Der Pflanzen-Steckbrief der Zaunwicke

Die Zaunwicke (Vicia sepium) ist wegen ihres hohen Eiweißgehalts eine beliebte Futterpflanze. Blüten und Blätter dieses Wildkrauts sind sehr aromatisch und auch für den Menschen essbar. In diesem Pflanzensteckbrief haben wir alle wichtigen Merkmale der Zaunwicke zusammengefasst, damit Sie diese einwandfrei identifizieren können.

Zaunwinde Merkmale
Die Zaunwinde wuchert sehr stark, weshalb sie auch als Unkraut verschrien ist

Verbreitung

Die Zaunwicke ist in Mitteleuropa sehr häufig zu finden. Sie gedeiht bevorzugt auf nährstoffreichen Fettwiesen und in lichtdurchfluteten Mischwäldern. In den Allgäuer Alpen ist die Zaunwicke in Höhen bis zu 2.100 Meter anzutreffen, die hübsche Wildblume liebt basen- stickstoffreiche Böden.

Lesen Sie auch

Wuchsform:

Die Zaunwicke gedeiht als ausdauernd krautig wachsende Staude, die lange Ausläufer bildet. Mit Hilfe der Blattranken klettert sie an Zäunen und Gewächsen bis zu fünfzig Zentimeter empor, sodass sie beträchtliche Höhen erreichen kann.

Blätter:

Die gefiederten Blätter bestehen aus mindestens vier bis acht Paar wechselständig stehenden Teilblättchen, welche die Form einer Lanzette haben. Zumeist sind sie auf der Unterseite weich behaart. Am Ende jedes Blattes findet sich eine mehr oder weniger ausgebildete Ranke.

Blüten:

Die Zaunwicke ist ein Schmetterlingsblütler. Jeweils zwei bis fünf Einzelblüten finden sich in einer Blattachsel. Die Blüten setzen sich aus fünf Kelchblättern zusammen. Im Inneren findet sich der Fruchtknoten, der zu einer umgebenden Röhre zusammengewachsen ist. Die Blütenfarbe reicht von rotviolett bis trübblau, gelegentlich auch weiß.

Früchte und Samen

Aus den Blüten bilden sich längliche Schoten die etwa drei Zentimeter Lang und sieben Millimeter breit werden. Jung sind diese von einem feinen Haarflaum überzogen, die reifen Schoten sind kahl und glänzend schwarz gefärbt. Im Inneren finden sich drei bis sechs kugelrunde Samenkörner. Ihre Farbe kann rötlich, gelblich, bräunlich oder grau sein. Häufig sind die Samen dunkel gefleckt.

Besonderheiten

Bei feuchtwarmem Wetter produziert die Zaunwicke sehr viel Nektar. Ameisen werden von dem süßen Saft magisch angezogen und finden sich dann sehr reichlich auf der Zaunwicke.

Die Kronblätter der Zaunwicke sind sehr dick und können nur von starken Insekten wie Hummeln geöffnet werden. Häufig kann man Erdhummeln auf der Pflanze beobachten, die sich als Nektarräuber betätigen. Die Tiere beißen den Kelch und die Krone einfach auf um an die begehrte Nahrung zu kommen. An den verbleibenden Löchern tritt der süße Saft aus, an dem sich dann auch Honigbienen laben.

Tipps

Die zarten Blüten der Zaunwicke sind nicht nur dekorativ, sondern äußerst schmackhaft. Sie eignen sich als natürliche Dekoration von Speisen und sind eine aromatische Salatbeigabe.

Text: Sabine Kerschbaumer

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.