Blumenhartriegel: Pflege und Sorten

Blumenhartriegel erfreuen das Auge vom Frühling bis in den Spätherbst mit Farben und Formen. Wenn die Vegetationsperiode für die Gehölze beginnt, verschönern sie den Garten mit einer auffallenden Blütenpracht. Im Herbst entwickelt das Laub intensive Rottöne.

blumenhartriegel
Der Blumehartriegel blüht je nach Sorte weiß oder rosa

Herkunft

Verschiedene Arten aus der Gattung der Hartriegel, welche den lateinischen Namen Cornus trägt, werden im Deutschen als Blumenhartriegel bezeichnet. Unter diese Gruppe fallen Gehölze, die auffällige Blüten mit weißen oder hellroten Färbungen entwickeln. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Nordamerika und Ostasien. Sie wachsen auf frischen Böden im Unterwuchs oder in Randbereichen von Laub- und Nadelwäldern.

Blätter

Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Jeweils zwei Blätter sitzen sich am Zweig gegenüber. Sie sind in Blattspreite und Stiel gegliedert. Die Spreite ist einfach gestaltet und ganzrandig. Sie wächst zwischen sieben und zwölf Zentimeter lang und ist ovalförmig. Typisch für alle Hartriegel-Arten ist die auffällige Blattnervatur. Von einer erhabenen Mittelrippe gehen beidseitig Seitennerven ab, die bogig bis zur Blattspitze verlaufen.

Wenn Blumenhartriegel austreiben, erscheinen die jungen Blätter gelblich bis grün. Im Laufe der Wachstumsperiode verändern sie ihren Farbton zu einem stumpfen Grün. Im Herbst leuchten die Blätter orangerot bis purpurfarben. Sie fallen kurz vor dem Wintereinbruch vom Zweig und zersetzen sich vergleichsweise schnell.

Blüte

Kurz vor oder mit dem Blattaustrieb erscheinen die Blüten. Etwa 20 Einzelblüten drängen sich zu kleinen kugel- bis doldenförmigen Blütenständen zusammen. Es sind nicht die Kronblätter, die dekorativ in Weiß oder Rosarot gefärbt sind. Die unscheinbaren Blüten werden von auffallend großen Hochblättern eingefasst, welche durch ihre Färbung die Funktion von Kronblättern übernehmen. Sie dienen dazu, Insekten als potentielle Bestäuber anzulocken.

Die Knospen werden im Herbst gebildet. Sie sind zwischen fünf und zehn Zentimeter lang und an ihrer Spitze eingebuchtet. Nachdem sie sich im Frühjahr entfaltet haben, sind die Hochblätter an ihren Spitzen miteinander verbunden. Erst später lösen sie sich voneinander und stehen frei. Je nach Art und Sorte öffnen sich die Knospen zwischen Ende April und Ende Juni. Junge Blumenhartriegel blühen noch nicht in voller Pracht. Es dauert einige Jahre, bis die Hochblätter in ihrer endgültigen Größe erscheinen.

Wachstum

Blumenhartriegel wachsen als Sträucher mit mehreren Stämmen oder als kleiner Baum mit Hauptstamm und Krone. Sie werden zwischen vier und sieben Meter hoch. In Einzelfällen können die Arten Wuchshöhen bis zwölf Meter erreichen. Werden Kronen entwickelt, erscheinen diese in breit ausladender bis rundlicher Gestalt. Die Seitenzweige wachsen fast horizontal. Junge Zweige haben eine grünliche Rinde, die sich durch die Sonneneinstrahlung rötlich verfärbt. Mit zunehmendem Alter werden die Zweige grau und neigen zur Rissbildung.

Die Gehölze sind Flachwurzler. Sie entwickeln ein kriechendes Wurzelsystem dicht unter der Bodenoberfläche. Die Wurzeln reagieren sensibel auf Bodenverdichtungen, Verletzungen und Überschwemmungen.

Verwendung

Cornus-Arten sind beliebte Ziergehölze, die in Einzelstellung gepflanzt werden. Die baumartig wachsenden Vertreter benötigen viel Platz, damit sie ihre ausdrucksstarke Krone ungehindert ausbreiten können. Für Pflanzarrangements mit anderen Arten eignen sich die strauchförmigen Vertreter. Sie harmonieren mit roten Fächerahorn-Arten oder Zaubernüssen, die gelbe Blüten entwickeln. Blumenhartriegel können mit Formgehölzen kombiniert werden. Sie lockern das Gesamtbild auf, sodass es weniger streng anmutet.

