Die Wicke: Attraktive Blühpflanze oder lästiges Unkraut?

Duftwicken mit ihren weithin leuchtenden Blüten in wunderschönen Farben zählen zu den beliebtesten Bauerngartenpflanzen. Relativ pflegeleicht und unproblematisch zu kultivieren schmücken sie zahlreiche Grünanlagen. Leider versamen sich Wicken überreichlich selbst und können in Lagen, in denen sie sich wohlfühlen, zur regelrechten Plage werden.

Wicke entfernen
Die Zaunwicke wuchert sehr stark und wird somit schnell lästig

Samenbildung unterbinden

Damit es erst gar nicht so weit kommt ist es empfehlenswert, während der gesamten Blütezeit konsequent alles Abgeblühte zu entfernen. Aus jeder Blüte reift eine flache Schote heran, in der sich sechs bis acht Samenkörner befinden. Einmal auf den Boden gefallen überstehen die Samen den mitteleuropäischen Winter in der Regel unbeschadet und beginnen im Frühjahr zu keimen. Die Wicke ist starkwüchsig und innerhalb kürzester Zeit erreichen die kleinen Pflänzchen beträchtliche Wuchshöhen.

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Dies kann man sich zunutze machen. An Stellen, an denen Sie Wicken jedes Jahr aufs neue pflegen möchten, können Sie die Schoten ausreifen lassen und für die selbstständige Aussamung der Pflanze sorgen.

Wicken können auch liegend gedeihen

Sowohl die Zaunwicke als auch die wild wachsende Vogelwicke gedeihen nicht nur rankend, sondern wachsen gerne liegend im Rasen. Da diese Pflanzen relativ anspruchslos sind kann es dazu kommen, dass sie wenig beachtete Gartenecken nahezu vollständig überwuchern. Reißen Sie deshalb Wicken, welche aus dem Beet heraus wachsen, regelmäßig aus.

Im Handel gibt es spezielle Unkrautvernichtungsmittel für Wicken, die sich bei allzu reichem Wildwuchs als sehr hilfreich erweisen. Setzen Sie diese jedoch, wie alle chemischen Unkrautvernichter, mit Bedacht ein.

Vogelwicken sind ökologisch wertvoll

Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass die Samen der Vogelwicke sehr viel Eiweiß enthält und für viele Vögel eine wichtige Nahrungsquelle ist. Auch zahlreiche Wildbienen, Hummeln und andere Insekten schätzen diese wilde Wickenart, da sie über Wochen hinweg sehr viel Nektar bildet. Breitet sich diese Wicke in einer Gartenecke aus in der sie nicht stört, sollten Sie die Pflanze unter dem ökologischen Aspekt als dekorative Nutzpflanze sehen.

Tipps

Häufig wird die sehr lästige Gartenwinde mit Wicken verwechselt. Wicken haben jedoch Schmetterlingsblüten während die Winde weiße, trichterförmige Blüten bildet. Die Ausbreitung von Winden ist schwer einzudämmen, da sich diese Pflanze nicht nur mittels Samen sondern auch durch Wurzelausläufer vermehren.

Text: Sabine Kerschbaumer

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