Vexiernelke: Pflanzen und pflegen

Die Kronen-Lichtnelke (bot. Silene coronaria, früher Lychnis coronaria), auch als Samtnelke oder Vexiernelke bezeichnet, ist eine von rund 500 verschiedenen Nelkenarten. Anders als die meisten Vertreter dieser Gattung besitzt sie jedoch keine gefransten, sondern radförmige, einfache Blüten von leuchtend purpurroter Farbe. Diese wiederum stehen in einem interessanten Kontrast zu den flaumigen, grauweißen Trieben und Blättern. Die zwei- bis dreijährigen Vexiernelken sind ideal für trockene und sonnige Standorte und verlangen, einmal am richtigen Platz stehend, nur wenig Aufmerksamkeit.

Kronen-Lichtnelke
Die Vexiernelke ist eine schöne Nelkensorten für den Garten

Herkunft und Verbreitung

“Vexiernelke” ist einer der deutschen Trivialnamen der Kronen-Lichtnelke. Er bezieht sich auf die Tatsache, dass die in auffälligem Pink blühende Pflanze nicht duftet: “Vexieren” bedeutet in etwa so viel wie “täuschen” oder “necken”. Die Art wird seit 1995 der rund 500 bis 600 verschiedene Arten zählenden Gattung der Leimkräuter (bot. Silene) zugeordnet, die wiederum zur Familie der Nelkengewächse (bot. Caryophyllaceae) gehört. Die Art ist ursprünglich in Südosteuropa und Kleinasien – bis hin zu den Ausläufern des Himalaya – weit verbreitet, wo sie in lichten Wäldern, in Gebüschen und an felsigen Hängen wild wächst. Da Vexiernelken an passenden Standorten jedoch schnell verwildern, ist sie auch an zahlreichen Plätzen in Deutschland in der freien Natur zu finden. Sie befindet sich hierzulange schon sehr lange in Kultur – die erste bildliche Darstellung stammt aus dem Jahre 1410.

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Verwendung

Pflanzen Sie die attraktive Lichtnelke nicht einzeln ins Beet, da die Pflanze sich in Gesellschaft ihresgleichen am wohlsten fühlt – und zudem in Gruppen am besten zur Geltung kommt. Die Art eignet sich sowohl zur Bepflanzung von Freiflächen als auch als Begleitstaude in Beeten und Rabatten, wo sie zusammen mit gelb-, weiß- oder blaublühenden Arten wie beispielsweise Sonnenauge, Rittersporn, Gartensalbei, Nachtkerzen oder Schafgarbe ein harmonisch farbenprächtiges Gesamtbild ergibt. Wie an ihrem natürlichen Standort fühlt sich die Vexiernelke zudem am sonnigen Rand einer Gehölzpflanzung – etwa entlang einer Hecke – sehr wohl. Die hübschen Blüten locken während ihrer Blütezeit zahlreiche Insekten in den Garten. Vor allem Schmetterlinge fliegen die pinkfarbenen Blüten an.

Aussehen und Wuchs

Die immergrüne Vexiernelke ist eine recht kurzlebige, horstbildende Staude, die sich lediglich zwei bis maximal drei Jahre kultivieren lässt, sich an geeigneten Standorten allerdings recht unkompliziert durch Selbstaussaat vermehrt. Die krautig wachsende Pflanze bildet flache Rosetten aus, die Blüten tragenden Stängel hingegen erreichen Wuchshöhen zwischen 40 und 90 Zentimetern. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind filzig behaart.

Blätter

Die ganzjährig belaubte Silene coronaria entwickelt ihre dichten, weißgrau behaarten Blattrosetten bereits im Herbst und behält diese über den Winter. Im Frühjahr treiben aus diesen die bis zu 90 Zentimeter hohen, filzig-weißen Blütenstängel. Auch diese besitzen einige wenige Blätter, die schmal lanzettlich geformt sind.

Blüten und Blütezeit

Zwischen Juni und August erscheinen die hübschen, etwa drei Zentimeter breiten Blüten der Vexiernelke. Sie stehen einzeln an den locker verzweigten Blütenstängeln und besitzen je nach Sorte eine karminrote bis purpurne Färbung. Außerdem gibt es einige weiß blühende Varietäten. Die breiten, ungeteilten Blütenblätter sind an ihrer Basis miteinander verbunden und verleihen der ganzen Blüte ein tellerartiges Aussehen. Am schönsten blühen Kronen-Lichtnelken im zweiten Standjahr.

Früchte

Nach der Blüte bilden sich zahlreiche, Samen enthaltende Kapselfrüchte.

