Tellerhortensie pflegen und schneiden

Filigran im Erscheinungsbild, trumpfen Tellerhortensien auf mit einer zumeist zweifarbigen Blüte den ganzen Sommer hindurch. Sondieren Sie hier kompakte Antworten auf bislang offene Fragen zur richtigen Handhabung dieser bezaubernd schönen Blütengehölze.

Hydrangea serrata
Die Tellerhortensie blüht meist zweifarbig

Tellerhortensie richtig pflanzen

Bevor Sie die Bodenvorbereitung in Angriff nehmen, stellen Sie den Wurzelballen in ein Gefäß mit kalkfreiem Wasser. In der Zwischenzeit lockern Sie den Boden mit der Harke tiefgründig auf, um Steine und Wurzeln zu entfernen. Je feinkrümeliger die Scholle, desto zügiger fasst der Flachwurzler Fuß am Standort. So geht es weiter:

  • Die Pflanzgrube verfügt über das doppelte Volumen des Wurzelballens
  • Den Aushub zur Hälfte anreichern mit Rhododendronerde und Kompost
  • Die Tellerhortensie austopfen und so tief einpflanzen wie im Container
  • Angießen und eine 3- 5 Zentimeter hohe Mulchschicht ausbreiten

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Tellerhortensien lieben es, mit Farnblättern, Laub, Grasschnitt oder Nadelkompost gemulcht zu werden. Auf diese Weise bleibt das Erdreich länger feucht und erhält eine zusätzliche Portion wertvoller Nährstoffe.

Pflegetipps

Mit dem folgenden Pflegeprogramm spornen Sie eine Tellerhortensie an zu überreichem Blütenflor und einem vitalen Wachstum.

  • Trocknet das Substrat an, mit kalkfreiem Wasser gießen
  • Während heißer Sommertage in den Morgen- und Abendstunden wässern
  • Ab März düngen mit saurem Kompost, Naturdünger oder Spezial-Hortensiendünger
  • Ab Ende August/Anfang September nicht mehr düngen
  • Im Winter anhäufeln mit Laub und Reisig, die Knospen schützen mit Jute oder einer Filzhaube

Im zeitigen Frühjahr lichten Sie den Strauch gründlich aus und entfernen zur Verjüngung alle 5-jährigen Äste. Die verwelkten Blütenköpfe schneiden Sie ab.
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Welcher Standort ist geeignet?

Wählen Sie einen Standort mit halbschattigen Lichtverhältnissen, in möglichst windgeschützter Lage. Unter dem Blätterbaldachin hoher Laubgewächse findet die Tellerhortensie ideale Bedingungen vor. Tragen Sie in sonnigen Lagen Sorge für eine ausreichende Wasserversorgung.
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Der richtige Pflanzabstand

Entspricht der Pflanzabstand der halben Wuchsbreite, können Sie nichts falsch machen. Das gilt für die Kultivierung in der Gruppe. Fungiert die Tellerhortensie in einer Hecke als dekorative Einfriedung, beachten Sie den gebotenen Abstand zum Nachbarn. Halten Sie sich an diese Faustformel, gibt es keinen Ärger: Wuchshöhe in Zentimeter abzüglich 130 ergibt den Grenzabstand.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die perfekte Erde für Tellerhortensien ist nährstoffreich, frisch-feucht, humos und weist einen sauren pH-Wert auf von 4,0 bis 5,5. Wählen Sie als Kübelsubstrat eine handelsübliche Rhododendronerde und optimieren diese mit Kompost und Lavagranulat.(14,00€ bei Amazon*)

Was ist die beste Pflanzzeit?

Für die Tellerhortensie ist gleich zwei Mal im Jahr Pflanzzeit: im Frühjahr von April bis Mai und Herbst von Ende August bis Anfang Oktober. Einzig während heißer, trockener Sommertage und wenn das Erdreich gefroren ist, sollten Hortensien nicht gepflanzt werden.

Wann ist Blütezeit?

Freuen Sie sich bei Ihrer Tellerhortensie über eine sommerliche Blütezeit von Juni bis Oktober. Bei milder Witterung dauert die Blüte bis in den November an.

Tellerhortensie richtig schneiden

Da eine Tellerhortensie ihre Blüten bereits im Vorjahr anlegt, ist Zurückhaltung beim Rückschnitt angesagt. So machen Sie es richtig:

  • Im März/April lediglich die verwelkten Blütenköpfe abschneiden
  • Nicht tiefer schneiden, als bis zur nächsten, kräftigen Knospe
  • Den gesamten Strauch auslichten

Flexibler ist der Rückschnitt an der neuen Sorte ‚Endless Summer Twist-n-Shout‘ zu handhaben. Da diese Tellerhortensie am vor- und diesjährigen Holz blüht, toleriert sie ausnahmsweise auch einmal einen umfangreicheren Formschnitt im Frühjahr.
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Tellerhortensie gießen

Wer seine Tellerhortensie zu selten gießt, wird ihren Unmut zu spüren bekommen, indem sie empört Blüten und Blätter abwirft. Das Ziergehölz zeigt sich Ihnen gewogen, wenn so gegossen wird:

  • Regelmäßig und durchdringend wässern, ohne Staunässe zu verursachen
  • Weiches Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden
  • Den Blütenstrauch nicht von oben beregnen

Prüfen in Beet und Kübel täglich per Daumenprobe das Substrat. Ist die Erdoberfläche angetrocknet, wird gegossen. Im Sommer kann dies zwei Mal täglich erforderlich sein, am frühen Morgen und in den Abendstunden.

