Sind Wicken für Menschen oder Tiere giftig?

Wicken sind sehr beliebte Rank- und Kletterpflanzen, die neben den interessant gefiederten Laubblättern wunderschön geformte Schmetterlingsblüten tragen. Da sie innerhalb kürzester Zeit kahle Hauswände und unschöne Zäune überwuchern, werden sie in vielen Gärten kultiviert. Gerade wenn kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt leben stellt sich aber auch die Frage, ob die Wicke zu den Giftpflanzen zählt.

Wicke gefährlich
Die Platterbese ist vor allem für Tiere gesundheitsschädigend

Wicken sind schwach giftig

Die Giftigkeit der Wicke wird von der Informationszentrale gegen Vergiftungen als schwach eingestuft. Die Giftstoffe kommen in allen Pflanzenteilen vor. Giftig wirken die enthaltenen toxischen Aminosäuren (Derivate des Propionitrits).

Am höchsten ist die Konzentration in den Samen, die sich nach dem Abblühen bilden. Es empfiehlt sich daher, diese konsequent abzuschneiden.

Werden die Schoten nur einmalig verzehrt, tritt häufig Erbrechen als einzige Folge auf. Nascht ein Kind regelmäßig von den Schoten, droht der sogenannte Lathyrismus. Die Symptome dieser schleichenden Vergiftung sind:

  • Ödeme
  • Schmerzen und Ameisenlaufen an den Beinen
  • starker Harndrang
  • Zystitis (Entzündung der Harnblase)

Lathyrus ist tiergiftig

Platterbsen wirken giftig auf Pferde und Rinder. Auch als Futter für Nagetiere wie Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen ist die Wicke aus diesem Grund nicht geeignet.

Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich durch:

  • Schweißausbrüche
  • Erregung
  • Kehlkopfpfeifen
  • Atemnot
  • Gangprobleme durch Lähmungen
  • Hautausschläge
  • Magen- und Darmbeschwerden

Tipps

Wickensamen dienten noch im Altertum als Nahrungsmittel. Vom Verzehr ist aufgrund der Giftigkeit dringend abzuraten. In der Homöopathie wird die Wicke erfolgreich bei Schüttellähmung und multipler Sklerose eingesetzt. Durch die Potenzierung wird der Giftstoff in diesem Fall zum Heilmittel.

Text: Sabine Kerschbaumer

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