Sommerflieder sortenrein vermehren – So gelingt es Ihnen

Sommerflieder (Buddleja) ist während seiner Blütezeit so wunderschön anzusehen, dass man eigentlich nicht genug Sträucher davon haben kann. So sieht der Strauch beispielsweise besonders beeindruckend aus, wenn Sie nicht als Solitär. sondern in Gruppen oder als Hecke pflanzen. Doch Vorsicht: Sommerflieder neigt stark zur Selbstaussaat, weshalb Sie ohne entsprechende Maßnahmen bald einen ganzen Wald besitzen werden.

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Sommerflieder wird am besten über Stecklinge vermehrt

Sommerflieder durch Aussaat vermehren

Am einfachsten gelingt die Vermehrung des Sommerflieders wahrscheinlich durch seine Neigung zur Selbstaussaat. Dabei müssen Sie im Grunde nichts weiter tun, als abzuwarten und die kleinen, sprießenden Pflänzchen rechtzeitig auszugraben und am gewünschten Standort einzupflanzen. Sie können natürlich auch die reifen Samen selbst sammeln und diese in Töpfe aussäen. Auf diese Weise lässt sich Wildwuchs leichter vermeiden, außerdem können Sie die gesündesten Pflanzen gleich selektieren.

Überraschungen bei Buddleja davidii vorprogrammiert

Allerdings sollten Sie bei dieser Form der Vermehrung zumindest bei Buddleja davidii – dem auch als Schmetterlingsflieder bezeichneten Sommerflieder – mit mehr oder weniger großen Überraschungen rechnen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie verschieden blühende Sorten einer Art im Garten stehen haben. Durch Selbstaussaat gezogene Pflanzen sind nicht sortenrein, d. h. sie gleichen nur in den seltensten Fällen der Mutterpflanze. Stattdessen sehen sie oft der Wildform ähnlich bzw. bilden eine Kreuzung verschiedener Sorten. Mit ein bisschen Glück entsteht auch bei Ihnen eine neue Sommerflieder-Sorte.

So vermehren Sie Buddleja alternifolia über Samen

Anders sieht es beim Wechselständigen bzw. Chinesischen Sommerflieder (Buddleja alternifolia) aus, der sich recht gut sortenrein aus Samen ziehen lässt. Und so ziehen Sie erfolgreich Jungpflanzen aus selbst gesammelten Samen:

  • Sammeln Sie im Herbst die reifen Samenkapseln.
  • Diese erkennen Sie an ihrer braungelben Färbung und der vertrockneten Hülle.
  • Sieben Sie die Samen aus und füllen Sie sie in ein luftdicht verschließbares Gefäß.
  • Bewahren Sie sie über den Winter an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort auf.
  • Säen Sie sie im März / April in mit Aussaaterde gefüllten Töpfen aus.
  • Halten Sie das Substrat feucht und bedecken Sie die Töpfe mit Folie o. ä.
  • Pikieren Sie die Pflänzchen rechtzeitig in einzelne Töpfe.

Etwa ab Juni können Sie die selbst gezogenen Jungpflanzen schließlich direkt ins Freie setzen, sollten sie allerdings zuvor langsam an die Sonne gewöhnen.

Klassisch: Vermehrung durch Stecklinge

Für eine sortenreine Vermehrung sollten Sie allerdings besser auf die klassische Stecklingsvermehrung zurückgreifen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist in den Sommermonaten zwischen Juni und Juli, wobei Sie auch mit bis Mitte / Ende August geschnittenen Stecklingen noch Erfolg haben können. Und so funktioniert es:

  • Wählen Sie nicht zu weiche, blütenlose Triebe.
  • Schneiden Sie diese, falls lang genug, in mehrere, ca. 10 bis 15 Zentimeter lange Teilstücke.
  • Bereits verholzte Triebe eignen sich nicht zur Stecklingsvermehrung.
  • Belassen Sie pro Trieb zwei bis drei Blätter.
  • Der Rest wird am unteren Ende abgeknipst.
  • Halbieren Sie die verbliebenen Blätter.
  • Füllen Sie eine Mischung von 2 Teilen Aussaaterde und einem Teil Sand in kleine (Ton-)Töpfe.
  • Stecken Sie pro Topf je einen Steckling hinein.
  • Gießen Sie sie an.
  • Stülpen Sie eine abgeschnittene PET-Flasche als improvisiertes Gewächshaus darüber.
  • Sie können auch lange Schaschlikspieße in die Erde stecken und darüber eine Plastiktüte stülpen.
  • Wichtig: Beides muss lichtdurchlässig sein.
  • Lüften Sie täglich und halten Sie das Substrat feucht.

Das improvisierte Mini-Gewächshaus kann entfernt werden, sobald sich neue Triebe zeigen. Dann haben sich Wurzeln gebildet und die Vermehrung war erfolgreich. Die Jungpflanzen sollten den ersten Winter noch kühl, aber frostfrei und hell überwintert werden. Im darauffolgenden Jahr können Sie sie ins Freie pflanzen.

Schnittgut für Steckhölzer verwenden

Bei eventuell anstehenden herbstlichen Schnittmaßnahmen – beispielsweise wird Buddleja alternifolia im Herbst ausgelichtet – brauchen Sie Teile des Schnittguts nicht wegzuwerfen. Stattdessen lassen sich manche Triebe auch zur Vermehrung nutzen. Dazu schneiden Sie im Spätherbst, noch vor dem ersten Frost, diesjährige, holzige Triebe. Diese sollten etwa 20 bis 25 Zentimeter lang sein.

  • Schneiden Sie das untere Ende leicht schräg ab, das obere bleibt gerade.
  • So können Sie später noch das jeweils richtige Ende lokalisieren.
  • Entfernen Sie alle Blätter.
  • Sie können die Hölzer gleich stecken.
  • Bereiten Sie dazu an einem geschützten, licht halbschattigen Ort ein passendes Beet vor.
  • Graben Sie dieses gründlich um und reichern Sie die Erde mit Humus oder Kompost an.
  • Stecken Sie die Hölzer soweit in die Erde, dass lediglich ein Viertel noch herausschaut.
  • Halten Sie die gleichmäßig feucht.
  • Bei starkem Frost werden die Stecklinge mit einem Vlies abgedeckt.
  • Können Sie die Steckhölzer nicht gleich stecken, bewahren Sie sie im Kühlschrank auf.
  • Schlagen Sie sie dazu in ein Küchentuch ein.
  • Stecken Sie sie anschließend wie beschrieben im März / April an die vorgesehene Stelle.

Im Herbst gesteckte Hölzer entwickeln oft schon im darauffolgenden Frühjahr erste zarte Triebe.

Tipps

Eine weitere Methode ist das Vermehren des Sommerflieders durch Absenker, welches im Prinzip wie die Stecklingsvermehrung funktioniert. Nur, dass die Stecklinge bis zur Bewurzelung an der Mutterpflanze bleiben.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Mr_Mrs_Marcha/Shutterstock
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