Blumenhartriegel können mit verschiedenen Stauden kombiniert werden. Sie machen im Hintergrund von Staudenanpflanzungen eine gute Figur. Spätblüher wie Herbst-Anemonen, Silberkerzen oder Eisenhut sorgen für farbliche Kontraste.

Hier setzen die Gehölze Akzente:

  • im Kübel auf dem Balkon
  • in Innenhöfen und Vorgärten
  • in Hauseingängen und Hofauffahrten

Essbar

Die Früchte der Blumenhartriegel sind nicht giftig. Die meisten Arten entwickeln rote Beerenfrüchte, die einen faden Geschmack haben. Sie bestehen aus einer dicken Schale und besitzen vergleichsweise wenig Fruchtfleisch. Cornus kousa ‚Teutonia‘ entwickelt dicke Beeren mit einem fruchtigen Geschmack. Sie sind erntereif, sobald sie sich vollständig rot ausgefärbt haben und etwas weich sind.

Welcher Standort ist geeignet?

Blumenhartriegel wachsen auf einem gut durchlässigen und lockeren Substrat. Sie bevorzugen einen geschützten Standort in absonniger Lage und mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die verschiedenen Arten vertragen kalk- oder lehmhaltige Böden unterschiedlich. Die nordamerikanischen Arten benötigen einen sandigen Boden, dessen pH-Wert im sauren oder schwach sauren Bereich liegt. Ostasiatische Arten wachsen auch auf lehmigen oder leicht kalkhaltigen Böden.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Erde sollte humusreich sein. Feuchte Bedingungen sind ideal, wobei keine Staunässe entstehen darf. Eine Drainage aus Kies sorgt dafür, dass das Wasser gut versickern kann. Die asiatischen Arten und Sorten zeigen sich anspruchsloser gegenüber den Bodenbedingungen.

Der Wurzelbereich mag eine kühle und feuchte Erde. Bepflanzen Sie die Baumscheibe mit schwachwüchsigen Bodendeckern. Sie helfen, die Feuchtigkeitsbedingungen des Substrats auf einem konstanten Niveau zu halten. Alternativ können Sie den Boden Mulchen oder mit einer Schicht Rindenkompost bedecken.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Eine Pflanzung im Herbst ist möglich. Jedoch haben Jungpflanzen wenig Zeit, vor dem Winter ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln. Das Frühjahr eignet sich besser zum Einpflanzen. Warten Sie die letzten Spätfröste ab.

Der richtige Pflanzabstand

Achten Sie bei baumartigen Blumenhartriegeln darauf, dass keine anderen Gehölze die Kronenentwicklung beeinträchtigen. Diese Arten sollten besser in Einzelstellung auf der freien Fläche angesiedelt werden. Strauchartige Vertreter können in Pflanzarrangements gesetzt werden. Hier müssen Sie die Wuchsbreite der jeweiligen Art beachten, damit die Pflanzen später nicht zu dicht nebeneinander stehen.

Das müssen Sie beim Pflanzen berücksichtigen:

  • Wurzelballen sollte über dem Erdniveau liegen
  • keine Umgrabarbeiten im Bereich der Baumscheibe durchführen
  • Erde gründlich auflockern

Blumenhartriegel vermehren

Blumenhartriegel können über Samen vermehrt werden. Die ersten Früchte werden ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr entwickelt. Pflücken Sie die reifen Früchte und entfernen Sie das Fruchtfleisch vom Kern. Setzen Sie den Samen in einen mit Anzuchterde gefüllten Topf. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen halbschattigen Platz und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.

Nachdem die Pflanze etwa 20 Zentimeter hoch gewachsen ist, kann sie nach draußen gepflanzt werden. Gewöhnen Sie die Pflanze an die Außenbedingungen, in dem Sie den Topf ins Freie stellen. Es sollten keine Fröste mehr auftreten, da diese die Jungpflanze schädigen.

Im Frühling können Sie Sträucher teilen und Tochterpflanzen gewinnen. Diese Pflanzen können im Kübel kultiviert oder sofort in den Garten gepflanzt werden. Da diese Methode der Mutterpflanze Energie raubt, sollte sie nur selten durchgeführt werden.
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Blumenhartriegel im Topf

Blumenhartriegel-Arten eignen sich für die Kultivierung im Topf. Kübelgehölze wachsen nicht so hoch, wie die Vertreter im Freiland. Wenn ihnen ein ausreichend großes Pflanzgefäß zur Verfügung gestellt wird, passen sie sich schnell an die Bedingungen an. Ideal ist ein Topf mit einem Volumen zwischen 30 und 50 Liter. Befüllen Sie das Pflanzgefäß mit einem lockeren Gemisch aus Gartenerde und Kokosfasern. Eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung ist notwendig, damit das Gehölz nicht verkümmert. Achten Sie im Winter auf einen ausreichenden Schutz vor Frösten, da die Wurzeln im Kübel sehr leicht erfrieren können.

Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort, an dem sich sonnige Stunden mit Schattenzeiten abwechseln. Auf dem Balkon liefern Blumenhartriegel eine ästhetische Abwechslung.

Blumenhartriegel richtig schneiden

Blumenhartriegel müssen nur selten geschnitten werden. Wenn der Strauch zu hoch geworden ist oder Nachbarpflanzen beeinträchtigt, sind Auslichtungen sinnvoll. Ein Rückschnitt sorgt dafür, dass ältere Exemplare wieder in Form gebracht werden.

Warten Sie mit dem Schnitt, bis die letzten Blüten verwelkt sind. Spätere Schnittmaßnahmen können die Knospenentwicklung im Herbst beeinträchtigen. Verzichten Sie auf einen radikalen Schnitt. Besser ist eine Auslichtung der Krone. Schneiden Sie die äußeren Triebe an ihrer Basis ab, die das Gesamtbild stören.

Der Hybrid ‚Venus‘ bildet kaum Verzweigungen aus. Um einen dichten Wuchs zu fördern, ist bei dieser Sorte ein gezielter Rückschnitt im Frühjahr empfehlenswert. Auch ältere Pflanzen vertragen solche Schnittmaßnahmen gut.
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Blumenhartriegel gießen

Blumenhartriegel bevorzugen ausgeglichene Feuchtigkeitsbedingungen im Substrat. Lang anhaltende Trockenheit fügen den Gehölzen gleichermaßen Schaden zu wie Staunässe. Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig. Wenn sie an sonnigen Standorten wachsen, erhöht sich der Wasserbedarf. Nutzen Sie Regenwasser oder sehr weiches Leitungswasser, da viele Arten keinen Kalk vertragen.

Eine Mulchschicht auf dem Boden sorgt dafür, dass das Substrat gleichmäßig feucht bleibt. Der Mulch versorgt die Pflanzen gleichzeitig mit zusätzlichen Nährstoffen.

Blumenhartriegel richtig düngen

Die Arten benötigen keinen zusätzlichen Dünger, wenn der Boden regelmäßig gemulcht wird. Stagniert das Pflanzenwachstum, ist eine Nährstoffgabe sinnvoll. Versorgen Sie das Gehölz mit Mist oder Kompost. Flüssigdünger sollten Sie nicht verwenden, da hier die Gefahr einer Überdüngung besteht. Zu hohe Nährstoffkonzentrationen gefährden die Pflanzen noch mehr als eine Unterversorgung.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn der Blumenhartriegel umgesetzt werden muss, sollten Sie den Laubabwurf im Herbst abwarten. Das Gehölz befindet sich dann im Ruhezustand. Da die Pflanzen sensibel auf radikale Rückschnitte reagieren, sollten Sie Blumenhartriegel vor dem Umpflanzen nicht beschneiden.

Stechen Sie einen großen Ballen ab und schieben sie stabile Bretter unter das Wurzelwerk, um dieses aus dem Loch herauszuheben. Diese Maßnahme ist in lehmigen Böden gut geeignet, da der Wurzelballen mit der Erde einen kompakten Klumpen entwickelt. Lockeres Substrat bröckelt ab. Wächst Ihr Blumenhartriegel in sandhaltiger Erde, sollten Sie das Gehölz leicht anheben und eine dicke Plastikfolie unter dem Wurzelballen durchziehen. Anschließend können Sie die Folie an der Stammbasis zusammenschnüren, um das Wurzelsystem mitsamt der umgebenden Erde aus dem Loch zu heben.

Der neue Standort sollte vorbereitet sein, damit Sie das Gehölz schnell einpflanzen können. Achten Sie im ersten Jahr auf eine regelmäßige Bewässerung, damit die Wurzeln am neuen Platz gut einwachsen können.

Krankheiten

Der Amerikanische Blumenhartriegel ist besonders anfällig gegenüber der Anthraknose, die auch als Blattbräune bekannt ist. Diese Pilzinfektion verbreitet sich unter Gehölzen, die an zu feuchten Standorten stehen. Sie äußerst sich durch kleine Flecken auf den Blättern. Bei einer starken Ausbreitung sterben die Blätter ab, aber der Strauch wirft diese nicht sofort ab. Bei einer starken Ausbreitung des Pilzes kann die gesamte Pflanze absterben. Der Asiatische Blumenhartriegel ist weitestgehend resistent gegen diese Erkrankung. Achten Sie beim Kauf auf die Vitalität der Pflanze und meiden Sie Gehölze, deren Blätter fleckig sind.

