zimmerbambus
Der Zimmerbambus braucht viel Licht

Zimmerbambus richtig pflegen

Dank seines hohen, buschigen Wuchses ist der schnell wachsende Zimmerbambus (bot. Pogonatherum paniceum) eine attraktive Pflanze sowohl für die Zimmerkultur als auch die Haltung auf dem Balkon oder der Terrasse. Überdies punktet das Süßgras durch eine pflegeleichte Unkompliziertheit. Werden seine Vorlieben hinsichtlich Standort und Pflege beachtet, haben Sie viele Jahre lang Freude an dem Gewächs.

Herkunft und Verwendung

Unter der Bezeichnung „Zimmerbambus“ sind im Handel teils recht unterschiedliche Pflanzen erhältlich. Tatsächlich handelt es sich im Grunde nicht um einen botanischen Pflanzennamen, sondern um einen Trivialnamen. Im Allgemeinen ist die in Indien, Sri Lanka, Burma und Teilen Chinas weit verbreitete Süßgrasart Pogonatherum paniceum mit dem Namen „Zimmerbambus“ gemeint.

Trotz der augenscheinlichen Ähnlichkeiten ist Pogonatherum paniceum nicht einmal entfernt mit den echten Bambusarten und -sorten verwandt, sondern stattdessen eher mit dem aus Südamerika stammenden Mais. Bei uns wird die buschige und unkomplizierte Pflanze gern als Zimmerpflanze, aber auch für die Verschönerung von Balkon und Terrasse – beispielsweise als Sichtschutz – verwendet. Aufgrund der fehlenden Winterhärte darf der Zimmerbambus nicht in den Garten ausgepflanzt werden.

Manchmal wird die Art auch als „Katzengras“ im Fachhandel angeboten. Das echte Katzengras – botanisch Cyperus zumula – jedoch gehört zur Familie Riedgrasgewächse. Händler verwenden die korrekten botanischen Bezeichnungen der verschiedenen Pflanzenarten nicht immer korrekt, was nicht selten zu Verwirrungen führt und zudem die Pflege erschwert.

Aussehen und Wuchs

In seinem Wuchs erinnert der Zimmerbambus stark an den echten Bambus, auch wenn es sich nicht um einen solchen handelt. Die immergrüne und horstbildende Pflanze entwickelt zahlreiche Halme, die meist zwischen 30 und 50 Zentimeter, manchmal jedoch auch deutlich höher werden können. Diese Halme verzweigen sich um oberen Bereich, so dass der Zimmerbambus insgesamt recht buschig wirkt. Nach erfolgtem Höhenwachstum wächst die Pflanze stetig weiter, allerdings dank der unterirdischen Rhizome nur noch in die Breite.

Blätter

Die sanft hellgrünen Blätter des Zimmerbambus sind wechselständig und dicht an den aufrecht wachsenden Halmen angeordnet. Das Laub ist sehr schmal und bis zu sieben Zentimeter lang. Pogonatherum paniceum ist immergrün und behält seine Blätter das ganze Jahr hindurch.

Blüten und Früchte

An seinem natürlichen Standort entwickelt Pogonatherum paniceum zwischen Juni und August gelbliche, unscheinbare Ährenblüten, die in Zimmerkultur jedoch nur sehr selten in Erscheinung treten. Wer den Zimmerbambus zum Blühen bringen möchte, sollte ihn über die Sommermonate bei Temperaturen von mehr als 20 °C auf dem Balkon oder der Terrasse pflegen und vor allem für eine ausreichende Helligkeit sorgen – ist es zu dunkel, bildet die Pflanze keine Blüten aus.

Erfolgt während der Blütezeit eine Befruchtung, entwickeln sich anschließend Karyopse genannte Nussfrüchte, wie sie typisch für die Familie der Süßgräser sind. Bei günstigen Bedingungen neigt der Zimmerbambus zur Selbstaussaat, denn seine Samen beginnen bei Bodenkontakt schnell zu keimen.

Giftigkeit

Pogonatherum paniceum ist lediglich als Jungpflanze leicht giftig, später jedoch bauen sich die enthaltenen Giftstoffe ab. Problematisch sind stattdessen die harten, scharfkantigen Blätter, an denen man sich schnell schneiden kann.

Welcher Standort ist geeignet?

Der Zimmerbambus braucht für ein gesundes Wachstum viel Licht, darf aber während der Sommermonate nicht in der prallen Sonne stehen. Insbesondere vor einer intensiven Sonneneinstrahlung während der Mittagszeit ist die Pflanze zu schützen. Ansonsten fühlt sich Pogonatherum paniceum bei Wärme sehr wohl, wobei Temperaturen von 20 °C und mehr optimal sind. Kühler aus 16 °C darf es hingegen nicht werden, da die aus dem tropischen und subtropischen Asien stammende Zimmerpflanze darauf sehr empfindlich reagiert.