Giftigkeit

Die Vexiernelke gilt als ungiftig, eignet sich allerdings auch nicht für den Verzehr. Weder die Blätter noch die Blüten schmecken besonders angenehm.

Welcher Standort ist geeignet?

Setzen Sie die Vexiernelke an einen möglichst vollsonnigen und warmen Standort. Zwar gedeiht die Staude auch im lichten Halbschatten noch gut, bildet dort aber nur wenige Blüten aus.

Boden

Perfekt ist ein Platz auf nährstoffreichem, frischem und sandig-humosem Boden, der locker und gut durchlässig ist. Vexiernelken verwelken bei großer Trockenheit sehr schnell, weshalb der Boden umso feuchter sein sollte, je sonniger die Staude steht. Winternässe wiederum verträgt die Pflanze nicht – ebenso übrigens wie Staunässe oder einen nassen Untergrund. Pflanzen Sie die Stauden daher an den Rand eines Gartenteiches oder entlang einer Hecke, auch auf einem sonnigen Hang oder einer Böschung sind die wüchsigen Pflanzen oft zu finden.

Vexiernelke richtig pflanzen

In der Regel wird die Vexiernelke im Frühjahr ausgesät, Sie können aber auch gekaufte oder vorgezogene Pflanzen direkt an den gewünschten Standort pflanzen. Die ideale Pflanzzeit ist das Frühjahr, jedoch kann Containerware grundsätzlich bis in den Winter hinein in den Garten gesetzt werden. Voraussetzung ist lediglich eine frostfreie, milde sowie nicht zu feuchte Witterung. Halten Sie bei der Pflanzung einen Pflanzabstand zwischen 20 und 30 Zentimetern zu anderen Gewächsen ein – pro Quadratmeter Pflanzfläche können Sie etwa acht bis zehn Pflanzen einplanen. Und so wird gepflanzt:

  • Wurzelballen vor dem Einpflanzen gut durchfeuchten
  • Pflanzloch ausheben – doppelt so breit und tief wie Wurzelballen
  • Aushub mit Kompost und gegebenenfalls Sand / Kies vermischen
  • Vexiernelke ebenso tief wie im Topf einpflanzen
  • Boden gut andrücken
  • gut angießen und in den darauffolgenden Wochen leicht feucht halten

Gießen und Düngen

In den Garten ausgepflanzte Vexiernelken müssen nicht gedüngt werden, brauchen aber während längerer Trockenheitsphasen eine zusätzliche Wasserversorgung.

Vexiernelke richtig schneiden

Auch ein Rückschnitt ist bei der sehr pflegeleichten Staude nur dann notwendig, wenn eine Selbstaussaat vermieden werden soll. In diesem Fall schneiden Sie die Pflanzen nach der Blütezeit auf etwa 15 Zentimeter über dem Boden ab, dann können sie die samenhaltigen Kapselfrüchte nicht mehr ausbilden. Außerdem können Sie verwelke Blätter von Zeit zu Zeit ebenfalls entfernen.

Vexiernelke vermehren

Die Stauden sterben nach etwa zwei bis drei Jahren ab, vermehren sich allerdings sehr zuverlässig durch Selbstaussaat oder durch die zahlreichen Ausläufer. Innerhalb kurzer Zeit bilden sich so dichte Pflanzenteppiche, die in ihrer Ausbreitung eher begrenzt als befördert werden müssen. Eine Vermehrung durch Teilung ist hingegen nicht nötig.

Eine gezielte Vermehrung gelingt am besten durch Aussaat, wobei Sie die Samen entweder im Handel erwerben oder aber selbst sammeln können – die Kapseln sind reif, sobald sie aufspringen und das Saatgut so freigeben. So wird gesät:

  • gesät wird im Frühjahr
  • Aussaat direkt an den Standort oder in ein Gefäß
  • sonniger bis hell halbschattiger Standort
  • lockere und humushaltige Anzuchterde verwenden
  • diese gut vorbereiten, auflockern und Unkraut entfernen
  • Samen ausstreuen, aber nicht mit Erde bedecken – Lichtkeimer
  • lediglich leicht andrücken
  • Erde leicht durchfeuchten und stets leicht feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • Pflanzen pikieren sobald sie mindestens vier Blätter haben

Übrigens lassen sich Vexiernelken sehr gut mit anderen Lichtnelkenarten vergesellschaften, was nicht nur ein spannendes Bild im Blumenbeet ergibt – die eng verwandten Varietäten kreuzen sich untereinander, so dass mit etwas Glück neue Sorten dabei herauskommen.

Überwintern

Vexiernelken sind winterhart und benötigen keinen zusätzlichen Winterschutz. Lediglich winterliche Nässe sollte vermieden werden, da die Pflanzen diese nicht vertragen. Zum Schutz vor Dauerregen und Schnee können Sie sie mit Tannen- oder Fichtenreisig abdecken.