Es kann zu einem Befall durch den Echten Mehltau kommen. Dieser Pilz hinterlässt einen weißen Belag auf der Blattoberseite, der leicht abwischbar ist. Seine Sporen verbreiten sich unter warmen und trockenen Bedingungen. Wird Mehltau nicht bekämpft, können Blätter und Blüten absterben.
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Schädlinge

Zu den gelegentlich auftretenden Schädlingen zählt die Wacholder-Miniermotte. Wenn das Gehölz betroffen ist, verfärben sich seine Triebspitzen braun. Entfernen Sie die Triebe rechtzeitig. Der Amerikanische Blumenhartriegel wird in Mitteleuropa gerne von der Weißbeerigen Mispel besiedelt. Sie lebt halbparasitisch und entzieht dem Blumenhartriegel mit ihren Wurzeln Wasser und Nährstoffe aus der Sprossachse.

Blumenhartriegel blüht nicht

Es dauert mehrere Jahre, bis Blumenhartriegel erstmalig blühen. Bis zur ersten Blütenentwicklung können fünf oder mehr Jahre vergehen. Ein ungeeigneter Standort oder falsche Pflegemaßnahmen können ebenfalls dazu führen, dass die Gehölze nicht blühen. Sind die Sommermonate zu kalt und sehr trüb, vermeiden Blumenhartriegel die Entwicklung ihrer Blüten. Sie benötigen warme und sonnige Bedingungen und eine optimale Wasserversorgung.

Maßnahmen für die erste Hilfe:

  • durchdringend gießen
  • pH-Wert überprüfen
  • düngen
  • Gesundheitszustand untersuchen

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Braune Blätter

Wenn der Blumenhartriegel im späten Sommer braune Blätter bekommt, kann eine unzureichende Wasserversorgung die Ursache sein. Besonders in heißen Sommermonaten steigt der Wasserbedarf und das Gehölz muss täglich gegossen werden. In Abhängigkeit vom Bodentyp reduziert oder erhöht sich die Wassermenge, die Sie den Pflanzen geben müssen. Sandige Böden sollten häufiger gegossen werden, während lehmige Böden das Wasser länger halten.

Tipps

Der etagenartige Wuchs der Blumenhartriegel sieht nicht nur ästhetisch aus. Die Wuchsform erweist sich als perfekter Schattenspender. Vor allem die baumartigen Vertreter können als Solitärpflanze kleine lauschige Plätze im Garten erzeugen. Eine Bank direkt vor dem Gehölz lädt vom Frühjahr bis in den Herbst zum Verweilen ein.

Sorten

  • Amerikanischer Blumenhartriegel: Langsam wachsend. Hochblätter weiß, Blütezeit zwischen Mai und Juni. Wuchshöhe zwischen 400 und 600 Zentimeter.
  • Pazifischer Blumenhartriegel: Für milde Winterregionen geeignet. Hochblätter weiß, Blütezeit zwischen Mai und Juni. Wuchshöhe zwischen 300 und 600 Zentimeter.
  • Japanischer Blumenhartriegel: Hochblätter weiß mit grünlich-gelben Blüten, Blütezeit zwischen Mai und Juni. Wuchshöhe zwischen 300 und 600 Zentimeter.
  • Chinesischer Blumenhartriegel: Trockenheitsverträglich. Blüht weiß, Blütezeit zwischen Juni und Juli. Wuchshöhe zwischen 500 und 800 Zentimeter.
  • Venus: Hybrid aus Japanischem und Pazifischem Blumenhartriegel. Robust, wuchsfreudig. Blüht cremeweiß, Hochblätter bis 15 Zentimeter im Durchmesser.
  • Cherokee Chief: Sorte des Amerikanischen Blumenhartriegels. Winterhart. Hochblätter intensiv rosa gefärbt.
  • Cloud Nine‚: Sorte des Amerikanischen Blumenhartriegels. Winterhart. Hochblätter weiß gefärbt, reichblütig.
  • Rubra: Sorte des Amerikanischen Blumenhartriegels. Verträgt weder Staunässe noch Kalk. Hochblätter in Rottönen mit variabler Intensität gefärbt.
  • Eddie’s White Wonder: Sorte des Amerikanischen Blumenhartriegels. Blüht zuverlässig mit weißen Hochblättern, Blütezeit im Mai.


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Text: Christine Riel
Artikelbild: Anna Tronova/Shutterstock

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