Substrat

Der Zimmerbambus gedeiht in handelsüblicher Blumen- bzw. Zimmerpflanzenerde hervorragend. Diese können Sie für eine bessere Drainage noch mit Kies, Sand oder Blähton vermischen. Wählen Sie nach Möglichkeit ein hochwertiges Substrat auf Kompostbasis, da dieses Wasser leichter aufnehmen und ableiten kann als Torferde, die schnell hart wird. Des Weiteren fühlt sich die Pflanze auch in einer Hydrokultur sehr wohl, wobei diese den ohnehin geringen Pflegeaufwand noch zusätzlich reduziert.

Pflanzen und umtopfen

Da der Zimmerbambus mit den Jahren immer mehr in die Breite wächst, sollten Sie ihn regelmäßig in einen größeren Topf umsetzen. Wählen Sie dabei ein möglichst breites Pflanzgefäß aus einem schweren Material, damit die Pflanze nicht eines Tages aus Versehen umkippt. Junge Pflanzen brauchen für ihre Wurzeln sowie für die Ausbildung neuer Horste besonders viel Platz und sollten daher einmal jährlich umgetopft werden. Bei älteren Pflanzen genügt es, diese Maßnahme alle zwei bis drei Jahre durchzuführen.

Zimmerbambus gießen

Das regelmäßige und gleichmäßige Gießen ist für das Wohlbefinden des Zimmerbambus immens wichtig. Lassen Sie das Substrat nicht austrocknen, wässern Sie aber auch nicht zu viel: Dauerhaft zu hohe Feuchtigkeit in der Pflanzerde führt zu Wurzelfäulnis, an dem die Pflanze früher oder später eingeht. Machen Sie vor jedem Wässern zunächst die Fingerprobe: Ist das Substrat oberflächlich abgetrocknet, verträgt Pogonatherum paniceum eine erneute Wassergabe. Während sehr warmer Phasen oder einer kurzen Abwesenheit in den Sommermonaten können Sie die Pflanze in einen mit Wasser gefüllten Untersetzer stellen – dann allerdings muss der Pflanztopf Löcher am Boden aufweisen, damit die Wurzeln das Wasser aufnehmen können.

Zimmerbambus bekommt braune Blätter, was tun?

Entwickelt der Zimmerbambus plötzlich braune, trockene Blätter, so steckt meist ein Problem mit der Wasserversorgung dahinter. Entweder gießen Sie die Pflanze zu viel – durch die dann entstehende Wurzelfäulnis kann das Gewächs nicht mehr genug Wasser aufnehmen und vertrocknet – oder auch zu wenig. Um die richtige Ursache zu finden, topfen Sie die Pflanze aus und untersuchen die Wurzeln: Sind diese matschig und feucht, riechen vielleicht auch faulig, dann ist schnellstes Handeln angesagt. Entfernen Sie die anhaftende Erde, schneiden Sie die faulenden Wurzeln weg und topfen Sie die Pflanze in ein frisches, trockenes Substrat um. Gießen Sie sie in Zukunft weniger. Ist der Zimmerbambus hingegen zu trocken, gießen Sie einfach vermehrt – achten Sie aber darauf, es mit dem Wässern nicht zu übertreiben. Anderenfalls haben Sie bald das entgegengesetzte Problem.

Zimmerbambus richtig düngen

Zwischen April und Oktober verabreichen Sie dem Zimmerbambus etwa alle zwei bis drei Wochen (je kleiner die Pflanze und der Topf, desto seltener wird gedüngt) handelsüblichen, flüssigen Blumen- bzw. Grünpflanzendünger. Während der Wintermonate wird nicht gedüngt.

Zimmerbambus richtig schneiden

Ein Rückschnitt ist nicht notwendig, da der Zimmerbambus ganz von allein eine schöne Wuchsform entwickelt. Lediglich braune und vertrocknete Halme sollten Sie direkt am Ansatz abschneiden. Vermeiden Sie jedoch derartige Schnittarbeiten während der Wintermonate, da die Pflanze sich nun in ihrer Ruhephase befindet und auf Störungen recht empfindlich reagieren kann.
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Zimmerbambus vermehren

Mit der Zeit kann ein Zimmerbambus recht umfangreich werden, weshalb sich bei großen und breiten Exemplaren im Frühjahr – am besten in einem Zug mit dem Umtopfen – eine Teilung anbietet. Dazu topfen Sie die Pflanze einfach aus, schütteln sacht die anhaftende Erde ab und zerteilen das Wurzelsystem in mehrere Teilstücke. Bei Bedarf können Sie hierfür auch ein scharfes, sauberes Messer verwenden. Achten Sie jedoch darauf, die Wurzeln nicht mehr als unbedingt nötig zu schädigen: Dies führt leider oft dazu, dass sich braune Blätter bilden.

