Austrieb am Ahorn vertrocknet – Was tun?

Es kann jeden Ahorn treffen. Scheinbar über Nacht sind die hoffnungsvollen Blattspitzen und Knospen vertrocknet. Die häufigsten Ursachen für Schäden am Austrieb mit Tipps für die Problemlösung und Vorbeugung beleuchtet dieser Ratgeber.

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Austriebe sind gegenüber Frost sehr empfindlich

Kaltluftsee lässt den Austrieb welken

Im Frühling beklagen Hausgärtner oftmals welken, abgestorbenen Austrieb am Ahorn. Nach den ersten warmen Sonnentagen sprießen die zarten, frostempfindlichen Blätter und Knospen. Wenn über Nacht verspätete Bodenfröste auftreten, hat ihnen der frische Austrieb nichts entgegenzusetzen. Bis Mitte Mai ist die Gefahr hoch. Nach den Eisheiligen entspannt sich die Lage.

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Wie Flüssigkeit fließt die Kälte herab in Ebenen und Senken. Es bilden sich regelrechte Kaltluftseen, die Blatt- und Triebspitzen in die frostige Zange nehmen. Der Austrieb an Bergahorn und Feldahorn ist von Frostschaden seltener betroffen, als Spitzahorn und Schlitzahorn.

Schäden am Austrieb beheben und vorbeugen – So geht es

Durch Kaltluft verursachte Schäden am frischen Ahorn-Austrieb sind zwar für den Baum nicht Existenz-bedrohend. Auf die leichte Schulter sollten Sie das Problem dennoch nicht nehmen. Über den Weg erfrorener Blattspitzen und Knospen finden Krankheiten und Schädlinge den Weg ins Innere des Baums. So handeln Sie richtig und beugen einem weiteren Austriebschaden vor:

  • Dem betroffenen Baum bis Ende Juni Zeit geben für eine Regeneration aus eigener Kraft
  • Erfrorenen, abgestorbenen Austrieb zurückschneiden bis ins gesunde Holz
  • Vorbeugend bis nach den Eisheiligen über Nacht eine Haube überstülpen aus atmungsaktivem Vlies

Sind Sie unsicher, wie weit der Rückschnitt nach einem Austriebschaden gehen sollte? Dann machen Sie den Vitalitätstest. Unterhalb der letzten abgestorbenen Knospen und Blattspitzen kratzen Sie die Rinde ein wenig ab. Erscheint grünes Gewebe, befinden Sie sich im lebenden Triebbereich und können dort die Schere ansetzen. Grau-braunes bis dunkelbraunes Gewebe zeigt den Totholz-Bereich an.

Kaliumdüngung beugt Frostschaden am Austrieb vor

Über den Weg einer gezielten Nährstoffversorgung im Herbst stärken Sie die Winterhärte Ihres Ahornbaumes. Verabreichen Sie im September einen Kalium-betonten Dünger, wie Beinwelljauche oder Patentkali. Kalium stärkt die Zellwände im Gewebe und senkt den Gefrierpunkt im Zellsaft.

Tipps

Partielle Schäden am Austrieb in Ahornbäumen wird verursacht durch eine gefürchtete Krankheit. Die Erreger der Verticillium-Welke dringen über die Wurzeln in einen Ahorn ein und verstopfen die Versorgungsbahnen. Das Resultat sind stellenweise welke, vertrocknete Blätter und schlaffe Triebe.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Anatoliy Berislavskiy/Shutterstock

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