Der Bärlauch als saisonales Gewürzkraut: Konservierung durch Einfrieren

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine mehrjährige Pflanze, die sich zum Überwintern vollständig in den Boden zurückzieht. Da die Blätter und Knospen nur im Frühjahr ein dezentes und ausgewogenes Aroma bieten, sollten Sie etwas Bärlauch als Vorrat für das restliche Jahr aufbewahren.

Bärlauch einfrieren
Früher Artikel Bärlauch haltbar machen und sein Aroma konservieren Nächster Artikel Kann der Bärlauch für die Aufbewahrung auch getrocknet werden?

Den Bärlauch gefahrlos für den Verzehr nutzen

Sofern Sie den Bärlauch nicht fertig geschnitten oder im Topf erwerben, werden Sie wahrscheinlich Bärlauch aus Waldbeständen ernten oder diesen selbst im Garten anbauen. Dabei sollten Sie auf zwei verschiedene Gefährdungspotenziale achten. Der Bärlauch selbst ist zwar ungiftig, kann aber von Laien mitunter mit den folgenden Pflanzenarten mit ähnlichen Standortbedürfnissen verwechselt werden:

  • Gefleckter Aaronstab
  • Herbstzeitlose
  • Maiglöckchen
  • Weißwurz-Arten

Wenn die Blätter und Blüten keine eindeutige Identifizierung ermöglichen, so bietet das Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern ein sicheres Indiz für den ungiftigen Bärlauch, falls dabei ein intensiver Knoblauchgeruch zutage tritt. Eine weitere Gefahrenquelle ist insbesondere beim Rohverzehr von Bärlauch der Erreger des Fuchsbandwurms. Um diesen unsichtbaren Gefahrenfaktor zu entfernen, sollten Sie Bärlauch auch vor dem Einfrieren gründlich mit heißem Wasser abwaschen und dann bei Bedarf mit weichen Küchentüchern vorsichtig trocken tupfen.

Nur frischer Bärlauch liefert gute Ergebnisse bei der Aufbewahrung

Eine grundlegende Regel gilt für alle Kräuter und auch nahezu alle Lebensmittel: Sind diese erst einmal zu lange liegen geblieben und fast schon verdorben, dann macht auch eine Konservierung und Aufbewahrung für später keinen Sinn mehr. Da sich der Bärlauch auch im Kühlschrank nur wenige Tage lang frisch hält, sollten Sie nach einer größeren Bärlauchernte unmittelbar entscheiden, welche Anteile davon Sie in welcher Form verarbeiten möchten. Da der Bärlauch im Gegensatz zu anderen Kräutern beim Trocknen relativ schnell viel von seinem eigentlichen Aroma verliert, sollte er bereits kurz nach dem Schnitt eingefroren werden.

Das Einfrieren von Bärlauch

Beim Einfrieren von Bärlauch stehen unterschiedliche Vorgangsweisen zur Auswahl. Die ganzen Blätter können am Stück eingefroren werden, wenn diese nach dem Auftauen für das Beizen von Lachs oder ähnliche Zwecke verwendet werden sollen. Für andere Zwecke wie das Würzen von Suppen und Soßen ist es vielleicht eher anzuraten, den Bärlauch noch vor dem Einfrieren vorsichtig klein zu hacken. Benutzen Sie eine Eiswürfelform, um aus zwei Dritteln zerkleinertem Bärlauch und einem Drittel Wasser praktische Bärlauchwürfel in vorportionierter Form herzustellen. Noch bessere Ergebnisse in Bezug auf die Bewahrung des typischen Bärlaucharomas bietet die Zubereitung von Bärlauchpüree oder Bärlauchbutter vor dem Einfrieren. Das mit dem Mixer aus ganzen Blättern schnell hergestellte Bärlauchpüree kann ebenfalls gut mit einer Eiswürfelform portioniert werden. Die Bärlauchbutter wird aus drei Vierteln Butter und einem Viertel gehacktem Bärlauch zubereitet. Sie kann in Folienrollen gewickelt oder in kleinen Dosen oder Eiswürfelformen eingefroren werden und beim sommerlichen Grillen verwendet werden.

Den Bärlauchgeruch im Gefrierfach eindämmen

Der intensive knoblauchartige Geruch des Bärlauchs breitet sich nicht nur bei einer Aufbewahrung der frischen Bärlauchblüten und -blätter im Kühlschrank auf benachbart gelagerte Lebensmittel aus. Durch die lange Verweildauer im Gefrierfach kann sich der Bärlauchgeruch auch gefroren stark auf andere Lebensmittel übertragen. Dies können Sie nicht nur mit dem luftdichten Verpacken in Gefrierbeuteln eindämmen, sondern auch mit dem Einschließen des Bärlauchs im Inneren von Bärlaucheiswürfeln.

Alternativen zum Einfrieren von Bärlauch

Während andere Kräuter hauptsächlich in getrockneter Form aufbewahrt werden, verliert der Bärlauch hierbei einen Großteil seines intensiven Geschmacks. Auch tiefgefroren müssen Sie mit einem gewissen Aromaverlust rechnen, allerdings hält sich dieser in Grenzen und dies kann bei sehr spät geernteten, intensiv schmeckenden Blättern sogar positiv wahrgenommen werden. Eine Alternative zum Trocknen und Einfrieren kann in der Zubereitung von Zwischenprodukten aus dem frischen Bärlauch liegen. So hält sich beispielsweise Bärlauchbutter auch im Kühlschrank mehrere Wochen lang für den Verzehr. Das aus Bärlauch zubereitete Bärlauchpesto kann luftdicht verschlossen ebenfalls einige Wochen lang aufbewahrt werden. Keiner speziellen Kühlung bedürfen Zwischenprodukte wie Bärlauchöl und Bärlauchsalz. Für die Zubereitung von Bärlauchöl geben Sie einige ganze Blätter in hochwertiges Olivenöl und lassen diese etwa drei bis vier Wochen lang durchziehen. Für das Bärlauchsalz werden klein geschnittene Bärlauchblätter im Backofen bei schwacher Hitze getrocknet und mit handelsüblichem Salz vermischt. Die ebenfalls essbaren Knospen der noch nicht aufgeblühten Bärlauchblüten können während der Saison im Frühjahr gesammelt und wie Kapern in Essig eingelegt werden.

Tipps & Tricks

Sie können sich die Arbeit des Kleinhackens von Bärlauch sparen, wenn Sie diesen in ganzen Blättern einfrieren und vor dem Auftauen mit einem Nudelholz durchwalken. So brechen die hart durchgefrorenen Bärlauchblätter ohne viel Aufwand in kleine Stückchen.

Text: Burkhard

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.