Vermehrung durch Wurzelschösslinge

Trennen Sie bevorzugt die gut sichtbaren Wurzelausläufer ab, die Sie anschließend zunächst in ein Glas mit Wasser stellen. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig und platzieren Sie das Glas an einen warmen und hellen Standort. Haben die Ableger ausreichend starke, eigene Wurzeln entwickelt, pflanzen Sie sie in einen Topf mit geeignetem Substrat.

Stecklingsvermehrung

Des Weiteren ist auch eine vegetative Vermehrung über zehn bis 15 Zentimeter lange Stecklinge möglich, die ebenfalls im Frühjahr geschnitten werden. Diese benötigen eine konstant warme Temperatur von mindestens 20 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Sie wiederum durch eine lichtdurchlässige Abdeckung herstellen können.

Zimmerbambus aussäen

Bildet Ihr Zimmerbambus Ähren aus, so können Sie diese ebenfalls zur Vermehrung nutzen. Stecken Sie sie einfach in einen kleinen Topf mit Anzuchterde, halten Sie die leicht feucht, die Luft mittels einer lichtdurchlässigen Abdeckung gespannt und warten Sie einige Wochen. Ist die aus den Samen entstandene Pflanze etwa zehn Zentimeter hoch, können Sie sie in normales Substrat umtopfen und wie gewohnt pflegen.
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Überwintern

Von Vorteil ist es, den Zimmerbambus über die Wintermonate bei etwa 18 °C geringfügig kühler zu stellen als im Sommer und ihn zudem weniger zu gießen sowie die Düngung einzustellen. Diese Überwinterung hilft der Pflanze dabei, die lichtarme Jahreszeit leichter zu überstehen. Doch seien Sie aufmerksam: Zeigen sich gelbe oder braune Blätter an dem Gewächs, sollten Sie es eventuell doch häufiger gießen und / oder gelegentlich düngen. Im Grunde sind spezielle Überwinterungsmaßnahmen jedoch nicht notwendig, dann sollten Sie allerdings für ausreichend Helligkeit sorgen – beispielsweise durch eine passende Beleuchtung.

Krankheiten und Schädlinge

Der Zimmerbambus ist eine sehr widerstandsfähige Zimmerpflanze, die nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird. Krankheitssymptome sind oft ein Verweis auf Pflegefehler, vor allem in Bezug auf das Gießen, oder einen ungeeigneten Standort. Insbesondere, wenn die Pflanze zu dunkel, zu kühl oder zu feucht steht, kann es in Folge von Wurzelfäulnis zu Problemen kommen.

An Schädlingen verirren sich manchmal Spinnmilben oder Blattläuse an den Zimmerbambus. Diese können Sie jedoch mit Hilfe eines Duschstrahls recht einfach wieder los werden.

Tipps

Auch wenn der Zimmerbambus gelegentlich als „Katzengras“ verkauft wird, sollte der pelzige Vierbeiner besser nicht an seinen Halmen kauen: Die starren und scharfen Halme können Verletzungen verursachen und sogar im Hals steckenbleiben.

Arten und Sorten

Von der üblicherweise als Zimmerbambus bezeichneten Art Pogonatherum paniceum (umgangssprachlich auch Seychellengras oder Bambusgras gibt es keine speziellen Zuchtsorten. Stattdessen gibt es einige andere zimmertaugliche Pflanzenarten, die in ihrem Äußeren sowie in ihren Pflegebedürfnissen recht ähnlich sind:

  • Goldbambus (Phyllostachys aurea): echter Bambus, wird bis zu vier Meter hoch
  • Glücksbambus (Dracaena sanderiana oder D. braunii): ähnlich wie Pogonatherum paniceum
  • Bambusa multiplex: wird bis zu drei Meter hoch, gering frostverträglich
  • Pleioblastus chino: bis zu einem Meter hoch, wächst stark horstig und bildet viele Ausläufer aus, ideal für den Balkon (frostverträglich)
Text: Sara Müller Artikelbild: Stefan Redel/Shutterstock

Beiträge aus dem Forum

  1. Maxi
    Geranien...
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    Zierpflanzen
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