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Spätfröste können Flieder Schaden zufügen, aber selten töten

Flieder erfroren – Wie kann man ihn retten?

Flieder ist ein sehr robustes Gehölz und, sofern man es darauf anlegt, kaum umzubringen. Das gilt auch für vermeintlich durch starken Frost zurückgefrorene Exemplare. Diese treiben in aller Regel sehr zuverlässig aus der Wurzel wieder aus, sollten zuvor aber kräftig zurückgeschnitten werden.

Wie kann winterharter Flieder eigentlich erfrieren?

Die verschiedenen Syringa vulgaris-Sorten gelten aus ausgesprochen winterhart und bedürfen keiner besonderen winterlichen Schutzmaßnahmen – es sei denn, sie stehen in einem Kübel. Wie also können diese Pflanzen im Winter erfrieren? Tatsächlich ist nicht der Frost das Problem, sondern die Kombination aus sehr sonnigen Tagen und strengen Nachtfrösten, wie sie vor allem im Frühjahr auftreten. Die warmen, hellen Tage signalisieren dem Gewächs Frühlingsbeginn, so dass er seine Saftproduktion startet. In einer frostigen Nacht wiederum wird ihm dieses Verhalten zum Verhängnis und er friert zurück. Um das zu verhindern, sollten Sie bei strengen Spätfrösten im Frühjahr den Flieder mit einem Vlies o. ä. schützen.

Triebe und Äste auf Lebenszeichen überprüfen – So geht’s

Vor dem Rückschnitt überprüfen Sie jedoch zunächst einmal, in welchen Trieben und Ästen noch Leben steckt. Für diesen Test benötigen Sie lediglich Ihren Daumennagel bzw., für stärkere Äste, ein kleines, scharfes Messer. Ritzen Sie die Rinde des Triebes oder Astes leicht an, dann können Sie erkennen, wie es darunter aussieht: Ist das Innere des Holzes grün, lebt es noch und darf am Strauch bleiben. Ist es dagegen auch innen vertrocknet, muss die Schere ansetzen.

Was Sie zur Rettung des erfrorenen Flieders tun können

Einen erfrorenen Flieder können Sie auf diese Art retten:

  • Überprüfen Sie die Äste und Triebe per Daumennagelprobe auf Leben.
  • Schneiden Sie alles vertrocknete, zurückgefrorene Totholz heraus.
  • Ebenso kränklich oder sehr dünn erscheinende Triebe.
  • Kürzen Sie alle anderen Triebe und Äste ein, um den Strauch zu einem Neuaustrieb zu bewegen.
  • Arbeiten Sie eine Schaufel Kompost und eine großzügige Handvoll Hornspäne in die Wurzelscheibe ein.
  • Seien Sie geduldig.

Übrigens sollten die beschriebenen Rettungsmaßnahmen nicht mitten im kalten Winter durchgeführt werden, sondern an einem frostfreien, trockenen (Flieder niemals an einem regnerischen Tag schneiden!) Tag im Frühjahr.

Tipps

Die Wurzeln eines Topfflieders dürfen nicht durchfrieren, weshalb das Pflanzgefäß gegen frostige Temperaturen geschützt werden sollte – beispielsweise indem Sie ein Vlies darum wickeln.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: daniilphotos/Shutterstock

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