Welche Tiere hausen Laub und warum?

Es raschelt im Herbstlaub. Nein, der Wind ist es nicht. Könnte man mit einem Röntgenblick durch die einzelnen Blätter des Laubhaufens schauen, würde man einzelne Tiere ausfindig machen. Für sie ist das Herbstlaub ein willkommenes Zuhause.

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Vor Igel wissen Laubhaufen zu schätzen

Ist Laub für Tiere wertvoll?

Ähnlich wie Totholz wird das Laub zum wertvollen Lebensraum für Tiere. Es lohnt sich daher, Laub zu sammeln und beispielsweise auf einem Beet oder unter einem Baum zu einem Haufen zusammenzutragen. Dort wird das Laub zum Unterschlupf über die Winterzeit für viele Tierarten. Es bietet nicht nur Schutz vor gewissen Fressfeinden, sondern wärmt außerdem bei Kälte. Die Zersetzung der Blätter lässt auf natürliche Weise Wärme entstehen, weshalb das Laub gern als Winterschutz bzw. zum Überwintern aufgesucht wird.

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Für welche Kleinsäuger ist Laub bedeutsam?

Besonders Igel und Spitzmäuse fühlen sich im Laub gut aufgehoben und wissen es als Unterschlupf zu schätzen. Zudem finden sie dort reichlich Nahrung vor. Wenn Sie also kein Igelhaus bauen wollen, so lassen Sie den Tieren einen Laubhaufen für die Winterzeit. Das ist kostengünstig, einfach und die Natur wird es Ihnen danken!

Seltener sind Wildhamster und Siebenschläfer in Laubhaufen anzutreffen.

Welche Vögel schätzen das Laub?

Auch insektenliebende Vögel hausen zum Teil in der Herbstzeit im Laub, denn sie schätzen diesen gedeckten Tisch. So kann man häufig Rotkehlchen, Amseln und Zaunkönige beobachten, wie sie emsig im Laub wühlen.

Welche Insekten leben im Laub?

Viele Insekten, die ein Winterquartier suchen, finden dieses im Laub. Im Winter würden die Insekten ohne Schutz erfrieren.

Vorfinden können Sie im Laub unter anderen Regenwürmer, aber auch Spinnen, Käfer wie Marienkäfer, Asseln, Tausendfüßer, Springschwänze, Raupen und Falter.

Wenn Sie sich an einem lebendigen Garten voller Schmetterlinge, Blattläuse fressender Marienkäfer und Co erfreuen wollen, sollten Sie das Laub liegen lassen oder gezielt anhäufen.

Gibt es Amphibien, die Laub aufsuchen?

Auch einige Amphibien wie Erdkröten und Frösche befinden sich gern im Laub. Die Erdkröten bauen sich Erdhöhlen, die durch etwas Laub an der Oberfläche einen zusätzlichen Schutz vor Frost erhalten. Es lohnt sich, sie zu unterstützen, denn sie fressen unliebsame Nacktschnecken im Garten. Frösche verfallen im Laub in eine Kältestarre und vertilgen im nächsten Jahr wieder Mücken und Fliegen. Manchmal wohnen auch Molche im Laubhaufen.

Mögen Reptilien Laub?

Sogar Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen lieben Laub. Sie begeben sich dort gern in die Winterruhe und stärken ihre Körper durch die Insekten, die sich ihnen dort geradezu zum Fressen anbieten.

Was sollte beachtet werden, um die Tiere im Laub nicht zu stören?

Wenn Sie Laub oder bereits einen entstandenen Laubhaufen entfernen wollen, sollten Sie weder einen Laubbläser noch einen Laubsauger verwenden. Durch solche Geräte werden die Tiere im Laub verletzt oder gar getötet. Der NABU appelliert daher an alle Gartenbesitzer, lieber auf Rechen und Besen zurückzugreifen, um die Tierwelt zu schützen.

Tipp

Auch Äste und Zweige ins Laub geben

Der Laubhaufen für die Tiere muss nicht nur aus Laub bestehen. Sie können auch Äste und Zweige auf den Laubhaufen geben. Alternativ können Sie auch einen Reisighaufen anlegen. Dieser wird ebenfalls gern von Tieren aufgesucht.

Text: Anika Gütt
Artikelbild: Anne Coatesy/Shutterstock