Anleitung zum Ziehen von Stecklingen

Stecklinge sind der einfachste Weg, eine Pflanze zu vermehren. Das Verfahren ist so simpel, dass sich selbst unerfahrene Gärtner bald schon über neue, selbst gezogene Exemplare auf der Fensterbank oder im Gartenbeet freuen können. Sind Sie dennoch unsicher, wie Sie beim Entnehmen und der Aufzucht der Stecklinge verfahren? In diesem Artikel finden Sie eine genaue Anleitung und hilfreiche Tipps, worauf Sie achten müssen.

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Stecklinge können in Wasser oder in Erde bewurzelt werden

Wissenswertes

Die Vermehrung einer Pflanze durch Stecklinge ist nicht nur aufgrund der einfachen Vorgehensweise eine der beliebtesten Methoden der Vervielfältigung. Nur mit Stecklingen gelingt es Ihnen, positive Eigenschaften der Mutterpflanze an die nächste Generation weiterzugeben. Bei der Stecklingsvermehrung wird das Erbgut 1:1 übertragen. Die neue Pflanze gleicht ihrer Abstammung bis ins kleinste Detail.

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Stecklinge schneiden

Bei Stecklingen handelt es sich in der Regel um die jungen Triebspitzen einer Pflanze. Diese lassen sich leicht mit einem Messer abtrennen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Werkzeug eine scharfe Klinge aufweist, damit ein sauberer Schnitt gewährleistet ist. Ausgefranste Wunden und Schnittstellen verheilen nur langsam und erhöhen die Gefahr, das Keime ins Innere der Pflanze gelangen. Bestenfalls desinfizieren Sie zuvor die Klinge des Messers vor und nach dem Eingriff.

Tipps

Denken Sie nicht nur daran, Ihre Pflanze vor Schnittwunden zu schützen. Tragen auch Sie vorsichtshalber Sicherheitshandschuhe. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn die gewählte Pflanze giftige oder hautreizende Säfte absondert.

Anforderungen an den Steckling

Im Grunde ist es kinderleicht, eine Pflanze mit Stecklingen zu vermehren. Gelingt Ihnen die Aufzucht dennoch nicht, ist das kein Grund zu verzweifeln. Womöglich wies Ihr gewählter Steckling einfach nicht die besten Eigenschaften für die eigenständige Wurzelbildung auf.
Achten Sie beim nächsten Mal darauf, dass Ihr Steckling nicht zu weich ist. Diese Triebe faulen meistens, sobald sie von der Mutterpflanze getrennt werden. Ebenso darf der Steckling nicht schon verholzt sein. Alte Triebe bilden häufig keine Wurzeln mehr aus. Junge Triebe müssen allerdings eine hinreichende Länge besitzen.
Dass die Triebe frei von Schädlingen sein sollten, versteht sich von selbst.

So gehen Sie vor

  • setzen Sie das Messer rund 2bis 3 cm entfernt des Blattstiels an
  • dort trennen Sie die untersten Blätter ab
  • kürzen Sie große Blattflächen von der Spitze her bis zur Hälfte ein

Stecklinge pflanzen

Damit Ihre Stecklinge zu eigenständigen Jungpflanzen heranwachsen, müssen sie Wurzeln bilden. Um diese zu fördern, stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Bewurzeln im Wasserglas
  • Bewurzeln in Anzuchttöpfen

Bewurzeln im Wasserglas

Im Wasserglas können Sie den Wurzeln beim Wachsen zusehen. Halten Sie die Umgebung dauerhaft feucht, indem Sie die Blattpaare besprühen. Anfangs können die Stecklinge noch kein Wasser über den bloßen Stiel aufnehmen.

Bewurzeln in Anzuchttöpfen

Bei dieser Variante sparen Sie sich das erneute Einpflanzen der Stecklinge und riskieren nicht, dabei die Wurzeln zu beschädigen. Allerdings dauert die Anzucht länger. Wählen Sie ein Substrat aus Sand, Torf und Komposterde.

Hinweis: Bei den meisten Pflanzenarten beträgt die Keimzeit 2 bis 3 Wochen. Während dieser Zeit sollten Sie die Stecklinge bei einer Raumtemperatur von 20°C aufbewahren und das Wachstum regelmäßig kontrollieren.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Rachel Hawkins/Shutterstock

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