ein Rückschnitt im Spätsommer gewährt dem Baum ausreichend Zeit, die Wunden vor dem Einsetzen der Winterkälte zu verschließen.
  • Winter: Während der Wintermonate befindet sich der Silberahorn in seiner Ruhephase, was ebenfalls zu einem geringeren Saftfluss führt. Der Baum ist dann weniger anfällig für Krankheiten, die durch offene Schnittwunden begünstigt werden könnten. Es ist jedoch wichtig sicherzustellen, dass der Baum nicht gefroren ist, bevor Sie mit dem Schnitt beginnen.

Wenn Sie unsicher sind, wann genau der beste Zeitpunkt für Ihren Baum ist, kann ein Probeschnitt hilfreich sein. Schneiden Sie dazu zwei oder drei kleinere Äste zurück und beobachten den Saftfluss. Fließt viel Saft aus den Schnittstellen, verschieben Sie den Rückschnitt um eine Woche und wiederholen den Test.

Durch das Beachten dieser Zeiträume und der beschriebenen Hinweise können Sie sicherstellen, dass Ihr Silberahorn den Schnitt gut übersteht und weiterhin gesund gedeiht.

Wie schneidet man einen Silberahorn richtig?

Beim Schneiden eines Silberahorns ist es wichtig, den Baum nicht zu schädigen und Schnitte so durchzuführen, dass sie schnell und gut verheilen. Beachten Sie die folgenden Schritte:

Vorbereitung und Werkzeug

  • Sauberes und scharfes Werkzeug verwenden: Stumpfe Sägen oder Scheren zerquetschen die Äste, was die Heilung erschwert. Sauberes Werkzeug verhindert die Übertragung von Krankheiten. Reinigen Sie daher Ihr Werkzeug gründlich vor dem Schnitt.
  • Den richtigen Schnittpunkt wählen: Schneiden Sie direkt am Astring. Der Astring ist der Wulst, wo der Ast aus dem Stamm oder einem anderen Ast entspringt. Schneiden Sie knapp außerhalb dieses Bereichs, um die Wunde optimal verheilen zu lassen.
  • Überlegen planen: Betrachten Sie vor dem Schnitt den gesamten Baum und entscheiden, welche Äste entfernt werden müssen, um unnötiges Herumschnippeln zu vermeiden.

Schneidetechniken

  • Komplette Entfernung von Ästen: Schneiden Sie Äste nicht in der Mitte ab, sondern immer komplett am Astring. So vermeiden Sie unschöne Aststummel, die krankheitsanfällig sind.
  • Schneiden in mehreren Schritten: Wenn es notwendig ist, dicke Äste zu entfernen, gehen Sie in mehreren Schritten vor. Sägen Sie den Ast zunächst etwa 20 Zentimeter vom Stamm entfernt an der Unterseite ein, dann etwas weiter außen von oben durch. Entfernen Sie den verbleibenden Aststummel am Astring.
  • Schräge Schnitte setzen: Schneiden Sie Äste schräg oberhalb eines Auges oder Blattknotens ab. So vermeiden Sie Wasseransammlungen auf den Schnittstellen und fördern eine schnelle Heilung.
  • Vermeidung großer Wunden: Große Wunden machen den Baum anfällig für Infektionen und Pilzbefall. Schneiden Sie daher möglichst kleine Äste und Zweige.

Nach dem Schnitt

  • Wundpflege: Große Schnittwunden sollten mit einer speziellen Wundverschlusspaste behandelt werden, um das Eindringen von Bakterien und Pilzen zu verhindern.
  • Regelmäßige Kontrolle: Nach dem Schnitt sollten Sie den Baum regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten oder Schwäche prüfen.

Durch das Befolgen dieser Tipps können Sie sicherstellen, dass Ihr Silberahorn gesund bleibt und weiterhin prächtig gedeiht.

Was tun bei einem radikalen Rückschnitt?

Ein radikaler Rückschnitt sollte beim Silberahorn stets als letztes Mittel betrachtet werden, da er den Baum erheblich belastet und seine natürliche Form beeinträchtigen kann. Gründe für einen solchen Eingriff können extreme Sturmschäden, starke Pilz- oder Schädlingsbefälle oder eine signifikante Platznot im Garten sein.

Falls ein radikaler Rückschnitt unumgänglich ist, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Richtiger Zeitpunkt: Führen Sie den Rückschnitt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr durch. Zu diesen Zeiten befindet sich der Baum in der Ruhephase, was ihm hilft, die starken Eingriffe besser zu verkraften und die Schnittwunden zügig zu heilen.
  • Vorgehen beim Schneiden: Schneiden Sie zunächst totes und krankes Holz bodennah ab. Entfernen Sie anschließend die dicksten Äste, um Zugang zum Inneren des Baums zu erhalten.
  • Reduzieren der Äste: Kürzen Sie die verbleibenden Hauptäste um etwa ein Drittel ihrer Länge. So fördern Sie den Neuaustrieb und stellen sicher, dass der Baum schnell wieder eine dichte Krone bildet.
  • Beobachtung und Pflege: Nach dem Rückschnitt sollten Sie Ihren Baum regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten, Schwäche oder Schädlingsbefall untersuchen. Eine regelmäßige Kontrolle hilft, frühzeitig einzugreifen und den Baum zu unterstützen.

Bitte denken Sie daran, dass der Baum zunächst unansehnlich wirken kann. Doch durch den starken Rückschnitt wird er meist schon im folgenden Jahr kräftig und vital neu austreiben, sodass sich das Gesamtbild schnell wieder harmonisiert.

Bilder: xjoeoconnorx / Shutterstock