Bärlauch durch Einfrieren haltbar machen

Das Haltbarmachen von eigenem Gemüse, Obst und Kräutern wie Bärlauch gehört zu den schönsten Gartenaufgaben. Um den Geschmack von Bärlauch nicht nur zur Erntezeit im Frühling genießen zu können, ist das Einfrieren von Bärlauchprodukten wie Butter und Pesto ideal.

Eingefrorener Bärlauch in Eiswürfelform
Bärlauch kann durch unterschiedliche Methoden haltbar gemacht werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bärlauch kann problemlos eingefroren werden und hält sich tiefgekühlt zwischen sechs und zwölf Monaten.
  • Vor dem Einfrieren sollte Bärlauch immer gewaschen und getrocknet werden.
  • Bärlauchbutter, Pesto und Suppe lassen sich ebenfalls gut im Gefrierschrank aufbewahren.
  • Das Einlegen in Öl und das Trocknen von Bärlauch sind platzsparende Alternativen zum Einfrieren.

Frischen Bärlauch einfrieren: So geht’s

Frühling ist, wenn der Wald aus weiter Distanz durch seinen Geruch wahrnehmbar ist. Nein, wir meinen nicht süßlich duftende Frühblüher, sondern den würzigen, knoblauchartigen Charakter des Bärlauchs. Zwischen März und Mai ist das Wildkraut ernte- und sammelreif. Im Pesto, als Butter oder in herzhaften, frischen Gerichten gelten die lanzettförmigen Blätter als Delikatesse.

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Am besten schmeckt Bärlauch, wenn er unverzüglich verarbeitet wird. Denn im Kühlschrank verlieren die Blätter bereits nach zwei Tagen einen Großteil ihres Aromas. Zudem werden sie fade und schlapp. Wie man den Klassiker jeder guten Küche über das ganze Jahr über haltbar macht, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Kann man frischen Bärlauch einfrieren?

Ja! Bärlauch eignet sich hervorragend zum Einfrieren. Zwar verlieren die Blätter ihren Biss, aber dafür bleiben die intensiven Aromen erhalten. Außerdem gehen beim Einfrieren von frischem Bärlauch nur wenig gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe verloren. So verzaubert die grüne Vitaminbombe auch an regenverhangenen Wintertagen schnell und einfach Pastagerichte.

Kann ich Bärlauch auch einfrieren, wenn er schon etwas älter ist?

Ältere Bärlauchblätter haben bereits eine Menge Geschmack verloren. Im Gemüsefach halten sie sich zwei Tage, wirken aber schon nach dem ersten Tag nicht mehr frisch. In der Regel folgt daher das Haltbarmachen immer direkt auf die Ernte beziehungsweise das Sammeln. Zwei Tage alter Bärlauch kann daher zwar eingefroren werden, ist aufgrund des Aromaverlustes aber nicht zu empfehlen.

Bärlauch im Glas einfrieren?

Bärlauch kann im Glas eingefroren werden. Bedenken bestehen, weil zum Beispiel Getränke in Glasflaschen platzen, wenn sie im Gefrierfach liegen. Das ist auf das Ausdehnen des Wassers zurückzuführen, welches so kraftvoll ist, dass es im Winter sogar den Asphalt aufsprengt. Bärlauch verfügt zwar auch über einen hohen Wasseranteil, der beim Einfrieren allerdings das Blatt nicht verlässt. Um ein Glas nur mit dem Wildkraut zu sprengen, müsste man es buchstäblich „zum Bersten vollstopfen“.

Bärlauch mit Stiel einfrieren?

Im Pesto können die Stiele problemlos verarbeitet werden, ohne dass der Geschmack leidet. Werfen Sie die Stiele nicht weg, denn frisch sind sie besonders knackig und verleihen vielen weichen Blattsalaten die gewisse Struktur. Fein geschnitten reichern sie auch das beliebte Bärlauchpesto an. Frieren Sie Bärlauch unverarbeitet ein, empfehlen wir das Entfernen der Stiele. Die wenigen Aromen, die im Stiel enthalten sind, überstehen das Einfrieren meist nicht.

Bärlauch vorm Einfrieren waschen oder nicht waschen?

Bärlauch wird abgewaschen

Ein gründliches Abwaschen von Bärlauch wird empfohlen.