Krankheiten und Schädlinge

Die Vexiernelke ist nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern auch sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlinge. Problematisch wird zumeist nur ein Pilzbefall infolge zu großer Feuchtigkeit oder gar Staunässe im Beet. In diesem Fall sollten die befallenen Pflanzen umgehend entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Bei Schädlingen ist vor allem Blattläuse häufig zu finden, die sich jedoch recht gut entfernen lassen. Schnecken hingegen machen einen Bogen um die Pflanzen, von daher ist aus dieser Richtung keine Gefahr zu befürchten.

Vexiernelken blühen nicht, was tun?

Die an sich blühfreudigen Kronen-Lichtnelken zeigen ihre farbenfrohe Blütenpracht häufig erst im zweiten Standjahr. Wollen die Blumen allerdings so gar nicht blühen, eignet sich entweder der Standort nicht (zu dunkel und / oder zu feucht) oder Schädlinge rauben den Pflanzen die Kraft für die Ausbildung ihrer Blüten. Setzen Sie die Vexiernelken also entweder um oder machen Sie dem Schädlingsbefall mit Hilfe geeigneter Mittel den Garaus.

Tipps

Vexiernelken ergeben – vor allem in Kombination mit anderen Sommerblumen – hübsche und recht gut haltbare Schnittblumen für die Vase.

Arten und Sorten

Von der Kronen-Lichtnelke sind zahlreiche verschiedene Zuchtsorten im Handel erhältlich. Besonders attraktiv im Blumenbeet wirken vor allem diese Varietäten:

  • ‘Abbotswood Rose’: hübsche, rosafarbene Blütenpracht
  • ‘Alba’: reinweiße Blüten, die wunderbar zu anderen weiß blühenden Stauden passen
  • ‘Angel’s Blush’: ebenfalls weiß blühend, aber mit rosafarbenem Auge
  • ‘Atrosanguinea’: Sortengruppe mit kräftig magentafarbenen bis karminroten Blüten
  • ‘Blushing Bride’: weiße Blüten mit hübschem rosafarbenem Auge
  • ‘Dancing Ladies’: Sortenmischung aus weiß, rosafarben und kirschrot blühenden Varietäten
  • ‘Hutchinson’s Cream’: weiße Blüten und hübsch geflecktes Laub

Wer Abwechslung im Blumenbeet schaffen möchte, pflanzt neben den Vexiernelken noch andere Lichtnelken -Arten wie etwa diese:

  • Alpen-Lichtnelke (Silene suecica oderLychnis alpina): purpurrote, dichte Blütentrauben zwischen Mai und Juni, buschiger, ausladender Wuchs, maximal bis zu 15 Zentimeter hoch
  • Gewöhnliche Pechnelke (Silene viscaria): hübsche rosafarbene bis rote Blüten zwischen Mai und Juni, Wuchshöhe bis ca. 40 Zentimeter, stark verzweigter Wuchs, für trockene Standorte, Sorten sind beispielsweise ‘Feuer’ oder ‘Plena’ (Varietät mit gefüllten Blüten)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi): heimische Art mit fransigen, rosafarbenen Blüten zwischen Mai und Juni, stark verzweigter, buschiger Wuchs mit Wuchshöhen von bis zu 40 Zentimetern
  • Lychnis x arkwrightii ‘Vesuvius’: Hybrid aus der Scharlachlichtnelke und der Garten-Lichtnelke, bildet zwischen Juni und Juli kräftig orange-rote Blütendolden aus, hat dunkles Laub, Wuchshöhe bis ca. 40 Zentimeter
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica): heimische Art mit stark verzweigten Blütenständen und leuchtend roten Blüten, blüht sehr lange zwischen April und Oktober – dafür öffnen sich die einzelnen Blüten nur für jeweils einen Tag, buschiger Wuchs mit Wuchshöhen von bis zu 90 Zentimetern, für feuchte und kalkreiche Böden
  • Scharlachlichtnelke oder Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica): bildet zwischen Juni und Juli kugelrunde, leuchtend rote Trugdolden aus, buschiger Wuchs mit Wuchshöhen von bis zu 80 Zentimetern, für vollsonnige Standorte
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia): heimische Art mit zahlreichen weißen Blüten, die sich jedoch erst am Nachmittag öffnen und stark duften, blüht zwischen Juni und September vornehmlich auf stickstoffreichen Lehmböden, buschiger Wuchs mit Wuchshöhen von bis zu 120 Zentimetern
Text: Ines Jachomowski

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