Kann der Bärlauch für die Aufbewahrung auch getrocknet werden?

Da sich Bärlauch frisch selbst im Kühlschrank nur wenige Tage hält und er nicht ganzjährig geerntet werden kann, stellt sich die Frage nach geeigneten Methoden zur Konservierung und Aufbewahrung. Eine Trocknung der Blätter ist grundsätzlich möglich, sie bringt aber mitunter nicht die besten Ergebnisse hervor.

Bärlauch trocknen

Den Bärlauch richtig ernten und vorbereiten

Es macht durchaus einen Unterschied, ob Sie den in Ihrer Küche verwendeten Bärlauch im Topf gekauft, innerhalb eines umzäunten Gartens geerntet oder im Wald gesammelt haben. Bei wild gesammeltem Bärlauch besteht ein gewisses (wenn auch kleines) Risiko für eine Kontamination mit den Erregern des sogenannten Fuchsbandwurms. Darum sollten Sie die Bärlauchblätter vor jeder weiteren Verwendung gründlich waschen, besonders wenn diese in nicht gekochten Gerichten Verwendung finden sollen. Beim Trocknen oder auch beim Einfrieren mag das Waschen des Bärlauchs als kontraproduktiv erscheinen, Sie können die druckempfindlichen Blätter aber vor der Weiterverarbeitung mit einem weichen Tuch trocken tupfen. Außerdem wird das Ergebnis der Trocknung nicht besser, wenn Sie nahezu welk aussehende Blätter nach Hitzewellen und Trockenphasen ernten. Saftig grüne Blätter enthalten mehr vom typischen Bärlaucharoma, von dem beim Trocknen leider ohnehin genug verloren geht.

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Die Trocknung an der Luft oder im Backofen

Sie können den Bärlauch auf einem Blech oder zu kleinen Sträußen gebunden und aufgehängt trocknen. Dabei müssen Sie allerdings darauf achten, dass alle Stellen gut belüftet sind ud die Sträußchen gegebenenfalls einige Male schütteln. Sonst könnten bestimmte Stellen zu feucht bleiben, wodurch Schimmel und Fäulnis Angriffsstellen fänden. Schneller kann getrockneter Bärlauch im Backofen hergestellt werden, allerdings sollte die Temperatur während des mehrstündigen Trockenvorgangs nicht höher als etwa bei 50 bis 60 Grad Celsius eingestellt sein. Halten Sie die Backofentür mit einem Holzkochlöffel einen Spalt breit geöffnet, damit die aus den entstielten Blättern entweichende Feuchtigkeit besser abziehen kann. Leider gehört der Bärlauch zu den Gewürzpflanzen, die beim Trocknen sehr viel von ihrem eigentlichen Aroma verlieren. Sollten Sie allerdings zu den Personen gehören, denen frischer Bärlauch zu intensiv riecht und schmeckt, so kann sich diese Eigenschaft auch als durchaus positiv entpuppen.

Die langfristige Aufbewahrung von Bärlauch

Den getrockneten Bärlauch können Sie mit den Fingern zu kleinen Stückchen zerkrümeln oder mit einem Teigroller zerkleinern. Geben Sie ihn erst dann in Schraubgläser mit luftdichtem Verschluss, wenn er wirklich trocken ist. So können Sie das feine Bärlauchwürzpulver einige Monate lang ohne nennenswerten weiteren Aromaverlust aufbewahren. Alternativ zum Trocknen gibt es aber außer dem Einfrieren auch die Möglichkeit der Zubereitung von folgenden Zwischenprodukten aus Bärlauch:

  • Bärlauchöl
  • Bärlauchbutter
  • Bärlauchpesto

Bärlauchöl als mit Bärlaucharoma angereichertes Olivenöl ist bei Zimmertemperatur in der Regel mindestens ein Jahr lang haltbar. Bärlauchbutter und Bärlauchpesto können im Kühlschrank einige Wochen lang und gefroren noch deutlich länger aufbewahrt werden.

Tipps & Tricks

Die Knospen des Bärlauchs können wie Kapern in Essig eingelegt werden, wenn Sie vor dem Aufblühen der Blüten geerntet werden.

WK

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Text: Burkhard

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