Grundsätzlich ist es immer empfehlenswert, Bärlauch wie auch alle anderen bodennahen Kräuter, Wildgemüse und Obst vor dem Verzehr abzuwaschen. Erdrückstände, Staub und Insekten werden durch gründliches Waschen entfernt. Doch lassen Sie sich nicht Freude an dem Knoblauchgewächs nehmen, weil Sie den Fuchsbandwurm befürchten.

Ein Fakt zum Thema Fuchsbandwurm: Es gibt in Deutschland jährlich mehr Lottogewinner (2021: 181 Lotto-Millionäre, Quelle: ING) als registrierte Fuchsbandwurmfälle beim Menschen (2019: 25 Infizierte, Quelle: Statista). Die Infektion mit dem Parasiten nach dem Verzehr von ungewaschenem, rohem Bärlauch sei zwar „[n]aheliegend, aber noch nie nachgewiesen“. Um ein minimales Restrisiko auszuschließen, empfiehlt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft deshalb das gründliche Waschen.

Bärlauch blanchieren oder frisch einfrieren?

Bärlauch in einem Kochtopf

Bärlauch sollte nicht abgekocht werden.

Bärlauch wird frisch eingefroren, weil so die meisten Aromen und Inhaltsstoffe konserviert werden. Nach dem Blanchieren ist das Blatt weich und ein Teil des Geschmacks bereits verloren. Einfrieren ist in diesem Zustand nicht unmöglich, aber auch nicht empfehlenswert. Der einzige Vorteil, den das Blanchieren mit sich bringt, ist das Abtöten jeglicher Eier des Fuchsbandwurms. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit nach gründlichem Abwaschen bereits so klein, sich einen Parasiten zuzuziehen, dass man auf das Blanchieren verzichten kann.

Tipps

Die Eier des Fuchsbandwurms überleben das Einfrieren in haushaltsüblichen Gefrierschränken. Erst bei -80 Grad Celsius werden sie unschädlich gemacht.

In welchen Portionsgrößen sollte Bärlauch eingefroren werden?

Man kann einfach die Blätter im Ganzen einfrieren. Diese Methode ist empfehlenswert, wenn Gerichte wie eine Quiche geplant sind, die von der vollständigen Struktur der Blätter profitieren. Vorteilhaft ist es auch, den Bärlauch portionsweise in Gefrierbeuteln oder luftdichten Kunststoffdosen einzufrieren. Im Nachhinein gestaltet es sich schwierig, einen großen zusammengefrorenen Brocken Bärlauch aufzuteilen.

Andererseits kann es auch praktisch sein, den Bärlauch bereits geschnitten einzufrieren. So kann er als unkompliziertes Gewürz herzhafte Speisen aufwerten. Dazu wird der Bärlauch ohne Stiel fein gehackt und anschließend in einen Gefrierbeutel oder Ähnlichem gegeben. Ein Eiswürfelbehälter bietet sich an, um portionsweise Bärlauch einzufrieren. Die kleinen Kammern werden mit etwa zwei Drittel fein zerkleinertem Bärlauch gefüllt und anschließend mit Olivenöl, Brühe oder Wasser aufgestockt und eingefroren. Pürierter Bärlauch lässt sich ohne Zusätze im Eiswürfelbehälter einfrieren.

Wie lange hält sich Bärlauch im Tiefkühlfach?

Trotz der Kälte ist Bärlauch nicht unbegrenzt haltbar. Nach sechs Monaten hat er bereits merklich an Aroma verloren, nach zwölf Monaten ist der Verzehr nur bedingt zu empfehlen. Aber dann steht auch schon wieder der frische Bärlauch im Garten sowie im Wald zum Sammeln bereit.

Frischen Bärlauch einfrieren: Anleitung

Die einfachste Methode, Bärlauch schnell zu verarbeiten ist das Einfrieren der unverarbeiteten frischen Blätter.