Tellerhortensie richtig düngen

Eine Tellerhortensie düngen Sie von März bis September alle 14 Tage mit saurem Nadel- oder Laubkompost, dem Sie Hornspäne (32,93€ bei Amazon*) hinzugeben. Weniger zeitaufwändig gestaltet sich die Nährstoffversorgung mit speziellen Hortensien-Langzeitdüngern. Dabei genügt eine einzige Dosis im März, um den Energiebedarf für die gesamte Saison abzudecken.

Überwintern

Obschon eine Tellerhortensie winterhart beschaffen ist, gehen Sie mit diesen Vorkehrungen auf Nummer sicher bei einer Überwinterung im Beet:

  • Vor dem ersten Frost eine dicke Schicht Lauberde anhäufeln und mit Nadelreisig bedecken
  • Die Zweige schützen mit Schilfmatten, Jutebändern oder einer Filzhaube

Im Kübel tragen Sie die Hortensie idealerweise in ein helles, kühles Winterquartier. Hier sollten Temperaturen herrschen um 5 Grad Celsius.

Tellerhortensie vermehren

Die Vermehrung von Tellerhortensien hat beste Aussichten, wenn Sie nach einer der folgenden Methoden vorgehen:

  • Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr oder Herbst, während der Saftruhe
  • Stecklinge schneiden während des Sommers, in mageres Substrat setzen und bis zum nächsten Jahr pflegen
  • Absenker zu Boden ziehen, den mittleren Teil eingraben und bewurzeln lassen

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Wie pflanze ich richtig um?

Umpflanzen einer Tellerhortensie ist möglich im Frühjahr oder Herbst. Der Zierstrauch sollte sich in seiner Saftruhe befinden, damit der Stress ihm nicht allzusehr zusetzt. Eine oder zwei Wochen vor dem Termin stechen Sie die Wurzeln rundherum ab und wässern wiederholt, damit sich ein üppiges Feinwurzelsystem entwickeln kann. Auf diese Weise gehen Sie am Tag der Umpflanzung fachgerecht vor:

  • Den Wurzelballen lockern und aus dem Boden heben
  • Die bisherige Pflanztiefe am neuen Standort beibehalten
  • Reichlich angießen und mulchen mit Laubkompost

Tellerhortensie im Topf

Dank ihrer grazilen Statur kreiert die Tellerhortensie im Topf ein malerisches Bild auf dem Balkon. Wählen Sie ein Gefäß mit einem Volumen von mindestens 20 Litern, breitet der Strauch hier gerne seine Wurzeln aus. Unverzichtbar ist eine Drainage über dem Wasserablauf. Verwenden Sie hierzu anorganisches Material, wie Tonscherben oder Blähton.(16,36€ bei Amazon*) Als Substrat empfehlen wir Moorbeeterde auf Kompostbasis, angereichert mit einer Handvoll Lavagranulat für eine optimale Durchlässigkeit.

Wie behält eine Tellerhortensie ihre blaue Farbe?

Die blaue Farbe einer Tellerhortensie beruht auf gärtnerischer Kunstfertigkeit, denn Mutter Natur hat diesen Ton für Hortensien nicht vorgehen. Um die Blaufärbung für die gesamte Blütezeit zu gewährleisten, ist ein niedriger pH-Wert des Substrats von 4,0 bis maximal 5,0 erforderlich. So gelingt es im Beet und Kübel gleichermaßen:

  • Als Dünger ein Spezialpräprat mit Blaumacher verwenden, wie Norax Hortensiendünger mit Tiefenblaufärber
  • Einen organischen Dünger ergänzen mit 20-60 Gramm Alaun aus der Apotheke von März bis Juli

Die schönsten Sorten

  • Blaumeise: hellblaue Tellerblüten mit 10 cm Durchmesser von Juni bis September; Wuchshöhe 100-130 cm
  • Lanarth White: zweifarbige Hortensienschönheit mit weißen und rosafarbenen Blüten; Wuchshöhe 90-120 cm
  • Fasan: spektakuläre Tellerhortensie mit purpurroten Blüten und breitbuschigem Habitus: Wuchshöhe 100-130 cm
  • Mariesii Perfecta: die anmutige Sorte besticht mit zart-rosafarbenen Blüten; Wuchshöhe 100-130 cm
Text: Paula Jansen

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