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Erscheint im Garten ein Wildschwein, sollte Ruhe bewahrt werden

Wildschweine im Garten – was tun?

Seit ihre Lebensräume schrumpfen, haben Wildschweine aus der Not eine Tugend gemacht und suchen die Nähe zum Menschen. Mittlerweile wissen sie Mülltonnen und Hausgärten als Nahrungsquellen zu schätzen. Das Resultat sind verwüstete Beete und Blumenrabatten, weil die Räuber nicht zimperlich sind auf ihrer Suche. Dieser Ratgeber gibt Tipps, wie Sie die Rabauken von Ihrem Garten fernhalten.

Füttern verboten – so wird ihr Garten von Wildschweinen verschmäht

Primär ist es der mühelose Zugang zu Nahrung, der Wildschweine in den Garten lockt. Unterziehen Sie Ihr Grundstück daher einer gründlichen Überprüfung hinsichtlich möglicher Nahrungsquellen, um diese dem Zugriff der Borstentiere zu entziehen. So machen Sie es richtig:

  • Keine Speisereste auf dem Komposthaufen entsorgen
  • Deckel an Mülltonnen fest verschließen
  • Müllsäcke am Abholtermin erst morgens an die Straße stellen

Lassen Sie sich im Winter bitte nicht aus falsch verstandener Tierliebe dazu hinreißen, Wildschweine absichtlich zu füttern. Dieses Vorgehen gilt als Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld geahndet. Überdies haben die intelligenten Borstentiere ein gutes Gedächtnis und tauchen in Zukunft regelmäßig wieder auf.

Gartenzaun als Wildschwein-sicheres Bollwerk – Tipps & Tricks

Ein klassischer Holz- oder Maschendrahtzaun ist der Kraft von Wildschweinen nicht gewachsen. Erkundigen Sie sich daher im Vorfeld nach einem möglichen Wildschwein-Befall, wenn Sie einen Garten neu anlegen. In diesem Fall kommen ein Stabgitterzaun oder eine Betonmauer als Einfriedung in Betracht, um die borstigen Kraftpakete abzuwehren.

Lag es in Ihrer ursprünglichen Absicht, einen Gartenzaun zu pflanzen, gehen Sie etappenweise vor. Im ersten Schritt ziehen Sie den Wildschwein-sicheren Zaun hoch. Um dem Bollwerk dennoch eine naturverbundene Optik zu verleihen, pflanzen Sie Sträucher, Kletterpflanzen oder Zaungucker als Begrünung.

Um Nützlingen, wie Igeln und Maulwürfen den Zugang zum Garten nicht zu verwehren, lassen Sie einfach kleine Lücken entlang des Zauns frei. Diese sollten sich indes auf einen Durchmesser von maximal 2-4 cm beschränken. Andernfalls nutzen clevere Marder die Öffnung als Eingangspforte.

Keine Panik bei einer Begegnung

Wildschweine sind dämmerungs- und nachtaktiv, sodass es nur selten zu einer unmittelbaren Begegnung kommt. Stehen Sie sich dennoch plötzlich Auge-in-Auge mit einem Borstentier gegenüber, bewahren Sie bitte die Ruhe. Es ist ein Irrglaube, dass Wildschweine ständig schlecht gelaunt umherlaufen, um Menschen anzugreifen. Tatsächlich sind die Waldbewohner scheu und friedlich. Erst wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, greifen Wildschweine an.

Ziehen Sie sich langsam zurück und lassen dem Tier einen Fluchtweg frei. Informieren Sie anschließend die Naturschutzbehörde oder den örtlichen Förster. Versuchen Sie auf keinen Fall, ein Wildschwein auf eigene Faust aus Ihrem Garten zu vertreiben.

Tipps

Schützen Sie Ihren Garten bitte rechtzeitig vor unerwünschten Gästen, wie Wildschweinen, Mardern oder Waschbären. Auf den Schäden, die Wildtiere anrichten, bleiben Sie als Eigentümer in der Regel sitzen. Policen gegen Schäden durch wild lebende Tiere haben bislang im Angebot von Versicherungen Seltenheitswert.

Text: Paula Jansen Artikelbild: Phuong D. Nguyen/Shutterstock

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