Stecklinge erfolgreich bewurzeln- so gelingt‘ s

Haben Sie noch Schnittgut vom letzten Formschnitt Ihrer Pflanzen übrig. Bevor die Triebspitzen auf dem Kompost landen, können Sie sie auch als Stecklinge vermehren. Für das Bewurzeln stehen Ihnen mehrere Verfahren zur Auswahl. Lesen Sie in diesem Artikel, wie aus Stecklingen schon bald neue Pflanzen entstehen.

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Die Bewurzelung im Wasserglas ist einfach und funktioniert fast immer

Verschiedene Möglichkeiten zur Stecklings Bewurzlung

Nachdem Sie ausreichend lange und gesunde Stecklinge von der bevorzugten Pflanze geschnitten haben, stehen Ihnen zwei Varianten zur Bewurzlung zur Auswahl. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, weshalb Sie die Entscheidung ganz nach Ihrem persönlichen Vorlieben und den gegebenen Kapazitäten abhängig machen sollten.

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Stecklinge im Wasserglas bewurzeln

Die Bewurzlung im Wasserglas erfordert nur wenige Utensilien. Füllen Sie Gläser oder Vasen mit frischem Wasser und stecken Sie jeweils einen Steckling hinein. Schon nach ein paar Tagen werden dank sorgsamer Auswahl brauchbarere Triebspitzen erste Wasserwurzeln sichtbar.
Bevor Sie die Stecklinge letztendlich in richtiges Substrat pflanzen können, müssen Sie sich aber noch etwas gedulden. Die zarten Wasserwurzeln würden in der Erde nicht überleben. Ein weiterer Trugschluss ist die Annahme, dass die Pflanzen ihren Flüssigkeitsbedarf über das Wasser in den Gläsern decken. Noch können Sie kein Wasser über die Wurzeln aufnehmen.
Umso wichtiger ist es, dass Sie bei der Wahl der Triebe auf mindestens ein Blattpaar achten. Stülpen Sie nämlich eine durchsichtige Folie über die Wassergläser, saugen die Blätter die Feuchtigkeit aus der Umluft. Alternativ können Sie die jungen Triebe auch vorsichtig mit Wasser besprühen.
Erst wenn sich kräftige Wurzeln gebildet haben, pflanzen Sie die Stecklinge um. Dabei ist äußerste Vorsicht geboten, da die jungen Wurzeln sehr empfindlich sind.

Stecklinge in Anzuchttöpfen bewurzeln

Wenn Sie etwas Geduld aufbringen können, empfehlen wir Ihnen, Ihre Stecklinge gleich in Substrat zu pflanzen. Zwar dauert die Bewurzlung hier länger, dafür bilden sich nicht erst Wasserwurzeln, die für das eigentliche Wachstum unnütz sind. Außerdem müssen Sie die zarten Jungpflanzen nicht erneut eingraben und verletzen dabei womöglich die empfindlichen Wurzeln.

Das passende Substrat finden Sie im Fachhandel. Hochwertige Erde enthält genügend Nährstoffe und ist sehr durchlässig, sodass keine Staunässe auftritt. Alternativ mischen Sie Sand, Torf und Komposterde zu gleichen Teilen.
Wichtig ist auch bei dieser Methode, für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Wässern Sie das Substrat nur mäßig. Stattdessen spannen Sie wie bei der Bewurzlung im Wasserglas eine durchsichtige Plastikfolie über die Anzuchttöpfe.(7,00€ bei Amazon*) In dem Biotop bildet sich Kondenswasser, das den Pflanzen die nötige Flüssigkeit liefert. An einem sonnigen Standort (am besten auf der Fensterbank) fühlen sich die Stecklinge wohl. Denken Sie aber daran, die Folie einmal täglich zu lüften, damit es aufgrund der Wärmeentwicklung nicht zu Schimmelbildung kommt.

Hinweis: In beiden Fällen ist es wichtig, die Stecklinge gleich nach dem Schnitt zu verwerten und nicht lange zu lagern. Je länger die Triebe im Trocknen liegen, umso unwahrscheinlicher wird die Wurzelbildung.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Anna Sadovskaia/Shutterstock
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