Illustrierte Anleitung, wie frischer Bärlauch eingefroren wird

  1. Bärlauch gründlich waschen
  2. In einer Salatschleuder trocknen oder gut trocken tupfen
  3. Bärlauch je nach Verwendungszweck schneiden, pürieren oder ganz lassen
  4. Im Glas, in der Eiswürfelform oder im Gefrierbeutel luftdicht in den Gefrierschrank stellen

Wenn Sie den Bärlauch in einer Eiswürfelform einfrieren möchten, dann können Sie eine Tüte um den Behälter herumziehen. So kann sich der Geruch nicht durch den gesamten Gefrierschrank entfalten. Luftdicht verschlossen hält sich tiefgefrorener Bärlauch zwischen sechs und zwölf Monaten. Sie können die Eiswürfel nach dem Einfrieren auch in eine luftdichte Dose geben, damit die Eiswürfelform nicht das ganze Jahr besetzt ist und in der Küche verfügbar ist.

Luftdicht, platzsparend und lange haltbar: Darius der Olivenmann zeigt in seinem Youtube-Video, wie er Bärlauch als Ganzes vakuumiert. Die platten Tüten lassen sich sehr gut und hoch stapeln, sodass sie im Vergleich zu den Gläsern, Beuteln und Formen nur wenig Platz einnehmen.

Bärlauchbutter, Bärlauchpesto und Bärlauchsuppe einfrieren

Alternativ zum Einfrieren der Blätter kann auch verarbeiteter Bärlauch problemlos eingefroren werden. Leckere Bärlauchbutter ergibt einen klasse Aufstrich und sorgt für freudige Überraschungen beim Grillen. Bärlauchpesto ist hingegen der frühlingshafte Klassiker schlechthin; tiefgekühlt noch im Sommer haltbar. Und auch Bärlauchsuppe hält sich lange im Gefrierschrank.

Bärlauchbutter einfrieren

Illustrierte Anleitung, wie Bärlauchbutter eingefroren wird

  1. Bärlauch gründlich waschen
  2. In einer Salatschleuder trocknen oder gut trocken tupfen
  3. Bärlauch fein zerkleinern
  4. Zusammen mit weicher Butter verkneten (1 Bund Bärlauch auf 250 Gramm Butter)
  5. In Frischhaltefolie aufrollen, im Glas, Spritzbeutel oder in Eiswürfelform einfrieren

Haltbarkeit: 3 Monate (direkt nach Auftauen verwenden)

Bärlauchpesto einfrieren

Illustrierte Anleitung, wie Bärlauchpesto eingefroren wird

  1. Bärlauch gründlich waschen
  2. In einer Salatschleuder trocknen oder gut trocken tupfen
  3. Bärlauch grob zerkleinern (mit Stiel)
  4. Zusammen mit Knoblauch, Öl und weiteren Zutaten cremig pürieren
  5. Behälter mit kochendem Wasser sterilisieren
  6. Im Glas oder in Eiswürfelform – mit Öl aufgegossen – einfrieren (Glas nur zu zwei Drittel befüllen)

Haltbarkeit: 6 Monate

Bärlauchsuppe einfrieren

Bärlauchsuppe ist weniger lang haltbar als Pesto und Butter. Trotzdem können Sie die Suppe ohne Bedenken Einfrieren und wieder auftauen.

  1. Bärlauchsuppe abkühlen lassen
  2. Nicht wieder erwärmen
  3. In einem luftdichten Gefäß einfrieren

Haltbarkeit: 3 Monate

Alternativen zum Einfrieren

Traditionell legt man Bärlauch auch in Öl ein. Allerdings häufen sich die Fälle von Botulismus, einer schweren Krankheit, die durch das Bakterium Clostridium (C.) botulinum hervorgerufen wird. Unter Sauerstoffausschluss (Ölschicht) vermehren sich diese Bakterien und stellen nach einiger Zeit Neurotoxine her. Um diese Bakterien beim Einlegen zu vermeiden, braucht es sehr hohe Temperaturen, die im Haushalt nicht zu erreichen sind. Deshalb rät das Bundesinstitut für Risikobewertung vom Einlegen in Öl (auf Vorrat!) ab.

Das RKI meldet jährlich bis zu 24 Botulismus-Fälle – was im Vergleich mit dem Fuchsbandwurm eine tatsächlich nachweisbare Gefahr darstellt. Deshalb sollten eingelegte Lebensmittel (auch Pesto) innerhalb weniger Wochen verzehrt und kühl gelagert werden. Einfrieren verlängert die Haltbarkeit. Bärlauchöl darf nur dann länger verwendet werden, wenn es zum Anbraten bei Temperaturen zwischen 121 und 180 Grad Celsius genutzt wird. Eine ungefährlichere Methode stellt hingegen das Trocknen dar. Allerdings verliert der Bärlauch beim Trocknen stark an Aroma.

