So ziehen Sie aus Flieder-Stecklingen Wurzeln

Flieder (Syringa vulgaris) bevorzugt mäßig nährstoffreichen, eher trockenen Boden und einen möglichst sonnigen Standort. Es gibt zahlreiche Arten und Sorten, die sortenecht nur über Stecklinge vermehrt werden können. Eine Vermehrung über Samen ist bei Flieder dagegen selten.

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Die beste Zeit, um Stecklinge zu schneiden ist im Mai

Fliederstecklinge schneiden und eintopfen

Die beste Zeit für das Schneiden eines Fliederstecklings ist das Frühjahr. Schneiden Sie im Mai oder Juni 15 bis 20 Zentimeter lange, junge Seitentriebe möglichst so ab, dass ein Stück des vorjährigen Hauptzweigs am Steckling erhalten bleibt. Neben diesen Achselstecklingen lässt sich Flieder auch sehr gut über Trieb- oder Kopfstecklinge vermehren, sofern es sich um junge Triebe handelt. Diese dürfen natürlich keine Blüte aufweisen.

Stecklinge auswählen und vorbereiten

Die Mutterpflanze, von der Sie den Steckling nehmen, muss absolut gesund und normal wüchsig sein. Überdüngte Flieder zeigen häufig eine übertriebene Wüchsigkeit, zudem sind diese Stecklinge meist sehr schwach. Verwenden Sie auch keine Pflanzenteile, die zu kümmerlich sind und achten Sie darauf, dass der Flieder nicht von Krankheiten oder Schädlingen befallen ist, Nach dem Schneiden des Stecklings entfernen Sie den Großteil der Blätter, damit der Wasserverlust durch die Verdunstung nicht zu groß wird. Es genügt, wenn ein oder zwei Blattpaare stehen bleiben.

Stecklinge einpflanzen

Füllen Sie das Pflanzgefäß mit einer Mischung aus magerer Aussaaterde und Sand. Statt Sand eignen sich auch Perlite, Blähton oder Torf gut. Füllen Sie das Substrat in einen kleinen Topf und stecken Sie den Steckling bis zu einem Drittel seiner Gesamtlänge hinein. Wenn Sie wollen, können Sie das untere Ende in ein Bewurzelungspulver tauchen, das ist jedoch nicht zwingend notwendig. Gießen Sie den eingepflanzten Steckling leicht an und stülpen Sie eine abgeschnittene, lichtdurchlässige PET-Flasche oder einen Kunststoffbeutel darüber.

Stecklinge richtig pflegen

Feuchtigkeit ist der entscheidende Faktor für die Wurzelbildung. Die Stecklinge müssen regelmäßig gegossen und besprüht werden, wobei übermäßige Feuchtigkeit auf jeden Fall vermieden werden muss – sonst fault der Steckling anstatt Wurzeln zu ziehen. Aus diesem Grund sollten Sie die Schutzhaube täglich lüften.

Bewurzelte Stecklinge umtopfen

Sobald sich die ersten Wurzeln bilden, beginnt der Steckling zu wachsen und junge Blätter zu bilden. Jetzt können Sie die Jungpflanze rasch in ein nährstoffreicheres Substrat umpflanzen. Dies ist beim Flieder meist schon im Herbst der Fall, wobei Sie die Minis frostfrei überwintern und erst im folgenden Frühjahr auspflanzen sollten.

Tipps

Recht einfach gestaltet sich die Vermehrung auch über Wurzelausläufer. Diese Methode funktioniert jedoch nur bei wurzelechten Flieder, veredelte Sorten dagegen entwickeln Wildtriebe.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Jana Land/Shutterstock

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