Bärlauch trocknen

Getrockneter Bärlauch

Durch das Trocknen des Bärlauchs gehen Aromen verloren. Das Trocknen ist jedoch die platzsparendere Methode.

  1. Direkt nach der Ernte gründlich waschen
  2. Gut abtrocknen
  3. Bärlauch zu Sträußchen zusammenbinden
  4. Kopfüber an eine Leine hängen
  5. Standort: warm, dunkel, trocken bei regelmäßiger Lüftung
  6. Bärlauch hin und wieder schütteln und nach Schimmel absuchen
  7. Wenn Bärlauch beim Schütteln raschelt und die Blätter sich leicht zerreiben lassen, ist das Kraut trocken genug
  8. Entweder als ganze Blätter lagern oder zermahlen und in Gewürzdose aufbewahren; in beiden Fällen dunkel, kühl und luftdicht lagern

Haltbarkeit: 6 bis 12 Monate

Bärlauch einlegen

Bärlauch in Öl eingelegt

Der Bärlauch sollte komplett mit Öl bedeckt sein – so wird die Schimmelgefahr reduziert.

  1. Bärlauch gründlich waschen
  2. Blätter sehr gut trocknen
  3. Bärlauch klein schneiden
  4. Eine saubere Flasche auskochen
  5. Zerkleinerte Bärlauchblätter in die Flasche geben
  6. Mit Öl auffüllen, luftdicht verschließen und schütteln

Haltbarkeit: 6 Monate

Mit welchem Öl sollte Bärlauch übergossen werden?

Das kommt auf Ihren persönlichen Geschmack an. Olivenöl eignet sich genauso gut wie Sonnenblumen- oder Rapsöl. Letztere haben den Vorteil, dass sie höher erhitzt werden können. Olivenöl findet hingegen häufiger bei Salaten Verwendung, was angesichts der Botulismus-Gefahr nicht zu empfehlen ist.

Wie viele Blätter Bärlauch benötigt man für Bärlauchöl?

Damit das Öl das Bärlaucharoma aufnehmen kann, müssen genügend Blätter verwendet werden. Auf 700 Milliliter Öl kommen in etwa 100 Gramm Bärlauch. Regelmäßiges Schütteln unterstützt bei der Anreicherung des Öls mit dem Aroma. In der Regel gilt: Je feiner die Blätter geschnitten sind, desto intensiver schmeckt das Öl.

Welche Methode zum Haltbarmachen von Bärlauch ist weniger geeignet?

Das Einlegen in Öl zieht die Gefahr mit sich, dass sich Botulismus-Bakterien vermehren und eine Krankheit auslösen können. Und das Trocknen von Bärlauch wird mit einem starken Aromaverlust erkauft. Die beste Methode ist daher das Einfrieren. Nur so bleibt Bärlauch lange lecker und gesund.

FAQ

Wie lang hält sich frischer Bärlauch?

Frischer Bärlauch hält sich im Kühlschrank etwa ein bis zwei Tage.

Bärlauch trocknen oder einfrieren?

Bärlauch verliert beim Trocknen einen Großteil seines Aromas. Beim Einfrieren bleiben diese jedoch erhalten. Der Wald-Knoblauch kommt also bevorzugt in den Gefrierschrank und nicht in die Gewürzdose.

Was muss man beim Bärlauch einfrieren beachten?

Bärlauch muss gewaschen, trocken und luftdicht eingefroren werden.

Kann man Bärlauch einfrieren?

Ja, Bärlauch hält sich bis zu 12 Monate im Gefrierschrank.

Kann man Bärlauch im Glas einfrieren?

Bärlauch kann auch im Glas eingefroren werden. Falls die Blätter als Pesto in einem Glas eingefroren werden, darf der Behälter nur zu zwei Drittel gefüllt werden.

Das Gartenjournal Frische-ABC

Wie läßt sich Obst & Gemüse richtig lagern, damit es möglichst lange frisch bleibt?

Das Gartenjournal Frische-ABC als Poster:

Text: Gartenjournal.net
Artikelbilder: Elena Schweitzer/Shutterstock, Ahanov Michael/Shutterstock, HandmadePictures/Shutterstock, Oksana_Schmidt/Shutterstock

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